Emdzei


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Gerupfter Feuervogel


Unsere Mannen der Brose Baskets stehen im Halbfinale. In einer immens intensiven Serie am Rande des Nervenzusammenbruchs, hat die die Qualität und Routine gegen die “irren” Hagener mit 3 – 1 zugesetzt.

Betrachtet man aufmerksam die Bilanz von insgesamt 16 gespielten Vierteln in der Play-Off Serie, dann hat Bamberg davon 5 für sich entschieden, Hagen deren 4, die restlichen 7 waren allesamt relativ ausgeglichen. Das sagt viel über die Serie. Es waren aber immer wieder brutale Bamberger Läufe, in der die Brose-Akteure ihre ganze Klasse ausspielen konnten zur rechten Zeit um dem Tabellenachten in drei Spielen den Todesstoß zu verpassen.

Ruhiger gespielt

Gestern, im entschiedenen Spiel in der neuen Trendheimspielstätte “Ischehölle” haben Flemings Mannen gleich zu Beginn klar gemacht, wer das bessere Team ist. Vom 11-34 Rückstand haben sich Davin White, David Bell und Co. nie mehr erholt. Endlich hat sich der Serienmeister nicht von der Hagener Hektik anstecken lassen sondern konsequent die Systeme und den Vorteil am Brett ausgespielt.

Die großen Vier

Sharrod “Wackelkopf” Ford war kaum zu stoppen, wenn er konsequent  Lust dazu hat der Herr der Bretter zu sein. Wer hätte zu Saisonbeginn gedacht, dass der US-Amerikaner uns mit 18.5 ppg, 6.5 rpg und 2.0 bpg durch diese Serie trägt?!
Überhaupt waren des die großen Vier, die Bamberg ins Halbfinale gebracht haben.  Neben dem besagt Ford über die Serie auch die erfahrenen Spieler Nachbar (18.3 ppg, 5.0 rpg – trotz desolater 3er-Quote von 17%!), Gavel (16.8 ppg, 4.5 apg) und Jacobsen (13.5 ppg, 5.3 rpg).

Fokus aufrecht erhalten

Gegen die den FC Bayern München ist es notwendig, auf der Leistung der letzten Partie aufzubauen. So unbequem Hagen als Gegner auch war, muss man schon attestieren, dass die Bayern eine Nummer größer sind. Die doppelte Pesic-Truppe um Spielmacher Tyrese Rice (18.7 ppg, 4.3 apg im Viertelfinale) wird kaum weniger Dampf machen und versuchen diese und weitere Schwachstellen im Bamberger Spiel zu nutzen. Umso wichtiger wäre es für die Franken mit einer vollen 6er-Ausländerrotation in die Halbfinalserie zu gehen. Bei Matt Walsh muss durchaus Skepsis angebracht sein, aber wenn A.J. Ogilvy fit wäre, hätte Bamberg einen langen Mann mehr gegen die FCB-Centergarde.

Nachdem der Feuervogel jetzt zusammen mit dem Albatross in die Urlaub flattern darf, heißt das Motto jetzt erzwungener Lederhosen-Striptease für Hamann, Homann und Konsorten.


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Bambergs Superstar Nummer 1


Jim Wade

Jim Wade in der Saison 1971/72 im Trikot des FC Bamberg. Damals, als meine Eltern noch echte Freaks waren. Der erste Bamberger Superstar – lange vor Sweet, Andres, Hamann, Jacobsen, Hines, Tucker und Gavel.

Das Spielergeschäft verlief damals noch relativ einfach. Jim Wade war G.I. in der örtlichen amerikanischen Militärbasis, der erste Trainer Robert Lewis Sergant in der US Army. 1977 endete die Ära des Hobby DJs Wade in Bamberg, der am Ende das Basketballparkett mit den Plattentellern tauschte und Wade’s Star-Disco in der Hallstadter Straße betrieb.

Bamberger Fans

Verrückt waren die Bamberger schon damals, regelmäßig pilgerten 2.000 Zuschauer auf das Gelände der U.S. Base um sich in der John F. Kennedy Halle bis unters Hallendach zu stapeln und den lokalen Idolen zuzujubeln. Dabei hätte man gut und gerne die doppelte oder dreifache Kartenmenge unter die Leute bringen können. Freak City ist also kaum eine Erfindung der letzten Jahre.

P.S. Damals bedeutete “FCB” am Trikot noch etwas “Gutes”. :-)


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Playoffs Baby!


