Der Big Apple des deutschen Basketballs


Ihr kennt ja alle meine Affinität zum örtlichen Spitzenbasketballteam, den Brose Baskets. Die neuerliche Ankündigung einer Pressekonferenz (PK)  hat mich dazu bewogen einen kleinen Teilbereich der Bamberger Basketball Kultur unter die Lupe zu nehmen. Dabei bin ich relativ schnell zum Ergebnis gekommen, dass unserer Manager Wolfgang Heyder eigentlich wie Steve Jobs von Apple Inc. ist.

Aber nun mal der Reihe nach, es geht ja zum die PK. Es wird eine Örtlichkeit bestimmt und gesagt, dass dort etwas im sportlichen oder wirtschaftlichen Bereich bekannt gegeben wird. Ähnlich macht das ja auch Apple Inc. da weiß man auch nur, dass ein Conference Centre in Kalifornien gebucht ist und dann werden die Fans erstmal vermeintlich sich selbst überlassen.

Zurück nach Bamberg und zu einer typischen Szene. Im Baumarkt trifft jemand (A) jemanden anderes (B) und man kommt in den obligatorischen regionalen Small Talk.

A: “Ey wast scho, doo is a Beeka”.
B: “Naa echd? Wast scho was?”
A: “Naa, ich waas noch nix, beschdimmd a spiilä”
B:”Der Peescha (Predrag Suput), ich glaab der bleibd noch zwa joa doo”

Man erblickt eine weitere Person (C) die man kennt.

A:”Servus Rudi (C), was machsdn Du doo?”
C:”Ich brauche eine Stichsäge , wa (Rudi ist gebürtiger Preuße)
B:”So a schmarrn, ge wasd scho wos von dera Beeka?”
C:“Nein, aber da geht es bestimmt um einen Spieler, ich glaube der Jacobsen!”
A:”Der Tschaggo? Wir hom aufm Beescha gedibbt. Wosn eichendlich midm glann Daddaa?”
[...]

Und schon ist eine wilde Diskussion um das Team, Trainer, Spielerhaustiere, Statistiken, Ex-Spieler und Spieler die nie in Bamberg spielen werden im Gange.

Abends dann in der Brauerei-Gaststätte des jeweiligen Vertrauens gehts dann weiter. Die drei und noch viele andere, die ähnliches erlebt haben, zischen ein Bierchen mit Freunden, Familie und Sexualpartnern und was ist Thema? Klar, die Brose Baskets und was denn da passieren könnte. Wilde Spekulationen, Gerüchte und Wunschdenken, aber alle sind die angefixed und warten auf den Tag. SMS werden geschrieben ob nicht andere was wissen, mit dem iPhone schaut man nochmal Online nach…

Szenenwechsel in die Bamberger Wohnungen. Die SMS kommt mit der Bitte ins Internet zu schauen ob das schon Neuigkeiten zu finden sind. Twitter und Facebook sagen dass da was ist, aber nicht was. Man surft auf SD, da kann man sich mitteilen. Man schreibt seine Meinung, spekuliert und analysiert. Das lesen viele weitere, die Hälfte davon schreibt sogar noch was dazu und ein paar gehn dann in die Brauerei-Gaststätte um die neusten Wasserstandsmeldungen zu verkünden und sich als Helden des Alltags feiern zu lassen.
Der SMS empfänger sitzt noch Zuhause, ein letzter Anruf bei einer Quelle die eigentlich immer gut informiert ist, irgendjemand vom Medienpartner. Der weiß schon was, sagt aber nichts. Nur dass der Heinert von Adidas letzte Woche in Bamberg war. Die News in 160 Zeichen gehen in die Brauerei. “PK STIMMT, TIPPE AUF TADDA O. #23. WEISS JMD. WAS V. ADIDAS? BIER SPTR?” Und so nimmt alles schön viral seinen Lauf, weitet sich zu einer unglaublichen Reichweite und Kontaken aus und sorgt dafür, dass alle geil auf die Brose Baskets sind und den Tag der Pressekonferenz gar nicht mehr erwarten können. Bleibt Jacobsen? Kommt Vorman? Geht Suput? Bauermann zum FC Bayern München?

Damit hört es ja dann aber nicht auf. Karten, Dauerkarten, Fanartikel, T-Shirts, Lobbyisten etc. Freak City ist ja kein Naturgesetz, es steckt einfach ganz viel erstklassige (Marketing-) Arbeit dahinter. Weiter so. So wie das Apple Inc. und Steve Jobs eben macht. Man läßt die Fans spekulieren, hoffe, träumen, streut hier und da einen Hinweis und sorgt für diese unglaubliche Spannung und den Sog nach der Marke und dem Produkt.

Genial.