Bambergs neuer Teddy


Pressekonferenztage in Bamberg sind immer etwas ganz besonderes. Meist liegt ein seltsamer Schleier aus knisternder Spannung und freudiger Erwartung über der Stadt bis man die Bekanntmachungen im Small Talk oder als Stehgammler in der Brauerei aufgeregt diskutiert. Selten wird man wohl so viele enttäuschte Meinungen hören wie heute. Viele hatten von Euroleague-Krachern als Ersatz für den abgewanderten Roberts gehofft, am Ende ist ein es US-Spieler mit einer Historie in Holland und Paderborn geworden.

Sergerio “Teddy” Gipson ist der neue Comboguard im Dress der Brose Baskets. Was sich zuerst vielleicht enttäuschend liest, wirkt auf den zweiten Blick wie die kühle Entscheidung nach strikten und wenig emotionalen Kriterien: 17,1 Punkte, 3,9 Rebound und 4,5 Assists pro Spiel für Pau-Orthez waren in Frankreich in einer Liga mit Tau Ceramicas neuem Spielmacher Taylor Rochestie und dem lange umworbenen Blake Schilb von Chalon. Jedoch stand der 32-jährige athletische Routinier dafür auch satte 37 Min. pro Partie auf dem Feld, deutlich mehr als die anderen Akteure. Die Kondition sollte also in jedem Fall vorhanden sein. Die Bank hat man für Gipson wohl nicht gesprengt. Yotam Halperin, David Logan, Blake Schilb wären wohl noch eine oder zwei Preisklassen darüber gelegen, aber warum sollte Bamberg für ein gewünschte Paket, ihm wird auch nachgesagt ein sehr guter Verteidiger zu sein, mehr ausgeben als sie unbedingt müssen.

Zum einen ist Bamberg bei Anton Gavels Verlängerung arg an die Schmerzgrenze gegangen um sich gegen Bayern München, türkische und griechische Klubs durchzusetzten. Zum anderen sind die langen Spieler naturgemäß sehr preisintensiv und neben Bostjan Nachbar werden noch zwei Akteure gesucht, die Bambergs Zone Euroleague-fest zu machen. Welche Preise hier aufgerufen werden, sieht man nicht zuletzt an Tibor Pleiß Konditionen bei Tau Ceramica. Eine Million Euro netto per anno soll der Kölner nun verdienen. Da können die Brose Baskets jeden Euro in der Kriegskasse brauchen im Kampf um die die langen Hünen.

Es überrascht jedoch, dass sich der dreifache Doublegewinner in Folge ausgerechnet für einen Roberts-Nachfolger entscheidet, der seine Mannschaft zuletzt bei 7 Siegen und 23 Niederlagen wieder direkt zurück in die LNB ProB, die 2. Liga Frankreichs, geführt hat, wo er auch die beiden Jahre zuvor auf eher gemäßigten Niveau aktiv war. Insgesamt sicherlich eine spannende Personalentscheidung, die m. E. durchaus positiv überraschen kann aber sich nicht zu den starken Verpflichtungen anderen BBL-Konkurrenten abgrenzt. Aber Gipson wird es bei den erfolgsverwöhnten Bamberger Fans nicht leicht haben und immer den Vergleich mit Brian Roberts, der so viele wichtige Punkte für die Brose Baskets erzielt hat,  ertragen müssen.

Aktueller Kader:

PG: John Goldsberry | Teddy Gipson | Daniel Schmidt
SG: Anton Gavel | Karsten Tadda
SF: Casey Jacobsen
PF: Power Forward | Bostjan Nachbar | Johannes Richter
CE: Center | Maik Zirbes | Philipp Neumann

Euer Kosmonaut

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