Monat: März 2010

Backereimobbing


Wer freut sich nicht, morgens vor der Arbeit einen Bäcker seines Vertrauens zu besuchen und inmitten des Duftes frischer Backwaren aus der reichhaltigen Auswahl sein Frühstück zu selektieren. Dabei hat ja jeder so seine Präferenzen, ich persönlich halte es eher mit dem einfachen anstatt groß kreativer Backkunst mit der sich Backstubenbetreiber selbst verwirklichen wollen. Dennoch ist mir in letzter Zeit nicht verborgen geblieben, dass die Bamberger Bäckerinnung offensichtlich eine gezielte Mobbingskampagne gegen mich fährt. Da stehe ich im Loskarn kaufe ein sensationell leckeres Gebäck auf Mürbteig und Käse um am kommenden Tage erneut mit dem Wunsch nach dieser Leckerei aufzukreuzen. Doch was sagt die Fachverkäuferin “Des hammer nur gestern kabbd, war von annä Bestellung“. Kurze Zeit später stehe ich beim Beck, entdecke ähnliches Gebäck inkl. dezenter Paprikaschärfe und habe mich sogleich verliebt. Einmal, gekauft, zweimal gekauft, beim dritten mal war es aus dem Sortiment genommen. Also weiter zum Fuchs, wohlschmeckende Kunigundenringe erworben. Doch auch hier beim dritten mal die Auskunft der  leider nur vorrübergehenden Sortimentsführung. Statt dessen finde ich dort nun solche perverse Kompositionen wie mit Käse, Ananas und Kochschicken überbackene Laugenstangen. Igit! So bleibe ich nun hier mit der quälenden Frage nach dem “Warum” zurück. Ich finde es nervig und frustrierend und hoffe dass der gute Herr Beckstein niemals auf die Idee kommt meinen Lieblingsamerikaner aus dem Sortiment zu nehmen.

Blau ist das neue Grün


“Think Blue” heißt das neue Umwelt-Credo von Volkswagen, mit der der Autofahrer von heute auf die neue umweltfreundliche(re) Technologie Blue Motion aufmerksam gemacht wird. Das neudeutsche Blue, was ehemals schlichtweg Blau hieß, ist die Ökomodefarbe der Automobilindustrie. Trifft man im Supermarkt mittlerweile auf unzählige Bio-Produkte mit dem Farbcode Grün und speißt man die Fritten und Burger zukünftig in grünen McDonalds Restaurants, fährt man aktuell voll auf Blau ab: Blue Motion, Blue Efficiency, Blue Drive etc. Da kann man als geneigter Konsument schon mal ganz schön durcheinander kommen. Klar Blue steht für saubere Luft, sauberes Wasser, anstatt Feld, Wald und Wiesen wie beim Nahrungsanbau – dennoch leidet die Technologie-Awareness der verschiedenen Automobilhersteller unter der Branchen-Blue-Pauschalisierung – die Differenzierung tendiert gegen null. Fast könnte man eine schöne Kausalketten spinnen an derem Ende bestenfalls Konfusion steht: Think Blue (VW), Blue Efficiency (Mercedes), Efficiency Dynamics (BMW),…
Ich bin gespannt, wann es das erste grüne Konzept gibt, zumindest würde man sich damit differenzieren. Andererseits sind ja selbst die Blue Modelle noch nicht richtig grün und die Industrie braucht schließlich auch noch ein Farb-Label für die Übernächste Generation der Fahrzeuge, wenn die Ölreserven langsam zu Neige gehen und man auf neue Energiequellen setzen muss.
So blicke ich jetzt auch ganz anders auf meinen Brötchengeber und unsere Kerntechnologie: Blue Cell Networks und Bluetooth – beides absolut umweltfreundlich und zurecht Blue-würdig.