Playoffs Baby! Nach einem dramatischen letzen Spieltag stehen die Teilnehmer und Paarungen der ersten Play-Off Runde fest. Grund genug, um die vier Begegnungen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Brose Baskets (1) – Phoenix Hagen (8)

Die Aufgabe kann für den Serienmeister durchaus undankbar sein. Während die Franken zuletzt deutlich gezeigt haben, dann die Souveränität vergangener Spielzeiten und der Hinrunde passe ist, schweben die vogelwilden Hagener – die meisten Ballgewinn und Ballverluste in der Liga – auf Wolke sieben. Klar haben die Bamberger deutlich mehr Qualität, den Heimvorteil und erfahrene Play-Off Spieler, aber das Auf und Ab mit überzeugenden Siegen und überraschenden Niederlagen, ständigen Verletzungen und anderen hausgemachten Kaderproblemen lässt die Überlegenheit gegen den Achtplatzierten mit Bombenstimmung und dem Kür-Nimbus nicht mehr so groß aussehen, wie sie eigentlich sein sollte. Es treffen die beiden offensivstärksten Mannschaften der Liga aufeinander, jedoch heißt es “Defense wins Championships” und hier hat Bamberg deutlich die Nase vorn. Ein Schlüsselduell ist sicherlich Ligatopscorer Davin White (17.2 ppg) gegen die Verteidiger des Jahres Anton Gavel (14.8 ppg). Noch wichtiger ist aber die Reboundarbeit am eigenen Brett von Maik Zirbes, A.J. Ogilvy und Sharrod Ford, denn die Feuervögel sind mit 11.9 Offensivrebounds pro Partie ligaspitze.  Insgesamt hat Bamberg an beiden Enden des Feldes zu viele Waffen, vor allem wenn Boki Nachbar (12.9 ppg) weiterhin aufsteigende Form zeigt und in Abwesenheit von Matt Walsh sowohl sicherer Punktelieferant ist und hinten zumindest solide seinen Mann steht. Jay Massey darf sich auf seinem Sofa über eine 3-1 Serie für seine Farben freuen und den Halbfinaleinzug dann fröhlich in die Welt hinaus twittern.

EWE Baskets Oldenburg (2) – Telekom Baskets Bonn (7)

Die Rheinländer haben es am letzten Spieltag gerade noch so in die Play-Offs geschafft. Dass sie den FC Bayern besiegt haben, sollte dabei durchaus als Ausrufezeichen in Betracht gezogen werden, dann sie auch ohne den THC-Verliebten Topscorer Robert Vaden immer noch eine gefährliches Team sind. Oldenburg wird also gewarnt sein, dass die Serie gegen die Magentafarbenen, die um den überragenden Spielmacher Jared Jordan (10.3 ppg, 8,0 apg) insgesamt am besten auf den Ball aufpassen, kein Selbstläufer wird.  Mit Jamel McLean (12.2 ppg, 5.7 rpg) haben die Bonner einen guten Fang am Brett gemacht und der ehemalige Wurflegasteniker David McCray stößt in Vadens Lücke vor. Dennoch, die Oldenburger sind die Mannschaft, die sich über die Saison hinweg, trotz langer Eurochallenge-Belastung, als die Konstanteste erwiesen hat. Der Kader ist extrem tief besetzt, acht Akteure steuern zwischen 6.5 und 12.4 Punkte pro Partie bei. Die Erfahrung von Rickey Paulding (12.4 ppg), Julius Jenkins und Adam Chubb (6.9 prg) wird in den Play-Offs helfen und Bonn scheint mit defensiv im Backcourt zu schwach besetzt um die Oldenburger Gegenüber halten zu können. Mit der brandneuen Halle und dem Selbstvertrauen der extrem guten Saison um Rücken wird Oldenburg mit 3-0 ins Halbfinale einziehen.

Ratiopharm Ulm (3) – Artland Dragons (6)

Der Vizemeister konnte seinen Vorjahreserfolg mit einer beeindruckenden Saison untermauern. Dabei war erneut John Bryant (16.1 ppg, 10.0 rpg) Dreh- und Angelpunkt mit dem das Spiel steht und fällt. Kaum verwunderlich also, dass Ulm die Liga bei den eingesammelten Rebounds anführt. Wenn es ihnen zudem gelingt das Inside-Outside-Spiel aufzuziehen – Per Günther, Allan Ray und Steve Esterkamp treffen allesamt hochprozentig von der Dreierlinie – dann wird es ganz schwer für die Artland Dragons. Nach einer wirklich verkorksten Saison mit vielen Spielerwechseln und Problemkindern, scheint es als würden die Drachen pünktlich zu den Play-Offs doch noch ein ernst zunehmender Gegner werden. Mit Bradley Buckman, Petar Popovic und Anthony King werden die Dragons gleich drei echte Brocke in die Schlacht um die Zone und Branislav Radkovica scheint die nötige Struktur ins Spiel zu bringen, welche die Scorerqualitäten von Demond Mallet (11.8 ppg) und Bryce Taylor (13.7 ppg) nun besser hervorbringen. Ulm könnte die Kampfschweine Dane Watts und Keaton Nankivil, der das Spiel weit macht wirklich gut gebrauchen, aber auch der neue Centerhüne Omar Samhan wird ein wichtiger Faktor werden. Endlich hat Ulm eine echte Alternative zu Bryant, um dem MVP die notwendigen Pausen zu geben, ohne dass Ulm Präsenz am Brett verliert. Beide Teams sind gut in Form, deshalb wird die Serie eng. Letztendlich setzen sich die Spatzen aber mit 3-2 durch.

