Die kleine Schwarze


Ich war auf der Suche nach einer neuen Kamera, die das Portfolio nach unten abrunden und so klein und variabel ist, dass sie immer dabei sein kann. Häufig ist bereits das rumschleppen von Systemkameras (ich hab eine Nikon 1 der V-Serie) lästig, von der Last einer globigen DSLR ganz zu schweigen. Das Anforderungsprofil war einfach, wohl wissend um die Einschränkungen dieser Klasse: maximal Hemdtaschengröße und 10 bis 20-fach Zoom. Eben genau das richtig für Städtetripps, Strandurlaube oder Bergtouren um in wenigen Sekunden ein paar schöne Impressionen, ohne höheren Fotografieanspruch, einzufangen. Nachdem ich einige Modelle angesehen hatte war die finale Wahl zwischen Canon PowerShots und Sony Cybershots. Letztendlich fiel meine Wahl auf die Sony Cybershot WX 350.

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Kleine Abmessungen

Zum einen ist sie vom Volumen her mit Abstand die kleinste Kamera in der Reisezoomklasse, zu anderen hat sie so angenehme Features wie 20-fach Zoom, W-LAN, NFC, starker Akku, Full-HD Video mit 60 Frames pro Sekunde und brauchbarer Weitwinkel. Die 18,2 MP Auflösung sind dabei nur sekundär, ebenso dass ich hier keine manuellen Einstellungen vornehmen kann. Dafür gibt es die anderen Kameraklassen.

Die Kamera ist wirklich klein (96 x 55 x 26 mm)-  mein Smartphone ist deutlich größer – und passt in jede Hemd- und Hosentasche oder Handtasche der Freundin. Dabei ist sie mit 164 g (inkl. Akku und SD-Card) ein echtes Leichtgewicht und sieht auch noch gut aus. Für sehr große Hände könnte die Bedienung problematisch werden, weil die Knöpfe klein sind und es keine Gripflächen gibt. Für mich (1.81 m Körpergröße) ist die Bedienung noch in Ordnung.

 

Große Brennweite immer dabei und nützliche Zusatzfunktionen

Natürlich stößt die Bildqualität an ihre Grenzen. Meine Nikon 1 ist hier klar überlegen und ein DSLR oder Vollformat erst recht. Bei gutem Wetter macht die Sony WX350 aber sowohl beo 25 mm wie auch bei 500 mm Brennweite ordentliche Bilder, die als Urlaubsschnappschuss allemal taugen. Selbst in Situationen mit schwierigeren Lichtverhältnissen oder diesigem Wetter kann sie ein Motiv noch einfangen. Ich bin vor allem glücklich mit dem großen Zoom auch wieder weiter entfernte Details einfangen zu können und das ohne Objektivwechsel und großes Gepäck. Die Leistungsstärke des Blitzes ist für diese Klasse gut, dennoch sollte man diese Kamera eher bei Tageslicht benutzen. Die Panorama-Funktion ist kein High-Light, hier bekommt man mit dem Smartsphone und Google Sphere deutlich bessere Ergebnisse.

Schön bei der Sony WX350 ist eben vor allem die Mobilität und der “Ready-to-shoot”-Modus, ohne dass man sich zum Sklaven moderner Technik macht. Das Übertragen von Fotos über WLAN oder NFC auf mein Smartphone oder Tablet ist wirklich prima und vor allem im Urlaub eine prima Sache um direkt Bilder online zu stellen oder zu versenden. Alles in allem auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden, der in der Reisezoomkameraklasse vor allem eine platzsparende Lösung sucht. Anspruchsvolle Fotografen werden mit der Bildqualität – vor allem beim Rauschen – unterhalb der Systemkameraklasse aber nicht glücklich werden. Für das Modell muss man aktuell knapp über 200 Euro investieren.

US-Trio sagt “hello”, einer “do videnia!”


Es scheint als würden Bambergs Macher beim Spielerkader rasch Nägel mit Köpfen machen wollen. Nachdem bereits mit Daniel Theis ein echter Coup gelungen war, gesellten sich in den vergangenen Tage gleich drei hochklassige US-Spieler hinzu: Power Forward Josh Duncan (Hapoel Jerusalem), Spielmacher Brad Wanamaker (Giorgio Tesi Pistoia) und Swingman Ryan Thompson (Telenet Oostende).

Maj sa dobre, Tono!

