Die Halle jubelt, die Fans liegen sich in den Armen, ebenso wie die in weiß gekleideten Spieler auf dem Feld. Es war ein wahrliches Spitzenspiel, das seine Bezeichnung voll und ganz verdient hat. Da waren sich wohl alle gestern Abend einig. Dabei ging es zu Beginn eher martialisch auf dem Feld zu als eine Horde wilder Cheerleader auf Freaky, dem bärigen bamberger Maskottchen, zustürmte und dem Plüschwesen seiner Lederhosen beraubten.
89-77 in Zahlen, leistungsgerecht als nüchternes Attribut. Dennoch haben Sie gut angefangen, diese Bayern. Greene verwandelte gleich zwei Dreier und Hamann (18) hat an seiner alten Wirkungsstätte gezeigt, dass er zu den besten drei Deutschen in der Beko BBL gehört. Umso unverständlicher sein Fehlen beim All-Star Spiel nächste Woche. Ein Umstand, der der deutschen Basketballgemeinde doch einiges an Sachverstand abspricht.
Hamann hui, Benzing pfui
Gerade die Bauermann´sche Zonenverteidigung hat Bamberg zu Beginn nicht in den Rhythmus kommen lassen. Hat er sich doch wieder etwas ausgedacht. Doch im zweiten Abschnitt merkte man schnell, dass den Bayern nach dem Ausfall von Foster und den Abgang von Hansbrough die Optionen ausgingen. Bamberg kam mit einem starken Tucker und einem erneut gut aufgelegten Pleiß – der Bauermann noch etwas zu beweisen hatte – auf und überrannte die Gäste förmlich mit 28-8.
Fast schien es, als würde das Spiel nach dem 47-33 Halbzeitstand seinen, für die Brose Baskets Fans, gewohnten Gang nehmen. Doch die Mannen um den unermüdlich ackerten Hamann zeigte, dass sie Ihre 450 Fans, Uli Hoeneß und die Bayern-Raute auf der Brust nicht enttäuschen wollten. Sie kämpften und wäre nicht Benzing zur unglücklichen Figur geworden, wäre das Spieler sicherlich nochmal enger geworden. Es schien, als wollte er partout den besser postierten und jetzt groß aufspielenden Homan in der Zone nicht sehen wollen und statt zwei, drei einfachen Punkten endeten die Bayern angriffen in der Leere. Dies zeigte sichtlich Spuren beim US-Center, der sich kurze Zeit später zu einem unnötigen technischen Foul hinreisen lies. Dies nutzen die Mannen um Antreiber Gavel nun um das Spiel endgültig zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Beeindruckende Teamleistung der Bamberger
Bamberg bot über drei Viertel eine beeindruckende Teamleistung, vor allem Tucker (23), Jacobsen (18) und Gavel (14) untermauerten eindrucksvoll ihre Klasse. Beim FC Bayern sah man trotz des guten Auftretens einige Dissonanzen auf dem Feld. Vor allem die Homann (17) und Troutman (14) schienen öfters mit dem Spiel ihrer Kollegen unzufrieden und wurden trotz aussichtsreicher Position das ein oder andere Mal sträflich übersehen.
Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis der besondere Aufsteiger mit dem Weltklub im Hintergrund eine gewichtige Rolle im Kampf um die Meisterschaft einnehmen kann. Gestern wurde einem wieder vor Augen geführt, dass es einen großen Unterschied zwischen einem über Jahre aufgebauten Projekt und einer eingespielten Erfolgsmannschaft, die viele Schlachten geschlagen hat und einem neu zusammengewürfelten Haufen von hochqualitativen Akteuren gibt.
Ein Freak im Fanblock der Bamberger hatte es am Ende auf den Punkt gebracht. Ein Schild unter einer Puppe mit Brose Leibchen und Lederhose trug die deutliche Botschaft „Im Basketball haben wir die Hosen an“. Ob Freaky seine wieder zurück bekam?
Euer Kosmonaut
Sport1 Zusammenfassung: