Abgefahren anders

Die Post – zu doof zum Briefe versenden


Gestern haben wir versucht eine Dienstleistung der Post in der Provinz in Anspruch zu nehmen. Unserer lieben Freundin Jule wollten wir etwas vom kleinen Sand am Main ins große Berlin schicken. An sich hätte dies kein Problem darstellen dürfen, wenn nicht die Inkompetenz der Mitarbeiterin in dem kleinen, verrauchten Büro dem im Wege gestanden hätte.

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So bekamen wir heute überraschend Post. Aktuell weiß ich nicht ob ich mich über so viel Blödheit aufregen oder einfach nur lauthals lachen soll.

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Liebe Post, wir werden jetzt zukünftig nicht mehr nur die Postsache richtig herum auf den Tresen legen (wie in diesem Fall bereits passiert), sondern zusätzlich farbige Post-It’s mit dem Bemerkungen “Achtung Vorderseite: Da muss es hin!” und “Vorsicht Rückseite: Da kommt es her!” anbringen.

 

Unsere Mütter, unsere Väter und ich selbst


Quelle: ZDF

Quelle: ZDF

Es war eine sehr beeindruckende und wichtige TV-Triologie im ZDF. “Unsere Mütter, unsere Väter” hat den mörderischen und grauenhaften Alltag Generation, die wir nur als unsere liebevollen Großeltern kennen beleuchtet. Eine Generation, die mit ähnlichen Träumen ins Erwachsensein gestartet ist.  Erfahrungen des ZDF-Dreiteilers und Erzählungen meines beliebten Großvaters haben mich auf die Idee eines Experiments gebracht. Eines Großvaters der als sehr gläubiger und praktizierender Chris den Spagat als Wehrmachtsoffizier an der russischen Front erleben musste, spät über den Krieg mit mir sprach und bis tief in die 90iger Lebensjahre nachts unter posttraumatischen Belastungsstörungen litt. Ein Experiment, in dem ich Parallelen meines jetzigen Lebens mit der damaligen Generation zeichnen möchte: Wie hätte ich das Damals empfunden und erlebt.

Genervt vom kalten Wetter

Es ist schon tiefer März und ich werde nicht müde mich über das kalte Wetter hier in Bamberg zu beklagen: 20 cm Schnee, 0 Grad Celcius. All das in Einer beheizte Wohnung mit Ledersofa und kuscheliger Decke, Blick auf den großformatigen LED Fernseher. Dazu modernste warme Winterkleidung. Blicke ich an mir herunter, dann sticht mir das weiß-rot-blaue Tommy Hilfiker-Logo ins Auge. In der Kaffeemaschine rödelt wärmender Chai-Latte-Tee aus Kapseln vor sich hin und ich freue mich auf Janinas warme Mahlzeit aus der Jamie-Oliver-App.

Schnee, immer wieder dieser verdammte Schnee, dabei hat der Staatsführer ja verlauten lassen, dass wir  Weihnachten wieder zuhause wären. Jetzt ist schon tiefer März und um die drei Meter Schnee. Die dünnen grauen Feldjacke ist ein blanker Hohn bei Väterchens Frost -30 Grad da draußen. Eingegraben liegen wir in einem dreckigen Erdbunker tief in den Weiten Russlands. Ich schaue in leere Gesichter, manche bereits durch Erfrierungen gekennzeichnet. Wenn ich den Anblick nicht mehr ertragen kann fällt mein Blick auf das rot-weiß-schwarzes Eisernes Kreuz 1. Klasse Stoffemblem an meiner Uniform. Wir schmelzen Schnee um überhaupt etwas  zu Trinken zu haben und nehmen den einheimischen Bauern ihre letzten Hühner oder erlegen kleine Waldtiere vor lauter Hunger.

Nachtleben mit Freunden

Es ist Nacht über Bamberg. In der romantischen Innenstadt treffen ich mich mit Sanna, Rainer, Olli und Steffen in der Soda-Bar, über deren Eingang eine helle Laterne Licht spendet. Zu hämmernden Beats bestellen wir russischen Wodka, ein echter Angriff auf die Geschmacksnerven. Mein Smartphone macht sich bemerkbar. Janina, meine Freundin, ruft an. Ein aktuelles Bild in 16 Mio. Farben wird im Display angezeigt und wir freuen uns auf das Wiedersehen später. Es entbrennt eine Diskussion um die aktuelle Mobile-Technik. Wäre es nicht Zeit, nach gut einem haben Jahr auf ein modernes Modell zu wechseln?. Steffen referiert welch gutes Standbein doch die Zahnmedizin sei, Sanna kritisiert die Europapolitik der der Bundesregierung. Dabei müssen wir uns ob der Lautstärke schon fast anschreien und ein Wort zu verstehen. Zum Abschied herze ich alle nochmals und mache mich auf den Nachhauseweg.

Es ist stockdunkel, die Nacht ist über einer belangloses Stadt tief im russischen Hinterland hereingebrochen. Kaum ein Stein steht mehr auf den anderen, die einzige Beleuchtung kommt von einer Leuchtrakete, die den bevorstehenden Angriff des Ivan ankündigt. Ich schaue erst durch den Feldstecher und dann noch einmal auf ein vergilbtes Schwarzweissfoto meiner Liebsten und mir schießt unweigerlich der Gedanken durch den Kopf, ob ich sie jemals wiedersehen werde. Ohrenbetäubender Lärm, wir stehen unter schwerem Beschuß. Dröhnender Detonationslärm wird durch lautes Schreien von Befehlen und Schmerzenschreien heraus unterbrochen. Die alte russische Technik funktioniert tadellos und ich verfluchte diese T-34 Panzer. Ich muss ansehen, wie ein Kugel Olli mitten ins Herz trifft. Er fällt einfach um, eine lange Freundschaft ist einfach so zu Ende. In irgendeiner verdammten russischen Hausruine, tausende Kilometer davon entfernt, wo sie begann. Ich wünsche, ich könnte meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Noch eine letzten Umarmung, aber der Krieg hat mich verändert und abstumpfen lassen. Ich denke kurz an die sorgenlose Friedenszeit in unserer Eckkneipe zurück. Olli ist tot, Steffen hatte es vorherigen Monat ein Bein zerfetzt. Von Sanna und Rainer fehlt jeder Spur, seit dem sie nach Kritik gegen den Deutschen Eroberungsfeldzug in Europa von der Gestapo geholt wurden. Ich feuere eine Salve nach der anderen auf die anstürmende Russen ab und blende aus, dass auch diese Menschen in den braunen Uniformen Familien und Freunde haben, die um sie weinen und sie nie mehr wiedersehen werden. Danach folge ich dem Befehl zum Rückzug.

Arztserien und Urlaubsplanung

Mittwoch Abend, meine Freundin Janina schaut Arztserien: Grey, Private Practise. Anschließend schalten wir das Radio für ein wenig Musik an und tauschen uns über den Arbeitsalltag aus und beginnen einen Diskussion um den gemeinsamen Urlaub. Janina berichtet über Terminstreß als Redakteurin. Wir müssen mal wieder raus aus dem Arbeitsalltag.

Der Fronturlaub wurde gerade noch genehmigt. Am Mittwochabend treffe ich in Bamberg ein. Die Wohnung ist leer. Die Freundin hat keinen Urlaub bekommen. Die Verluste an der Front sind mittlerweile so stark, dass alle Lazarettschwestern unverzichtbar sind. Ich denke an sie und schalte den Volksempfänger an. Bestimmt muss sie gerade wieder das Radio auf maximale Lautstärke drehen um das Geschrei der Verwundeten zu übertönen oder seit Stunden ohne Pause beim Operieren ohne Betäubungsmittel assistieren. Sie muss das volle Leid des verdammten Kriegs täglich mit ansehen. 

Budapester Erinnerungen

In der Abflughalle erscheint der Aufruf zum Boarding des Air Berlin-Flugs nach Budapest. Wir freuen uns auf die schöne Donaumetropole, in der ich während meines Studiums gelebt habe. In einem Anflug von Melancholie berichte ich von den ausgelassenen Wodkaparties mit der Polin Marta und den schönen Erlebnissen mit meiner ukrainischen Freundin Evhenia. Wir schlagen den Reiseführer auf und lesen das Kapitel zum jüdischen Viertel. Ich erzähle vom beeindruckenden Denkmal am Parlament zur Deportation der Juden Budapests.

Die Front kommt Deutschland immer näher, mein Befehl lautet mich auf den Weg nach Budapest zu machen. Meine Einheit soll die dortige SS-Divison im Kampf gegen den Bolschewismus unterstützen. Mit ehrenhaften Soldatentum hat das alles nichts mehr zu tun, Politik spielt im eigenen Handeln längst keine Rolle mehr.  Man wartet einfach nur auf das Erleben des nächsten Morgen, halt alle Menschlichkeit und Hoffnungen ausgeblendet. Ein Standartenführer erklärt bei der Lagebesprechung, dass wir im Morgengrauen das jüdische Viertel räumen. Ich Erinnere mich an unsere Taten im Ostfeldzug der vergangenen Jahre. Wo ich in Polen beim Partisanenkampf zu Beginn eine junge Frau namen Marta noch in den Wald entkommen habe lassen, nahm die Verrohung der Sitten im Kriegsverlauf doch deutlich zu. Evhenia, eine Ukrainerin auf der Etappe, ausgerechnet ist musste bei der Erschießung auf die anlegen. Peng.

Wiedersehen

Zwei Nächte konnten wir nicht zusammen in einem Bett schlafen. Ein Seminar “Digitales Marketing 2013″ in Berlin war schuld. Die An- und Abreise mit dem ICE war problemlos und das Hotel modern, mit vier Sternen ausgestattet und allem möglichen Komfort. “Schon, dass Du wieder da bis, ich hab Dich vermisst”, kommt es Janina über die Lippen und auch ich freu mich nach drei Tagen Dienstreise wieder in meine soziales Umfeld zurück zu kommen. Wir treffen uns das kommenden Wochenende mit Sanna, Rainer, Steffen und Olli in der Soda Bar. Dort haben wir Spaß wie eh und je, diskutieren notgedrungen laut. Wir lauschen lauter Elektromusik, füllen sechs Gläser und trinken eine Runde Schnaps auf unsere Freundschaft.

Sechs Jahre mag es nun her sein, dass ich Janina das letzte mal gesehen habe. Zehn Jahre seitdem dieser schreckliche Krieg ausgebrochen ist. Gesehen haben wir uns während der Kriegsjahre nur vier oder fünf mal. Das erste mal verspüre ich wieder so etwas wie Gefühl und Freude, nein Hoffnung. Dabei weiß ich nicht ob sie auf mich gewartet hat oder noch am Leben ist. Ich bin ein gebrochener Mann, der aus dem Zugabteil steigt. Ich klingle an der Haustüre und eine ebenso gezeichnete Frau öffnet mir. Sie ist mir fremd und dennoch weiß, ich dass sie es ist. Wir fallen uns in die Arme und zugleich beschleicht mich eine Angst ob ich nach den vielen schrecklichen Erlebnissen noch ein normales Leben führen kann.
Am Wochenende darauf kommt Steffen einbeinig, mit Krücken, in die Stube gehumpelt. Er witzelt verbissen “zum Glück haben sie mein Standbein nicht erwischt”. Wir füllen uns drei Gläser, drei weitere bleiben im Schrank. Eine Runde Schnaps auf unsere nie mehr auftauchenden Freunde Sanna, Rainer und Olli. 

Kleinwagenadventure – Teil 2


Es raucht nun also leicht, das hält Ulli jedoch nicht davon ab Startversuche zu starten. Doch das einzige was sich entwickelt sind die dezenten Rauchschwaden im Motorraum – ansonsten tut sich nichts! Ulli attestiert, dass der Rauch wohl nicht gut sei, ich pflichte ihm bei während er die lebenserhaltenden Adern von Batterie zu Batterie abklemmt.

ADAC… die heiligen 4 Buchstaben eines jedes Bundesdeutschen Autofahrers kommen auf dem Nichts in den Sinn. Ein prüfender Blick in den durch satte Provisionen prall gefüllten Geldbeutel betätigen den lauen Verdacht – in der Tat ist man ADAC Mitglied und zwar beide! Wir grübeln ob ADAC auch für Drittfahrzeuge, in diesem Fall den vom Vermieter entliehen Corsa gut seinen und beschließen diesbezügliche Bedenken zu ignorieren. Er ruft an – ich futtere weiter Gummibärchen und himmle heimlich die frisch belippenstiftete Frau Frosta an. Doch die denkt nicht daran meinen aus dem sündhaft teuren Designersofa schmachtenden Blick zu erwiedern sondern packt stattdessen ihren Kram zusammen und scheint so schnell wie möglich dem ganzen hier entfliegen zu sollen. Ich futtere weiter Gummibärchen, Ulli gesellt sich dazu. Frau Frosta geht, Licht aus, Türe zu, wir sitzen im dunklen Foyer bei gemeinen Fake-Geschenken und romantischer Christbaumbeleuchtung. Mir geht gut der Welthit “Stille Nacht, heilige Nacht” durch den Kopf. Langweilig! Wir lachen und beschließen den nahegelegenen Fastfoodtempel unseres Vertrauen aufzusuchen. Durch das dichte Schneetreiben leuchtet das große goldene “M” wie damals der Sterne von Betlehem  den heiligen drei Königen den Weg gewiesen hat. Der Vollständigkeit halber sein erwähnt, dass wir weder heilig noch Könige sind. 4 Cheeseburger für Ulli, Pommes und Coke Light für mich – Handy klingelt – verdammt der ADAC Mann ist da. Wir hetzen zurück und werden nur mit Glück auf dem Berliner Ring nicht von jagenden Mittelklasse-Limousinen erlegt.

Da ist der heilige ADAC Mann und lässt sich von Ulli interessiert Symptome und bisherige Medikation erklären. Er weißt den Kollegen darauf hin, dasss es durchaus ratsam gewesen wäre, + auf + und – auf – Pol zu klemmen und NICHT andersherum. Ich fall vom glauben ab, dabei hatte ich eine ganze Flutlichtanlage in Form einer MagLite LED zur Verfügung gestellt. Ich blicke nun selbst in den Innenraum des Wagen uns sehe deutlich + und -. ICH, leider hat ER es nicht getan. Ich würde den Kollegen kurze vor meinem inneren Auge. Süffisant und Oberlehrerhaft faselt der ADAC Typ was von “Lichtmaschiin freggd” und fummelt mit technischem Zeugs rum bevor er es final bestätigt “freggd”. Parallel betet der Kollege, dass dem nicht so sei, doch ihm war so.  Mit “300 Euro und müss´mer abschleppn” aus dem Munde des ADAC Manns wird die Gebetsstunde beendet und der Kollege findet sich in der bitteren Realität wieder. Bevor Tränen eine Change haben kommt der Chef, Franz Fahrer um die Ecke gerauscht – jetzt heißt es Haltung bewahren.  Die Uhr zeigt 19:52 Uhr. Er steigt aus, überblickt fachmännisch die Lage und bemitleidet uns kurz, den Kollegen mehr als mich – ich kann damit leben. Einem von uns abgelehnten Hilfsangebot folgen noch ein Lob und Selbstlob, dass er mit uns  immer viel Spaß hätte und wir jetzt mal sehen wie lange er immer arbeiten würde.  Ich nicke respektvoll und der silberne Chef-Golf verschwindet langsam in der Dunkelheit. Der ADAC Mann packt auch ein und gibt uns eine Lebensweisheit mit in die Nacht: “Bei sowas lässt man auch den Fachmann ran – ich backe ja auch keinen Kuchen, weil ich kein Koch bin”. Recht hat er, mit diesen schmutzigen Händen würde ihn eh jedes Ordnungsamt der Welt den Laden umgehend zusperren. Ulli rechnet langsam vor sich hin, was ihm der Service-Check seines aufemotzen VW Polo heute kosten würde: Servicecheck + neue Glühkerzen + Zerstörung des Leihwagens vom Vermieter,… ähm lassen wir das bevor wirklich noch Tränen fliegen. Wir warten auf den verständigten Abschleppdienst, der Kollege raucht draußen, ich höre in meinem, noch tadellos funktionierenden Auto Radio Bamberg.