Bei aller Euphorie heißt es aber auch Abschied nehmen vom bisherigen DNA-Spieler und dem riesigen Herz der Brose Baskets. Anton Gavel verlässt Bamberg definitiv und möchte sich einer neuen Herausforderung stellen. Diese kann an der Isar liegen, jedoch gibt es wohl auch weitere potente Interessenten aus der Euroleague. Bamberg hat Anton Gavel viel zu verdanken, aber auch anders herum wird ein (Basketball-)Schuh draus. Nach einigen Wanderjahren als Rollenspieler durch die südeuropäischen Ligen, gelang Bamberg mit seiner Verpflichtung aus der Slowakischen Liga ein echter “Home Run”. Sieben nationale Titel fallen in die Gavel´sche Ära und der gebürtige Slowake hat sich von einem durchaus talentierten, aber nicht sonderlich herausragenden Akteur zu einem echten Spitzenspieler und “Spielermarke” gemausert. Nach so viel Erreichtem und den Jahren in der fränkischen Provinz, sei es ihm gegönnt noch einmal etwas anderes in seinem Sportlerleben zu erleben. Bamberg ist ihm in jedem Fall zu großem Dank verpflichtet, auch wenn es wieder Fans geben wird, die dies nun anders sehen. Denen ist aber eh nicht zu helfen. Maj sa dobre, Tono!

 

Die Neuen

Blicken wir aber nun voraus auf die drei neuen US-Amerikaner und das der Position auf dem Feld nach.

Der Spielmacher

Der erste im Bunde wäre somit Brad Wanamaker. Er war einer der Topspieler in der ersten Italienischen Liga und ist mit seinem Team erst im fünften Spiel am späteren Meister aus Mailand gescheitert.

Giorgio Tesi Pistoia (Lega A / ITA)
16.2 ppg | 2.9 rpg | 4.7 apg | 44 % 3er-Quote

Er ist Bambergs neuer Spielmacher Nr. 1 und bring viele mit, was man sich schon von Zack Wright versprochen hat. Gemeinhin gilt er als Playmaker mit ausgezeichnetem Pick and Roll-Verständnis und einem guten Zug zum Korb. Zwar ist er kein ausgewiesener Distanzwerfer, aber dafür mit guter Wurfauswahl und guter Quote. Dazu sind 1.93 m geradezu Gardemaß für die “Eins”, gepaart mit seiner Athletik sollte uns diese Physis vorne wie hinten etwas zählbaren geben. Wanamaker ist sicherlich noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Mit 24 Jahren ist er immer noch ein sehr junger Spieler, der aber bereits vier Jahre in guten europäischen Ligen hinter sich hat. Dabei war die abgelaufene Saison sein großer Durchbruch. Eine gute Basis, um in Bamberg den nächsten Schritt zu machen und eine erfolgreiche europäisch aktive Mannschaft zu führen.

Spielerseite Wanamaker von Pistoia mit Fotos und Videos

 

Der variable Forward

Die offizielle Bestätigung von Clubseite steht zwar noch aus, aber sowohl der Agent wie auch Ryan Thompson selbst bestätigen den Wechsel. Auf diesen Spieler bin ich erstmal bei den Live-Spielen zu Euroleague-Quali gestoßen. Dort hat es Oostende überraschend bis ins Endspiel geschafft und der US-Spieler war der überragende Akteur. Damals hatte ich mich gefragt, was ist das für ein Spieler? Er schien alle Positionen zu spielen. Mal Ballvorträger und Spielmacherersatz, mal Dreierschütze, mal Scorer in der Zone, mal Rebounder. Das komplette Paket hat er damals gezeigt und ein “Whow” bei mir erzeugt. Ähnliches erwartet man von keinen Bruder des NBA-Profis Jason Thompson.  Alles gut zu können, verhinderte wohl bisher eine NBA-Karriere, ist aber die beste Voraussetzung um in Europa ein dominanter Spieler zu werden. Dominant war seine Saison aus in Oostende, wo er neben der Fast-Euroleagueteilnahme auch den Pokal und die Meisterschaft feiern konnte.

