Halbfinale ohne alte Freunde


Während der gerade laufenden Play-Offs der Beko Basketball Bundesliga wird es mal wieder Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme – vor allem nach dem gestrigen Spieltag der einige Favoriten überraschend in den Vorzeitigen Sommerurlaub geschickt hat.

Die heimischen Brose Baskets haben sich bereits souverän gegen die Telekom Baskets Bonn um den ehemaligen Bamberger Centerhelden Chris Ensminger glatt mit 3-0 durchgesetzt. Das ist umso höher zu werten, da Bonn als besser platziertes Spiel zweimal das Heimrecht hatte, Bamberg jedoch die Nervenstärke bewies dort beide mal knall mit zwei Punkten Differenz zu gewinnen und die entscheidenden Big Points zu setzen. Die Pause tut den Mannen um den überragenden Topscorer Suput (18.3 ppg) gut, den Kapitän Jacobsen quälte sich nach seiner langen Verletzung noch sehr durch das Viertelfinale. Besonders positiv ist zu vermerken, dass in jedem Spiel andere Akteure in die Bresche gesprungen sind und auch einer geschlossenen Teamleistung herausstachen. Mal Kampfkoala Worthington, mal Centertalent Pleiß, mal der zweiköpfige Spielmacherdrachen Goldsberry & Gavel. Das Halfinale kann kommen, die Favoritenrolle darf man nun gerne Annehmen, denn statt dem Meister aus Oldenburg wartet ein Außenseiter.

Braunschweig hat überraschend deutlich den noch amtierenden Meister aus Oldenburg mit 3-1 bezwungen. Es freut mich für die Mannen um Manager Braun, weil sie vor der Saison – im Gegensatz zu vielen anderen, wie auch dem Viertelfinalgegener – einen Deutschen Weg gegangen sind. Mit Machowski steht ein junger deutscher Trainer an der Seitenlinie, auf dem Feld befinden sich mit Schaffartzik, Idbihi und Mittmann gleich drei deutsche Führungsspieler die sich hervorragend geschlagen haben. Bei Oldenburg hingegen haben vor allem die auslämdischen Stars Gardner und Paulding enttäuscht.

Für den nächsten Paukenschlag haben die Deutsche Bank Skyliners aus Frankfurt gesorgt. Sie haben den Titelfavoriten von ALBA Berlin entsorgt. Nach dem Trainerwechsel vom exzentrischen Didin zum ehemaligen Meistermacher Herbert herrscht in Frankfurt ein neuer Wind und neuer Teamgeist. Der stets ein wenig als Loser-Player abgestempelte Allen (17.3 ppg) führe die Skyliners zu einem deutlichen 3-1 gegen ALBA und selbst die eine Niederlage kam erst in Verlängerungen in der o2-World zustanden. In Berlin in der Katzenjammer groß, das Team hat sich aber auch wirklich indisponiert präsentiert und im entscheidenen Spiel schienen nur Hamann und Chubb nicht das vorzeitige Ausscheiden akzeptieren zu wollen, während Top-Stars wie Jenkins und McElroy in der Serie auf ganzer Linie enttäuscht haben. Pavicevic hat zwar bereits die Jobgarantie bekommen, aber es deutet sich ein großer und auch notwendiger Umbruch an. Zwar war man sensationell im Europapokalfinale gegen Valencia gestanden, jedoch musste man im Pokal und Meisterschaft als Etat-Spitzenreiter und Vorzeigeclub frühzeitig die Segel streichen. Nach dem Chaos um die europäischen Stars Bajramovic und Golemac, die beide aus disziplinarischen Gründen den Verein verlassen mussten, passt das geschehende – auch nach der Schriedsrichterdiskussion von Berliner Seite – irgendwie ins katastrophale Gesamtbild.

In der letzten Paarung stehen sich noch die BG Göttingen und die Eisbären aus Bremerhaven gegenüber. Hier steht es aktuell 2-2. Egal wer sich hier durchsetzt, für beide Teams wäre das Halbfinale ein sensationeller Erfolg. Der unkonventionelle Spielstil von Patrick hat die Göttinger vor kurzen zum Eurochallenge Sieg geführt, die Bremerhavener waren vergangene Saison sportlich bereits abgestiegen und kamen nur auf Umwegen mit einem guten Trainer Spradley und einem guten Konzept um Publikumsliebling Gibbs zurück.

Es bleibt und es wird spannend! Kleiner Tipp am Rande, Sport1 (ehemals DSF) überträgt viele Spiele live.