TEIL 3 folgt morgen.

Kleinwagenadventure – Teil 1


Es ist Montagabend 18:17, mein Handy klingt. Am anderen Ende der eben das Büro verlassen habende Kollege Ulli. Wann ich denn schluss mache und ob ich ein Überbrückungskabel habe. Feierabend, ja gut dass er mich dran erinnert nachdem ich seit 8 Uhr pausenlos on der NGU vor mich hin schufte, freue ich mich auf die nahende Freizeit bei Pizza, Coke und Großbild-TV. Den Leihwagen zu überbrücken kann ja nur ein Kinderspiel sein und ich sage leichtfertig zu den Kollegen aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Frohen Mutes fahre ich mein Kfz einer große deutschen Volksmarke neben den im Koma liegenden Opel Corsa. Überbrückungskabel… äh ja… ich suche das Auto von oben bis unten ab, dass die Zollfahndung ihre wahre Freude gehabt hätte, gerade ein Suchhund hätte noch gefehlt. Nichts, in diesen neuen Auto gibt es alles, nur die praktischen Notfalldinge lässt man offensichtlich aus Designgründen im Kofferraum weg. Starverkäufer Michél Capital fährt lässig durch den pudrigen Schnee und scheint bestens gelaunt: “Ich hab zwei Dates diese Woche”. Anerkennend nicke ich ihm zu.

Da kommt die jauxende Kollegin Silvana vorbei, die uns noch stunden zuvor mit dem Kommentar “Meine Freundin sieht auch wie der Ski-Channel” (hier handelt sich es sich um eine Internetplattform) erheitert hat. Juhu, sie hat ein Kabel und ist es gewillt in unsere Hände zu überlassen, auf das freundliche Hilfsangebot verzichten wir generös. Mist, es ist zu kurz! VW Golf Batterie links, Opel Corsa Batterie recht, VW Golf steht links, Opel Corsa rechts. Wir stürmen das Foyer und bitten Frau Frosta, die stets nette Empfangsdame den Chefredakteur Herrn Weidemann zu benachrichtigen. Sein dicker Audi muss weg! Wir laden Frau Frosta spontan dazu ein den Abend mit uns in netter Dreiergesellschaft zu verbringen. Sie lehnt danken ab, sie hätte bereits ein Date und verweist uns auf Gummibärchen. Wir sind kurz deprimiert und stürzen uns ins Naschzeug um den Frust runter zu mampfen. Herr Weidemann fährt freundlich den A5 Sportbag auf die Kundenparkplätze. Macht nichts, um 19 Uhr kommt eh kein Kunde mehr und Frau Frosta zieht sich noch einmal die Lippen nach. Der stattliche Chefredakteur macht noch eine lustige Bemerkung über das Blumendekor auf der Corsa Motorhaube, ich pflichte ihm bei.