FC Bayern München (4) – ALBA Berlin (5)

Eine Serie, die durchaus auch finalwürdig wäre. ALBAs fünfter Platz klassifiziert das Team sicherlich unter wert. Die Euroleaguesaison inkl. Top16 war extrem belastend, zudem schössen die Albatrossen sicherlich den Vogel in Punkto Verletzungspech ab. Erst vor wenigen Tagen erwischte es mit Ali Traore einen Spieler, der durchaus den Unterschied hätte ausmachen können. Der Backcourt Berlin mit DaShaun Wood, Heiko Schaffartzik und Bayern ehemaliger 330.000 Euro-Star Je´Kel Foster überzeugt mit einem sicheren Ballvortrag und großer Korbgefahr. Konstanz ist ein Attribut, das beide Team beschreiben würde, jedoch haben die Münchner weniger plausible Gründe. Trainer Pesic muss mit einem Team in die Play-Offs, dass nicht seines ist, der Magier ist jedoch nicht umsonst einer der Toptrainer Europas und hat viel Erfahrung. Tyrese Rice (15.3 ppg) und Chevon Troutman (13.4 ppg) werden sicherlich liefern, für ALBA wird es jedoch wichtig sein die anderen Spieler zu stoppen: Zack Morley kann Robin Benzig mit harter Verteidigung den Zahn ziehen, Yassid Idbihi und Albert Miralles systematisch Bayern-Holzmichel Jared Homan entnerven.  Summa summarum hat ALBA Berlin um Deon Thompson (13.7 ppg, 5.8 rpg) für mich in dieser Saison mehr Krisen erfolgreich bewältigt und geht für mich gefestigter in die Play-Offs. Der amtierende Pokalsieger klaut ein Spiel im Audi Dome, verteidigt seinen Homecourt und setzt sich mit 3-2 durch.

 

Nimmt man die letzten zehn Spiele als Maßstab, dann sind Ulm (9 Siege / 1 Niederlage) und Oldenburg (8/2) die Teams, die aktuell am besten in Form sind. Knapp dahinter folgen die vermeintlich chancenlosen Clubs aus Hagen, Bonn und dem Artland mit einer 7/3 Bilanz, während die vermeintlichen Favoriten aus Bamberg, Berlin und München nur die Hälfte ihrer Spiele gewinnen konnten. Es wird also durchaus spannend.


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Beko BBL Saison-Awards – Bast scho!


(Quelle: Beko BBL)

(Quelle: Beko BBL)

Die Entscheidungen sind gefallen. In den vergangenen Tagen hat die Beko BBL die individuellen Awards für die abgelaufene Saison publiziert.

Am meisten verbesserter Spieler und bester junger Spieler:
Dennis Schröder (NY Phantoms Braunschweig | 12.0 ppg, 3.2 apg)

Der Hype um den jungen, pfeilschnellen Braunschweiger Spielmacher mag teils etwas überzogen sein. Man muss ihm jedoch zugestehen, dass er einen riesen Sprung gemacht hat und bei den Phantoms eine gute Saison spielt. Es gibt keinen Spieler in diesem Alter, der aktuell national und international für mehr Furore sorgt.

Defensivspieler des Jahres:
Anton Gavel (Brose Baskets | 14.5 ppg, 3.2 apg)

Der Inbegriff des Bamberger Erfolgs ist seit Jahren ist seit vielen Jahren der beste Verteidiger in der Liga, ein echter Wadelbeißer gegen den niemand gerne spielt. Kein zweiter Spieler in der Liga opfert sich so sehr für seine Mannschaft auf, keiner organisiert nachhaltiger die Verteidigungsreihen seiner Truppe.

Offensivspieler des Jahres und wertvollster Spieler:
John Bryant (Ratiopharm Ulm | 16.4 ppg, 10.1 rpg)

Der 2.13m große Wuschelkopf ist auch in diesem Jahr wieder der prägende Spieler der Liga. Mit einem Double-Double im Statistikmittel und mittlerweile einem sicherem Distanzwurf (39 %) ausgestattet hat er seine Ulmer erneut zu einer ganz starken Saisonleistung geführt. Auch Anton Gavel hätte diesen Titel sicherlich verdient gehabt, so wie er die Bamberger durch Dick und Dünn zusammengehalten hat und den teils heftig gebeutelten Meister hartnäckig auf Platz eins hält.