Telnet Oostende (Ethias League / BEL)
16.3 ppg | 2.8 rpg | 2.2 apg | 43 % 3er-Quote

Der Rider-Absolvent spielt auf den Positionen Shooting Guard und Small Forward und erinnert nicht nur von seiner Physis her an den großen Michael Jordan: 1.98 m und 100 kg. Mit diesen Anlagen könnte er insgesamt etwas besser rebounden, aber es sind genug  anderen Anlagen vorhanden, die ihn zu einem echte “Steal” machen könnten. Er hat ein schier unerschöpfliches Arsenal zu Punkten: Einen sicherer Dreier, ein gutes Midrange-Game, Cleverness und Power sich am Brett durchzusetzen (er bringt gerne seinen Körper zwischen Gegner und Ball) und ein guter Werfer von der Freiwurflinie. Genug, um die gegnerischen Verteidigungsreihen zu vermehrten Aspirinkonsum zu nötigen. Er kann in Bamberg den ganz großen Durchbruch schaffen, wie bereits einige Amerikaner vor ihm. Ich traue ihm zu, dass er die Zuschauer von den Hockern der Brose Arena reißt, wenn diese bis Saisonbeginn nach dem Qualitätsdesaster wieder funktionsfähig sind.

 

Der Große mit dem großen Name

Duncan, als Tim einer der All-NBA-Greatest, als Josh der neue Power Forward der Brose Basket mit der Option zum schnellen Center.  Beim isrealischen Top Club war der Xavier-Absolvent im Eurocup Topscorer, in einer Mannschaft die mit vielen weiteren Starts gespickt war: Yotam Halperin, Lior Elyahu, Ronand Dupree, Derwin Kitchen, Bracey Wright.

Hapoel Migdal Jerusalem (Winner Super League / ISR)
15.0 ppg | 6.7 rpg | 1.0 apg | 47 % 3er-Quote

Der Amerikaner ist einer hervorragender Pick-an-Pop Spieler. Als Vierer oder Fünfer versenkte er einen Dreier pro Partie im Korb des Gegners, dazu ist er brandgefährlich mit seinem Mitteldistanzwurf, ein klassischer Back-to-the-Basket-Typ ist er also nicht. Die Kombi Wanamaker-Duncan kann man sich also bereits gut in der Funktionsweise vorstellen. Seine eher durchschnittliche Sprungkraft hindert Duncan jedoch nicht daran genug Wege zu finden, um sich auch am Brett durchzusetzen. Seine große Stärke ist auf jeden Fall der Wurf, seit 2011 lagen seine Dreierquoten nie unter 41 % und seine Freiwurfquote nie unter 84 %. Pest oder Cholera also für den Gegenspiel, wenn es darum geht Duncan werfen zu lassen oder zu faulen.

 

Was heißen die beiden neuen nun also für den Rest der Wackelkandidaten im Kader. Jamar Smith als Comboguard mit überragenden Wurf, Rakim Sanders als talentierter “Tweener” und Maik Zirbes als klassischer Brettcenter würden durchaus gut zum Rest passen. Nimmt man die Wackelkandidaten (egal ob Vertrag, Option oder sonst etwas) mal außer Acht, benötigt Bamberg wohl noch einen Spielmacher von der Bank, einen Comboguard, einen Flügelspieler und zwei Center. Dabei wären noch drei Plätze an Ausländer zu vergeben, zwei müssten Inländer sein. Durch den neuen isrealischen Pass wird ein Verbleib von “Fingerzeiger” D’or Fischer unwahrscheinlicher. Nach seiner guten letzten Saison ist eher davon auszugehen, dass er sich den Pass, passend zum Vornamen, vergolden lässt und in einer südeuropäischen Liga anheuert, wo die Ausländerregelung diesen speziell honoriert.

 

Bisheriger Kader (mit Vertrag oder Option)

Brad Wanamaker | Pos. 1 | USA
Jamar Smith | Pos. 1/2 | USA
Karsten Tadda | Pos. 2/3 | D
Ryan Thompson | Pos. 2/3 | USA
Rakim Sanders | Pos. 3/4 | USA
Elias Harris | Pos. 3/4 | USA
Johannes Thiemann | Pos. 4 | D
Daniel Theis | Pos. 4/5 | D
Josh Duncan | Pos. 4/5 | USA
Maik Zirbes | Pos. 5 |D

Andrea Trinchieri | HC | ITA

 

 

Andiamo Brose Baskets!


Die Lage unter Bambergs Basketballfans hat sich wieder merklich beruhigt. Das liegt vor allem am neuen Chefcoach der Brose Baskets, Andrea Trinchieri. Der Italiener hinterlässt mit seiner eigenen Art bisher einen hervorragende Eindruck und es fällt jedem Basketballinteressieren schwer, sich der Aura des ehemaligen Kazan-Trainers zu entziehen.

In seinem ersten großen Interview mit Spox.com wurde deutlich, dass Trinchieri eine durchaus interessante  und intelligente Sicht auf die Liga hat. So das Zeug zum Kulttrainer könnte man ihm attestieren, wenn man den Vergleich von Jan Pommer mit Steve Jobs oder die Aussagen, dass die Bayern nerven, sieht. Auf jeden Fall bringt er eine neue, souverän-interlektuelle Qualität in die Außendarstellung der sportlichen Führung.

Bevor sich jemand langweilt, warne ich jeden vor: Ich werde im Interview häufig ein Wort aus dem Englischen nutzen, um die Entscheidung zu erklären. Es lautet: “sustainability”. Die BBL ist die nachhaltigste, stabilste und zukunftsfähigste Liga außerhalb der NBA. – Andrea Trinchieri

Spox.com Interview mit Andrea Trinchieri

Altlasten will das Sportmanagement dem neuen Majestro an der Seitenlinie keine hinterlassen und das ist auch gut so. Deshalb war es nur konsequent die Optionen bei Jared Jordan und Sharrod Ford nicht wahr zu nehmen. Ein nahezu unbesetzer Kader ermöglicht eine Mannschaft nach dem Gusto von Trinchieri.

 

Freie Hand

Aus dem letztjährigen Stammkader haben nur Elias Harris, Jamar Smith und Rakim Sanders einen Vertrag für die kommen Saison, auch bei Center Maik Zirbes gibt es wohl irgendeine Vertragsoption auf der einen oder anderen Seite. Wobei davon auszugehen ist, dass die beiden, im vergangenen Jahr teils enttäuschenden, Amerikaner abgegeben werden sollen. Bleiben hingegen wird Karsten Tadda und das bis 2016. Trinchieri hat keinen Heel daraus gemacht, den Gundelsheimer unbedingt behalten zu wollen, weil er dessen Spielweise schätze und ihn als große Integrations- und Identifikationsfigur sieht.

Den zuletzt gescholtenen Tadda, Harris und wohl auch Zirbes, wird ein gewisser Neuanfang gut tun. Vor allem die beiden Insidespieler würden sicherlich profitieren, wenn sich das Spieler der Bamberger wieder etwas ausgeglichener zwischen Inside-Outside-Game gestaltet.

Dass dies möglich erscheint, zeigt die erste Neuverpflichtung. Mit Daniel Theis aus Ulm wird sich ein weiterer Nationalspieler zu den bewährten Kräften gesellen. Der 23-jährige Forward gilt als der kommende deutsche Spieler in der Liga. Mit seiner Verpflichtung haben die Brose Basket in der Szene ein echtes Ausrufezeichen gesetzt, auch wenn sich Ulm Manager öffentlich über ein unverschämt hohen Angebot spricht. Pleiß und Theis reimt sich nicht nur hervorragend, sondern werden die kommenden zehn Jahre den Frontcourt der deutschen Nationalmannschaft dominieren. Der gebürtige Salzgitterer bleibt bis mindestens 2016 und ist einer der Köpfe, um die Trinchieri eine nachhaltig erfolgreiche Mannschaft bauen will.

Statistiken Daniel Theis (ratiopharm Ulm 2013/14)
9.7 ppg | 6.2 rpg | 1.3 bpg in 21 Min.

 

Geht Gavel, kommt Duncan?

Zwar dementieren bisher alle Parteien vehement, dass eine Entscheidung in der Causa Anton Gavel gefallen ist, ein Abschied liegt momentan jedoch irgendwie näher als ein Verbleib. Angeblich bezahlt der FC Bayern München dem Deutsch-Slowaken 1.2 Mio. US-$ für zwei Jahre (Quelle: sportando.net). Bis Ende des Monats sollte eine Entscheidung auch öffentlich werden, um den Investitionsstau aufzulösen.

Einige amerikanische Topspieler aus europäischen Ligen werden momentan mit Bamberg in Verbindung gebracht. Zwar gab Trinchieri im Spox.com Interview bekannt, dass ihn der FC Bayern München nerve, weil sich bei jeder Spielerverpflichtung störend aktiv würden, aber bei den gehandelten Namen ist die Konkurrenz groß und sogar noch größer als die von der Isar.

Sehr weit fortgeschritten scheinen die Bemühungen um den variablen US-Power Forward Josh Duncan vom israelischen Top-Club Hapoel Jerusalem zu sein. Laut Sportando.net wird der 2.03 m Athlet einen Zweijahresvertrag unterschreiben. Zuletzt soll auch Euroleague-Sieger Maccabi Tel Aviv Interesse gezeigt haben. Er gilt als sehr konstanter Spieler mit gutem Gefühl für das Spiel, der immer eine erwartbare Leistung abruft. Zudem ist er ein guter Schütze aus allen Distanzen, bis hinaus zur Dreierlinie, was vor allem bei “Pick and Pop”-Situationen zur Geltung kommt.

Statistiken Josh Duncan (Hapoel TA 2013/14)
14.9 ppg | 6.7 rpg | 47% 3er in 26 min.

Eher unwahrscheinlich wird damit die Verpflichtung von Ex-Cantu Spieler Marty Leeunen, den Trinchieri bereits dort mehrere Jahre in seinem Team hatte und als echter Glue-Guy gilt mit hohem Basketball-IQ gilt. Mit Harris, Theis und eben Duncan wäre die Position bereits sehr stark besetzt. Ein anderer gehandelter Name ist Carlon Brown, ein Statistik-füllender (19,6 Punkte, 4,6 Rebounds und 4,5 Assists) Shooting Guard von Hapoel Tel Aviv. Aktuell ist aber wohl Olympiakos Piräus das Team, mit den größten Chancen auf den Amerikaner.

 

Der Kader

Elias Harris / 2.03 m / PF / D
Karsten Tadda / 1.92 / SG / D
Daniel Theis / 2.04 m / PF / D
Josh Duncan / 2.03 m / F / USA (?)

Maik Zirbes / 2.08 m / C / D (?)
Rakim Sanders / 1.96 m / F / USA (?)
Jamar Smith / 1.91 m / G / USA (?)

Es wird ein spannender Sommer in Bamberg. Ich selbst freue mich wie ein kleines Kind auf den neuen Zyklus und welche Spieler der Eurocup-Trainer des Jahres nach Bamberg lotsen kann. Zu hohe Erwartung sollte man jedoch nicht haben, wie hatte er doch betont,  dass in Kazan 90 % des Etats in die Spieler wanderte, in Bamberg seien es nur circa 50 %. Doch ihm liegt dieses nachhaltige Haushalten in die Investition als Programm in Infrastruktur und Nachwuchs mehr am Herzen als nur große Namen zu coachen.

Mit dem BMW i3 auf Testfahrt


Elektrisch durch den Stadtverkehr könnte die Zukunft der Mobilität sein. Ich habe das Szenario bereits einmal mit dem brandneuen BMW i3 testen können. Dabei war das, oft kritisierte, Fahrgefühl durchaus vielversprechend und auch das fehlende Motorengeräusch war eher angenehm als irritierend. Das leichte Surren erinnerte sogar ein wenig an Science Fiction. Besonderd beeindrucken ist die Beschleunigung an den Ampeln. Ein kurzes Antippen des Gaspedals und innerhalb weniger Sekunden ist das Auto bei 70 bis 80 km/h, während die Verkehrsteilnehmer hinter einem, noch bei der Gangsuche sind. Das geht richtig ab, ähnlich wie bei einer Achterbahn. Zu meiner Verteidigung muss ich anbringen, dass ich extra auf Landstraßen mit Ampeln in der 100er-Zone ausgewichen bin um die Beschleunigung zu testen. Ebenso beeindruckend ist die Durchzugskraft des Elektroautos auf 120 bis 130 km/h – bei 152 km/h Spitze ist übrigens Ende.

Aufmerksamkeitserreger mit praktischen Mängeln

Ein Hingucker war das Vehikel allemal. Während sich nach einem Porsche 911 heute niemand mehr umdreht, hatte ich im i3 durchaus Aufmerksamkeit und die Gelegenheit zu Small Talk. Cool ist dabei auch der Innenraum mit großen Displays und extrem leichten Materialien, die aber manchmal nicht ganz so hochwertig wirken wie ein hochwertiges Wurzelholzdekor. Auch die fehlende B-Säule und die somit umgekehrt zu öffnenden Türen im Fond sind ein netter Gag, jedoch unpraktisch, weil sich die hinteren Insassen nur sehr beschwerlich selbst aus dem modernen Fahrzeug befreien können. Auch eine Art Kindersicherung. Der Kofferraum ist, wie bei allen Elektroautos klein, reicht aber für einen Wocheneinkauf und eine Kiste Bier aus.

Das Zeug zum sehr, sehr teuren Zweitwagen

Für den Einsatz als Zweitwagen für den Transfer von der Wohnung zum Arbeitsplatz oder für Einkäufe ist das Auto auf jeden Fall geeignet, für lange Autobahnfahrten aufgrund des Topspeeds und der begrenzten Reichweite eher nicht. Zwar hat mich das Fahrgefühl im Stadtverkehr durchaus überzeugt, aber bei einem Listenpreis des Testwagens von 55.709 €, bleib ich aus rein wirtschaftlichen Gründen wohl noch einige Jahre beim normalen Benzin-Automobil.

Unterm Strich wirkt’s manchmal recht nütern


Leicht fällt es mir nicht, die Ereignisse der vergangenen Tage und Woche zu sortieren und einen objektiven Maßstab an den Tag zu legen. Einen objektiven Maßstab, den viele Meinungen rund um den Status Quo der Brose Baskets in Bamberg sträfliche vermissen lassen. Vielmehr zeigen sich Parallelen zu den Bürgerkriegsartigen Zuständen in der Urkraine, nur dass sich in Franken auf die Waffengattung “Wort” beschränkt wird. Eine Spaltung der Fangemeinde scheint unausweichlich. Entweder Du stehts auf der Seite des mächtigen Clubeigners Michael Stoschek oder eben auf der Seite von Wolfgang Heyder und Chris Fleming.

Dabei war es auch die kontraproduktive Kommunikationspolitik des Aufsichtsrats, die zu Eskalation beitrugen. Der Erfolgsunternehmer musste lernen, dass die emotionale Anhängerschaft mit anderen Botschaften zu adressieren ist, als es in einem B2B-Umfeld mit Managern und Fachpresse üblich sind. Dennoch geht die Michael Stoschek entgegen gebrauchte Kritik bisweilen zu heftig unter die Gürtellinie. Zurecht fordert er mehr Respekt für seine Leistung seit vielen Jahren für die Brose Baskets ein.

Eine gemäßigte Mitte, zu der ich mich zähle, geht im Wortgefecht der polarisierenden Meinungen fast unter. Es folgt der Versuch die vorgetragenen Entscheidungskriterien von Michael Stoschek zu reflektieren und die Entscheidung, die ihm als verantwortlicher Eigentümer zusteht, auch so zu akzeptieren.

 

Ziele verfehlt

“Die Ziele und die Realität waren in dieser Saison weiter auseinander als je zuvor. Die gesamte Leistung war im Vergleich zu dem Aufwand, den wir treiben, noch nie so schlecht.” -Michael Stoschek

Auf den ersten Blick es hieran keinen Zweifel zu geben und auch beim zweiten und dritten werden die Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität mehr als deutlich:

  • 2009/10: Deutscher Meister und Pokalsieger, Eurocup Last 16 2S/4N
  • 2010/11: Deutscher Meister und Pokalsieger, Euroleague Vorrunde 4S/6N
  • 2011/12: Deutscher Meister und Pokalsieger, Euroleague Vorrunde 3S/7N
  • 2012/13: Deutscher Meister, Pokal Viertelfinale, Euroleague Top 16 3S/21N
  • 2013/14: Play-Off Viertelfinale, Pokal Halbfinale, Euroleague Vorrunde 3S/7N, Eurocup Last32 S3/3N

Um eine gerechte Wertung abzugeben, müssen die Saisonziele betrachtet werden, die von offizieller Seite wie folgt formuliert wurden:

Kontinuität in den Ligen. Also Meisterschaft (wenn auch nicht zwingend Erster) und Euroleague (möglichst das Erreichen der TOP 8). - wbeyersdorf.de unter Berufung auf Wolfgang Heyder

“Das Ziel muss aus meiner Sicht sein, auf jeden Fall ins Halbfinale zu kommen, möglichst ins Endspiel.”Wolfgang Heyder (nach dem Euroleague-Aus)

Der Interpretationsspielraum ist hier gering. Am Ende muss klar attestiert werden, dass alle sportlichen Ziele klar verfehlt wurden, auch wenn Wolfgang Heyder klar betont, der der Titel kein Automatismus sein kann. Sofern ist der Aussage von Michael Stoschek kaum etwas hinzu zu fügen. Sie ist sachlich korrekt. Selbst die spielerische Leistung auf dem Feld bliebt hinter den Erwartungen zurück. Von einem Desaster zu sprechen, ist jedoch übertrieben. In der Euroleague waren individuelle Fehler für zwei entscheidende Niederlagen verantwortlich, im Spiel um Platz 1 sowie in der Playoffs Serie gegen die Artland Dragons bei den knappen Heimspielen ebenso. Wären in jeweils einer Spielszene jeweils anderen Entscheidungen getroffen worden, dann wäre Bamberg im Top16 gestanden und würde jetzt mit ALBA Berlin um den Einzug in das Beko BBL Finale kämpfen. Ob man dies Chris Fleming anlasten kann, darf durchaus kontrovers diskutiert werden.

 

Spieler entwickelten sich nicht weiter

Julius Jenkins und Jared Jordan wurden als prominente Beispiele gebraucht, um eine negative Entwicklung zu attestieren. Natürlich kommt einem er ehemaliger Bonner Spielmacher sofort in den Sinn. Große Erwartungen waren an den vermeintlichen Königstransfer verknüpft. Er sollte endlich die ordnende Hand sein und als letzten Puzzleteil den Erfolg bringen. Eine neue Rolle, der späte Saisonzeitpunkt und die promte Verletzungpause machten dem Floor General das Leben schwer. An seine Glanztaten in Bonn, konnte Jordan in Franken nicht anknüpfen.

Effektivitätswerte Beko BBL

Jared Jordan: 16.4 (2013/14 in Bonn) > 10.8 (2014 in Bamberg)
Julius Jenkins: 12.1 (201/11) in Berlin) > 7.7 (2011/12 in Bamberg) > 11.0 (2012/13 in Oldenburg)

Anton Gavel:  14.3 (2012/13) > 12.2 (2013/14)
Maik Zirbes:  11.2 (2012/13) > 9.4 (2013/14)
Philipp Neumann: 7.3  (2012/13) > 6.0  (2013/14)
Karsten Tadda: 4.1 (2012/13) > 2.9 (2013/14)
Sharrod Ford: 13.8 (2012/13) > 10.3 (2013/14)

 

Alle U30-Stammspieler (Casey Jacobsen und John Goldsberry bleiben bewusst unberücksichtigt), haben in dieser Saison einen klaren Abwärtstrend zu verzeichnen. Auch die jungen Nationalspieler, von denen eigentlich erwartet werden konnte, dass sie einen Schritt nach vorne machen anstatt zu stagnieren. Die eigene Verantwortung der Spieler bei einer solchen Entwicklung darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Nicht in jedem Falle ist ausschließlich der Headcoach dafür verantwortlich zu machen. Zu häufig sind es auch persönliche Befindlichkeiten der Spieler oder ein neues Teamgefüge und eine andere Rolle, welches in die Einzelbetrachtung einbezogen werden muss.

 

Viele Nachverpflichtungen

Die Fluktuation in den beiden letzten Kadern war überdurchschnittlich. An das Märchen der Kostenneutralität, die immer wieder kolportiert wurde, ist nur schwer die glauben. Zumindest Matt Walsh und Jared Jordan haben ordentlich Ablösesumme gekostet, dabei mag es Ironie des Schicksals sein, dass sie in Bamberg wegen Verletzungen nicht richtig zur Entfaltung kamen. Die beiden besagten Amerikaner sowie ihre teils prominenten Kameraden gehörten ob ihrer Vita allesamt nicht unbedingt zur Kategorie “Sonderschnäppchen”. Dabei war der Kader zu Saison 2013/14 wirklich durchdacht zusammengestellt. Leider hat er sich auf dem Platz nur nie gefunden.

Nachverpflichtungen während der Saison

Saison 2010/11: 1
Saison 2011/12: 0
Saison 2012/13: 4
Saison 2013/14: 4

In der Tat ist es auffällig, dass sowohl in der vorletzten, wie auch in der vergangenen Saison viele Wechsel im Spielerkader waren. Während vergangene Saison die Nachkäufe noch in einem Titel resultierten (am Ende stand davon nur Alex Renfroe im Kader), war die Bilanz zuletzt trotz der teilweise etablierten Qualitätsspieler mau. Gerade zuletzt hat Bamberg eigentlich gut nachverpflichtet. Die tragische Verletzungshistorie von Novica Velickovic und die Ablehnung der Führungsspielerrolle von Zack Wright machten Handeln notwendig. D’Or Fischer erwies sich als goldrichtiger Zugang und auch Nationalspieler Elias Harris sowie Spielmacher-Crack Jared Jordan erschienen als “No-Brainer”. Ein wichtiger zweiter und dritter Führungsspieler in der jungen Mannschaft neben Anton Gavel war dennoch nicht im Kader präsent.

 

Probleme gegen schwächere Teams

Er hat bei uns ein Aufsteiger noch nicht einmal Respekt, der gegen uns spielt. - Michael Stoschek

Die Liga ist ausgeglichener geworden, dennoch missfiel es Michael Stoschek, dass sich die Brose Baskets immer wieder gegen die schwächeren Team schwer taten. Gefühlt würde ich ihm recht geben, doch es lohnt ein Blick auf die Zahlen. Im Schnitt wurden die Spiele gegen die fünf schwächsten Teams mit respektablen 13,9 Punkten Unterschied gewonnen. Eine Zahl, die auch in der Höhe durchaus legitim ist und einen Qualitätsunterschied vermuten lässt. Verzerrt wird die Statistik aber ein wenig durch den Kantersieg gegen die S.Oliver Baskets beim Jared Jordan Debüt mit sage und schreibe +38 Differenz. Ganze sechs Partien gingen am Ende mit sechs oder weniger Punkten an die Brose Baskets, verloren haben sie dafür keine einziges der insgesamt zehn Spiele.

Siege-/Niederlagen-Bilanz:

Insgesamt: 31 Siege / 11 Niederlagen
Playoff-Halbfinalisten: 6 Siege / 10 Niederlagen
Last5-Teams: 10 Siege / 0 Niederlagen

Gegen die vier Halbfinalisten sieht es anders aus. Hier ist die Bilanz (Ligaspiele, Pokal, Playoffs) klar negativ. Sechs Siege gegen die Artland Dragons, den FC Bayern München, ALBA Berlin und den EWE Baskets Oldenburg stehen zehn Niederlagen gegenüber. Dabei war vor allem die Ausbeute ab der Halbserie bei nur noch zwei Siegen und sieben Niederlagen gegen das Quartett schon ein Fingerzeig zur Wettbewerbsfähigkeit.

 

Sportlich nachvollziehbare Trainerentscheidung

Unterm Strich kann man die Entscheidung sportlich wohl nachvollziehen – frei von jeglicher Sympathie oder eigenen Loyalitätsvorstellungen. Die sportlichen Ziele wurden verfehlt, die Attraktivität des gezeigten Sports lies häufig zu wünschen übrig und die Entwicklung als Kollektiv sowie individueller Spieler war am Ende negativ. Der Zyklus ist am Ende und der Kredit an Vertrauen in Chris Fleming, für den Beginn einen neuen erfolgreichen Abschnitts, war bei dem Entscheidungsträger verbraucht. Somit musste es zweifellos zu einer klaren Trennung kommen, auch damit der Trainer nicht von Beginn an unter Dauerfeuer steht. Mit dem Namen Fleming bleibt ein Rekord für die Ewigkeit in der Bamberger Basketballhistorie: 7 Titel sind eine grandiose Bilanz die bleiben wird.

 

Heyder wird fehlen

Noch bedeutender ist der Rückzug des Architekten der Basketballerfolggeschichte, Wolfgang Heyder. Für die Stelle des sportlichen Leiters konnte man sich keinen Besseren vorstellen: Workaholic, Experte, Nachwuchsförderer, Lospolterer, Bamberger Original, Herzblutopferer. Freiwillig heißt es, aber ebenso, dass es deutliche Differenzen zwischen ihm und dem Inhaber zur sportlichen Analyse und Ausrichtung gegeben hat. Zwei Alphatiere in einem Gehege geht selten gut. Umso konsequenter ist der Schritt des ehemaligen Managers, bevor er einem ständigen Kampf ausgesetzt ist, den er nicht gewinnen kann. Ein Denkmal gehört ihm gesetzt. Dort im Mittelgang zu den Gästekabinen. In der typischen Wolle-Pose mit grimmig-zusammengezogenen Augenbrauen und der abwinkenden Gesten, wenn er sich über eine Entscheidung auf dem Feld ärgerte. Er wird fehlen, sportlich und als Kultfigur am Rande.

 

Lieferverpflichtung

Welche Köpfe denen neuen Zyklus beginnen sollen wird spannend. Wolfgang Heyder hatte einen Plan, Michael Stoschek hat einen anderen. Letzterer ist nun am Zug. Jede Verpflichtung wird nun mit Argusaugen beobachtet werden. Letztendlich darf jetzt derjenige liefern, der das – in genau diesem Wortlaut – mehr als einmal von seinem sportlichen Führungspersonal eingefordert hat. Statt auf kleine Brötchen gut zu finden, schätze ich den Brose-Magnaten eher in der Kategorie “think big”. Ich harre der Dinge und blicke mit einer gewissen Vorfreude auf das Kommende.

Euer Kosmonaut