Die Autos sind endlich in kabellängeadäquater Entfernung positioniert. Ich bleib sitzen, Ulli übernimmt fachgerecht die Verbindung. + auf +, – auf -. Es sprühen Funken, als würde Ulli in seinem Motorraum eine Packung Sternenwerfer zünden. Auf mein Nachfragen hin bestätigt er, dass alles in bester Ordnung sei. Es beginnt eine leichte Rauchentwicklung im Motorraum und ich erhebe ich um 19:03 Uhr erneut Zweifel an der Sachgemäßheit der Gesamtaktion…

TEIL 2 folgt morgen.

Alles neu macht der Mai… ähh August


Es war ein normaler Sonntag im August, doch statt Sonnenschein und blauem Himmel trommelte der Regen unaufhörlich gegen meine Dachfenster und erzeugte eine kontrastreiche Geschäuschkulisse zur seltsam lustig anmutenden Filmmusik eines Bud Spencer und Terence Hill Schinken im Nachmittagsprogramm.
In diesem inspirierenden Umfeld habe ich dann in sekundenbruchteilen den Entschluß gefasst, dass ich ein paar Kleinigkeiten bei einem Online-Auftritt ändern sollte. Dieser entwickelte sich über die Idee alles komplett zu löschen und gänzlich offline zu nehmen hin zum kompletten Relaunch von Online-Sites em-dzei.de, WordPress Blog und Twitter Page. Was sich schon mit der letzten Version angedeutet hat, der Abschied vom puristisch weißem Apple Design finden nun inm sehr kräftig und kontrastreich gehaltenen Layout seine Vollendung.
Und weil damit eine Epoche zu Ende geht, schlägt sich dass auch im alles zierenden Logo nieder, das Ende der grünen Epoche, es beginnt die Epoche blau! Ganz neu hierbei nun die Pinnwand, auf der in  angesagter Stickerform Freunde und anderen Sachen, die ich mag, verewigt werden und sich langsam aber sicher mit der Zeit füllen wird. Somit erkläre ich meine neue dreigliedrige human-corporate Webpräsenz im BBB – Blau, Bunker-, Button-Look für eröffnet und wünsche fröhliches surfen und followen.

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121 oder in Worten Einhunderteinundzwanzig beschreibt die Minutenanzahl, die mein ICE 1615 gestern mit mir an Bord Verspätung beim Erreichen des Zielbahnhofes Bamberg vorweisen konnte. Ein wahrlich stolze Stahl und bei einer projektierten Rückreisezeit aus Berlin von 3 h 57 min. mehr als die Hälfte “on top”.
Berlin – Leipzig war noch alles in Ordnung, begonnen hat das Bahn-Drama im dortigen Kopfbahnhof. Jemand mit PKW hat die Spielregeln an einem Bahnübergang mißachtet und wurde daher mit Rot – in Form einer herannahenden Lok – bestraft. So sind wir einen netten Umweg gefahren und ich habe 70 Min. Sight-Seeing-Tour durch Leipzigs Vororteinöden und Kleingartenkolonien spendiert bekommen und mich gefühlt wie auf der A8 zwischen München und Salzburg am ersten Skiwochenende. Stop & Go im Minutentakt, allerdings nahmen die Stops in der zeitlichen Ausdehnung immer mehr zu. Revolten im Abteil wurden durch Entschädigungsformulare und der Freigabe der Getränke im Bordrestaurant verhindert. Irgendwann war dann auch das Paradies erreicht: Jena Paradies mit satten 90 Min. Verspätung. Das tolle, wir waren wieder auf der ICE Strecke und alles sollte jetzt, trotz Weltuntergangstimmung draußen, nun planmäßig gehen. Pustekuchen, erneut das Stop & Go Spiel und unplanmäßige Halte an Provinzbahnhöfen um “Fahrgäste im vorderen Teil des Zuges” aufzunehmen. Zwischen Breitengüßbach und Bamberg haben wir dann netterweise die 120 Min. Schallmauer durchbrochen, was mit 50% Rückertrattung des Ticketpreises gestattet. Da hab ich mich kurz gefreut, was aber sogleich wieder dem Mitleid für die Weiterreisenden nach München wich. Durchsage des Zugpersonals: “Die Reiseroute des ICE wird geändert, die Halte Augsburg und alle weiteren bis München fallen aus,  der ICE fährt von Nürnberg über Ingolstadt in die Landeshauptstadt. Reisende bitte von Nürnberg aus die Regionalbahn nehmen.” Was für eine Odysee!