Spießig


Diese Woche habe ich in der “Horizont“, dem – neben der W&V – Leitmedium für die Marketingbranche in Deutschland in der Kultkolumne “Spießer Alfons” oben abgebildete Inhalte gefunden. In der Kolumne werde immer wieder auf bissig-ironische Weise Stilblüten aus der Werbewirtschaft aufs Korn genommen.
Offensichtlich liest der Autor meinen Blog, denn der im Fokus stehenden Inhalt der Sony Bravia Anzeige, mit der seltsamen Raumaufteilung kann man bereits zwei Blog-Einträge zuvor bei mir nachlesen. Es freut mich natürlich riesig, dass es meine Gedanken in ein so reichweitenstarkes Medium gefunden haben.

Zwischen Medienreaktor und Hainpalais


Freitag Abend war ein wahrer Bamberger Feiermarathon angesagt, an dem Feier-Biest Louis van Gaal sicherlich seine helle Freude gehabt hätte.
Medienreaktor®, eine junge auftrebende Werbe- und Medienagentur hat Einzug in die alt-ehrwürdige Villa Wassermann im Herzen Bambergs gefeiert. Der Bahnhof war groß, an der Spitze der ca. 250 geladenen Gäste standen Citymanager Stieringer, OB Starke und MdB Körber, die allesamt herzliche und warme Worte für die Agenturinhaber Jonas und Daniel fand. Sehr lobend sei außerdem erwähnt, dass anstatt der obligatorischen Einzugsgeschenke auf Anregung der Inhaber € 1.300 für die Aktion Knochenmarkspende Bayern gesammlt wurden.
Die quasi Gegenveranstaltung fand nicht weit entfernt statt., als Verstärkung stießen Melissa und Eugenia hinzu. Ralf (Metzenmacher) hatte ich einen Platz auf der exklusiven Gästeliste zum Privatkonzert und der Vernisage von Thorsten Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse) zu verdanken. Eröffnet wurde das Event mit einem sehr einfühlsamen Konzert im Jazz Keller mit alten Fury-Songs und netten Anekdoten von Thorsten und Kai Wingenfelder. Anschließend ging es, perfekt organisiert, mit dem Audi VIP Shuttle Service ins Hainpalais zum Atelier Steven P. Canarius. Nach einem Leberkäsbrötchen im Hof und Storath Pralinen im Treppenaufgang ging es in die wundervoll hergerichteten Palaisräume. Ralf Metzenmacher fand die Worte zu einer  sehr treffenden Laudatio und die Ausstellung wurde unter viel Beifall vom Künstler eröffnet. Übrigens ein wirklich tolles Ausstellungskonzept, das sicherlich nicht nur Stargast Schauspielerin Ann Katrin Kramer zu gefallen wusste. Passend zur musikalischen Herkunft, gibt es die Bilder in einer Art Plattenladen zu sehen, wo Besucher in Kisten blättern können, ein iPod mit Musik zur Verfügung steht und allerlei Fury in the Slaughterhouse Devotionalien von der Wand baumeln. Dazu gab es viel interessante und nette Gespräche in einem zauberhaften Ambiente.
Den Absacker gab es dann wieder im rot-weißen Zelt im Garten der Villa Wassermann und so ging die Nacht mit zwei wirklich tollen Events, die Bamberg nachhaltig prägen werden, zur Neige.

Foto:
Ausstellung 2010: Steven P. Carnarius zeigt Thorsten Wingenfelder Photographien
(C) Nabiha Dahhan Photography. http://www.nabiha.eu

Mangelnde Raumaufteilung vor der WM


Eigentlich war Bundestrainer Jogi Löw bisher jeglicher Kritik erhaben – Die Ergebnisse der heiligen DFB Elf waren stets, zumindest den hohen Erwartungen entsprechend. Diese Erfolgsgeschichte hat dem Bundetrainer folgerichtig diverse Werbeverträge mit Powerbrands eingebracht. Wer kommt momentan beim Fernsehkonsum schon an der aktuellen Nivea-Werbung vorbei, in der Herr Löw Männerpflegeprodukte auf dem Kassenband in die richtige Raumordnung bringt.
Umso erstaunlicher, dass bei der – heute im Weltfußball – so wichtigen Raumaufteilung der Bundestrainer so kläglich versagt, wie bei der aktuellen Sony Bravia Werbung. Vorne der schmucke TV mit Ausrichtung nach vorne links, hinten die Sitzgruppe mit diversen Nationalspielern. Blöd nur, dass so kaum der anvisierte Fernsehgenuß möglich scheint, können die Betrachter höchstens die flache Bauweise oder die Verkabelung in der Seitenansicht bewundern. Von tollem Bild oder Internetvergnügen kann hier keine Rede sein.
Ich hoffe Herr Löw hat zuhause noch eine geeignete Co-Trainerin, die seine Einrichtungstaktik korrigiert, damit zukünftig Familie Löw und ihre Gäste auch wieder auf dem Sofa fernsehen können und dass dies kein schlechstes Omen für das Deutsche Spiel in Südafrika ist.