BBL-Ausblick: EWE Baskets Oldenburg


Das zweite Team in der Beko BBL-Ausblick Reihe ist eigentlich das erste. Es waren die EWE Baskets Oldenburg, die von allen Mannschaften als erste ihren Kader für die kommende Saison zusammengestellt hatten. Nach den Murksjahren unter Predrag Krunic hat man im Norden früh Nägel mit Köpfen gemacht und sich in Sebastian Machowski aus Braunschweig einen dynamischen neuen Übungsleiter geholt. 

Neuzugänge: Dru Joyce (G), Chris Kramer (G), Konrad Wysocki (F), Julius Jenkins (G)

An den Neuverpflichtungen sieht man eine durchaus konservative Handschrift des neuen Chefs an der Seitenline. Gescheiterte Experimente wie mit Starspieler Bobby Brown möchte man den Fans und der langjährigen Integrationsfigur Ricky Paulding wohl nicht mehr antun. Weniger (Starallüren) ist oft mehr (Erfolg), so könnte das Motto für die kommende Saison lauten.

Backcourt: Dru Joye, Chris Kramer, Julius Jenkins, Dominik Bahiense de Mello, Ricky Paulding, Kevin Smit

Auf den Aufbaupositionen ist Oldenburg wieder eines der besseren Team in der Liga. Der neue Spielmacher Joyce muss jedoch erst einmal beweißen, ob er auch eine vermeintliche Spitzenmannschaft führen kann und Kramer wird sich in seinem zweiten Profijahr in Deutschland nach seiner ordentlichen Saison in Würzburg weiter steigern müssen, was ihm durchaus zuzutrauen ist. Mit DeMello haben die Donnervögel einen der besseren Guards mit deutschem Pass in ihren Reihen, auch wenn dem ehemaligen Toptalent der große Durchbruch wohl auf ewig verwehrt bleiben wird. Bleiben am Ende noch zwei echte Beko-BBL Urgesteine und ehemalige Liga-MVPs. Pauling scheint gefühlt schon fast seit Kleinkindstagen in Oldenburg zu spielen und hat mittlerweile etwas von seiner Atheltik und damit auch von seiner Qualität eingebüßt. Jenkins sucht nach einem eher enttäuschenden Double-Gewinn-Jahr in Bamberg einen Neuanfang und möchte es noch einmal alles Zeigen, dass er noch nicht zu alten Eisen gehört. Beide Spieler sind an guten Tage immer für 30 Punkte gut, an schlechten aber eben auch nur für 3. Es wird an den anderen Spielern im Team liegen eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen und auf einige brilliante Auftritte von Jenkins und Paulding zu hoffen.

Bewertung: 7/10 Punkten

Frontcourt: Ronnie Burrell (F), Kevin Wysocki (F), Robin Smeulders (F), Adam Chubb (C), Jannik Freese (C)

Mit Burrell und Chubb hat man fähige lange Leute unter Vertrag. Beide haben in der vergangen Saison wohl ein wenig unter der Brown´schen Narrenfreiheit gelitten. Chubb hat es trotzdem zu einer 13/9 Saison geschafft und war damit einer der überragenden Centerspieler der abgelaufenen Spielzeit, ebenso war Burrell mit seiner Athletik mehr als solide in der Zone unterwegs. Mit Wysocki erhalten beide jetzt von einem ehemaligen Nationalspieler Unterstützung, der in Deutschland stets überzeugen konnte und zuletzt bei einem polnischen Spitzenclub ein wenig unter dem Radar war. Ein variabler Flügel, der gerne dahin geht wo es weh tut und eine echte Kämpfernatur ist. Er wird dem Spiel und dem Team der EWE Baskets sichtlich gut tun. Der junge Smeudlers hat gezeigt, dass er durchaus das Zeug zu einem vollwertige Rotationsspieler hat und wird als vierter langer Mann eine ähnliche Rolle wie zuletzt einnehmen, da bleibt für Freese nur Garbage Time.

Bewertung: 7/10

Oldenburg will wieder oben angreifen und setzt dabei auf bewährte Kräfte. Ein Kalkül, welches durchaus aufgehen könnte. Man hat die  wichtigen Akteure im Kader behalten und an den richtigen Stellen getauscht. Es wird spannend sein, ob Solidität in mehrfacher Form genügt und ob den Altstars noch einmal eine überragende Saison gelingt. Zumindest einer davor käme diesem Anspruch besser nach, wenn es mit dem Halbfinale klappen sollte. Machowski muss bei den Krunic-frustrierten Fans wieder die Lust am Basketball wecken, das tut man am besten über ein Spiel mit Einsatz und Kampf. Die richtige Charaktere hat er in Kramer, Wysocki und Chubb an Bord. Insgesamt ein durchaus interessanter Mix, der deutlich besser als zuletzt abschneiden sollte.

Euer Kosmonaut