Ihr TV Abend wurde gecrashed!


Bamberg im nationalen Fernsehen, das ist in aller Regel wunderschön anzusehen verbunden mit heimatliebender Freude beim Betrachter. Doch am Dienstag, dem 9. Juni 2009, wurde diese Vorstellung böse gecrashed! Schaggline & Jüürchen haben die PRO7 Hochzeitscrasher geladen, nach Bamberg, an diverse stadtbekannte Örtlichkeiten. Diese  – also die Hochzeotscrasher – haben in geradezu peinlicher Manier deren Hochzeit versaut und die beiden  Landpommeranzen fanden das auch noch wunderbar witzig sich und ihre Freunde und Familien nebenher noch der gesamten  Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preis zu geben.
Überhaupt, was für ein bescheuertes Sendekonzept ist das eigentlich?! Da läd das Brautpaar, im Zustand totaler geistiger Umnachtung mit einem latenden Bedürfnis nach Seelenprostitution,  ein paar Möchtegernkomiker ein, die versuchen die Hochzeit zu versauen. Fehlt hier nur bei mir das Verständis? Habe ich meinen Humor verloren? Selbst nach längerem Suchen finde ich einfach nichts lustiges dabei.
Dabei kommt die ganze Darbietung derart idiotisch, plump und  überzogen daher, dass man als normalintelligenter Mitteleuropäer den ganzen Schrott nach spätestens 90 Sekunden durchschaut hat.  Liebestolle Transsexuelle, notgeile Schönheitchirurgen, Gipsunfälle, schwule Liebhaber, polnische Gastarbeiter, Baywatch-Nixen, schweres Baugerät, etc. – geht es eigentlich noch bescheuerter?! Himmelherrgottsakrament, wenn mein Kind mir meinen jahrlang gepflegten Garten aufbaggern läst mit der Begründung “sie sind so stolz auf ihn” würde und mir dann noch eine nervtötende Trulle die Story von Poolgewinn erzählt, die so durchsichtig wie bestes Fensterglas ist, dann würde ich aber die Hochzeit samt Hochzeitcrashern crashen: Akutes verschwinden des Brautpaars samt PRO7 Crew im der Grube formerly known as Garten.  Wirklich selten musste ich mir bisher so eine Scheiße (das Wort ist hier durchaus angemessen) in meinem Wohnzimmer antun, aber ich sehe schon wieder Schlimmes auf  mich zukommen. In einer Werbepause wurde  “Guilia Siegel in Love” angeteasert.

Internetromantik


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Mein Chef, ein klasse Typ und seit dieser Woche weiss ich auch, dass er ein hoffnungsloser Romantiker ist. Umgezogen ist er mit seiner Holden in eine traumhafte Altbauwohnung im Herzen Bamberg. So weit so gut, wer aber schon mal versucht hat seinen Internetanschluss bei einem Umzug mitzunehmen, der weiss, das kann dauern. Lang… sehr lang! So sieht man ihn nun allabendlich im Sonnenuntergang durch die Stadt spazieren und sich auf einer grünen Parkbank niederlassend. Wer genauer beobachet wird festellen, dass der Ipod gezückt und sich ins offene WLAN eines Bamberger Hotel eingeloggt wird um sich täglich an gleicher Stelle der Liebe zum Internet hinzugeben ohne welches ein Leben kaum mehr vorstellbar scheint. Willkommen in der Web 2.0 Romantik.