Das gerechte Finale


Der Sport ist manchmal ganz schön ungerecht. Wer erinnert sich bei dieser Phrase nicht an das Championsleague Finale in München vor wenigen Wochen. Im diesjährigen Finale der Beko BBL ist das anders. Es ist das gerechteste Finale seit vielen Jahren. Keine Überraschung eines Underdog, kein Drama um den Titelfavoriten. Es stehen sich die beiden besten Mannschaften der abgelaufenen Saison gegenüber. Die Nummer eins gegen die Nummer zwei: Brose Baskets – ratiopharm Ulm.

Mit den Spatzen aus Ulm wartet sicherlich der schwerste Gegner auf den amtierenden Meister aus Bamberg. Die Überraschungstruppe von Trainer Leibenath zeichnet sich durch die richtige Mischung aus Können am Ball, Teamgeist und Kämpfermanier aus. Es passt diese Saison einfach alles bei den schwarz-weißen und die neue Ratiopharm Arena ist das i-Tüpfelchen auf diese überragende Saison, die selbst die Taten der Helden vergangener Tage um Jarvis Walker, Calvin Oldham und Co. in den Schatten stellt.

Bamberg ist nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Bonn mittlerweile in bester Play-Off Form. Die Artland Dragons hatten beim lupenreinen 3-0 „Sweep“ nicht den Hauch einer Chance und waren an beiden Enden des Feldes mit der geballten Power der Oberfranken überfordert. Ulm wird hier sicherlich ein besseres Match-Up bieten, vor allem wenn Comboguard und Topscorer Isiah Swann (15.3 ppg) wieder einsatzbereit ist. Für ihn sprang zuletzt Nationalspieler Per Günther (15.7 ppg, 3.8 apg) in die Bresche und entwickelte erstaunliche Führer- und Scorerqualitäten. Bamberg täte gut daran, die gegen Wunderzwerg Holston so erfolgreichen Verteidigungsvarianten um den bärtigen Verteidigungsminister Anton Gavel (11.6 ppg, 4.1 apg) noch einmal auszupacken und vor allem Ulm Dreierquote niedriger als zuletzt zu halten.

Spannend und vor allem knallvoll wird es in der Zone, wo mit Riesenwuschel und MVP-Center John Bryant (14.3 ppg, 9.3 rpg) und Tibor „T-Bone“ Pleiß (10.6 ppg, 7.3 rpg) in Bestform zwei echte Game-Changer aufeinander treffen. Auch der bissige Dane Watts (8.8 ppg, 6.3 rpg) und wurfgewaltige Keaton Nankivil (9.8 ppg, 12 Dreier in 6 Spielen) gegen den überragenden und eigentlichen Liga-MVP P.J. „Pitschi“ Tucker (19.3 ppg, 7.6 ppg) sowie den erfahrenen Altmeister Predrag Suput (8.0 ppg) versprechen hitzige und entscheidende Duelle.

Richtig gut in Fahrt ist momentan auch Ulm Flügelspieler Steve Esterkamp (12.3 ppg, 16 Dreier in 6 Spielen), quasi ein Casey Jacobsen (8.8 ppg) für arme, der eben diesen in der Verteidigung mächtig beschäftigen sollte.

Dennoch ist Bamberg das tiefer besetzte Team mit mehr Waffen im Arsenal. Das hat das Halbfinale gezeigt, als P.J. Tucker, Anton Gavel und Brian Roberts (11.7 ppg. 3.0 apg) die Drachen von der Dreierlinie zusammen geschossen haben und es Tibor Pleiß in der Zone hat krachen lassen. Zudem ist der Großteil des Meisterteam durch so n harten Play-Off Kampf zusammen gegangen, während Ulm Play-Off Erfahrung der letzten Jahre lediglich auf sechs Spielen anno 2012 beruht.

Zwar geht Ulm sehr sorgsam mit dem Spielgerät um und verbucht auch eine hohe Rate an Assists, aber gelingt es den Brose Baskets den Schwaben ein oder zwei Optionen im Angriff zu nehmen, könnte das bereits die halbe Miete sein. Ganz abgesehen davon, dass es für Ulm, trotz John Bryant als Korbwächter selbst schwer wird, die Bamberger Angriffswellen über eine gesamte Serie hinweg erfolgreich zu stoppen.

Foto: D. Löb

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