Trainer des Jahres:
Sebastian Machowski (EWE Baskets Oldenburg)

Oldenburg spielt in der Tat eine überragende Saison. Nach den fehlgeschlagenen Experimenten in den vergangenen Jahren mit großen Namen hat der ehemalige Nationalspieler Struktur und Erfolg in den Norden zurück gebracht. Freyer, Leibenath, Pesic und Fleming gehören heuer sicherlich auch wieder zu den Überraschungs- bzw. Toptrainern, aber am Ende kann es aber nur einen verdienten Gewinner geben und der ist Übungsleiter bei den Donnervögeln.

Erste Mannschaft der Saison:
Jared Jordan (Telekom Baskets Bonn | 10.4 ppg, 8.0 apg)
Anton Gavel (Brose Baskets | 14.5 ppg, 3.2 apg)
Rickey Paulding (EWE Baskets Oldenburg | 12.3 ppg, 3.5 rpg)
Deon Thompson (ALBA Berlin | 14.1 ppg, 6.1 rpg)
John Bryant (Ratiopharm Ulm | 16.4 ppg, 10.1 rpg)

Zweite Mannschaft der Saison:
Tyreese Rice (FC Bayern München | 15.1 ppg, 4.8 apg)
Davin White (Phoenix Hagen | 16.8 ppg, 4.4 apg)
Reggie Redding (Walter Tigers Tübingen | 13.9 ppg, 5.5 rpg, 5.1 apg)
Chevon Troutman (FC Bayern München | 13.5 ppg, 5.6 rpg)
Adam Chubb (EWE Baskets Oldenburg – 10.5 ppg, 6.9 rpg)

Beide Teams sind wohl kritiklos. Ich finde keine Argumente warum einer dieser Namen nicht dort auftauchen sollte. Dennoch muss man auch weitere Spieler in Betracht ziehen, deren Namen dort ebenfalls gut hätten stehen können – wegen der individuellen Leistung und weil sie ihre Club erfolgreich durch die Saison geführt haben: Casey Jacobsen (10.6 ppg) mit dem mit Abstand besten +/- Wert der Liga (10.0+) oder Sharrord Ford (12.2 ppg, 5.8 rpg) vom amtierenden Meister aus Bamberg. Kämpfer Nate Linhart (12.3 ppg, 6.4 ppg) aus Trier, Defensivspezialist Chris Kramer (11.6 ppg, 3.9 rpg) aus Oldenburg oder Würzburgs alleinige Konstante Dwayne Anderson (13.2 ppg, 7.1 rpg). Zudem hätte ich die Plätze von Jared Jordan und Tyreese Rice sowie Rickey Paulding und All-Rounder Reggie Redding getauscht.

Insgesamt und mit möglichst objektiven Blickwinkel gegen sämtlich Auszeichnungen vollauf in Ordnung, wir in Bamberg würde ganz authentisch einfach “bast scho” vor uns hin grummeln und kurz anerkennenden, kaum sichtbar, nicken.


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14 auf einen Streich


top16_tabelle

Quelle: euroleague.net

Das Top16 der Euroleague ist beendet. Es hatte sich zum Flop14 für die Brose Baskets entwickelt. 0 Siegen stehen ernüchterne 14 Niederlagen zu Buche. Damit dürfen wir uns rühmen die zweitlängste Niederlagenserie der Wettbewerbshistorie aufgestellt zu haben, alleine die London Towers (Engländer!) sind zu Beginn des Jahrtausends noch erfolgloser aufgetreten.

Nicht nur fehlendes Glück

Auch wenn das 0-14 noch schlimmer wirkt wie das 2:9 des Hamburger SV in München, muss man attestieren, dass man ganz oft ganz nah dran an den ganz großen der Branche war. So abgeschlagen wie der Tabellenstand es nüchtern darlegt, war man als Mannschaft selten. “Auf Augenhöhe” wurde zum geflügelten Wort. Sieben Spiele wurden mit drei oder weniger Punkten Differenz abgegeben, nie mit mehr als 20 verloren. Nur von fehlendem Glück zu sprechen wäre indes vermessen. Spiele erfolgreich zu beenden und Big Points zu erzielen ist auch eine sportliche Qualität, die dieser Mannschaft auf Topniveau abhanden ist. Und wäre diese auffällig eklatante Reboundschwäche auf allen Positionen nur etwas weniger ausgeprägt, dann könnte man wohl zumindest eine ähnlich Bilanz wie der nationale Klassenfeind ALBA Berlin vorweisen.

ALBA Berlin erfolgreicher

Der Hauptstadtclub blickt als Wildcard-Team durchaus zufrieden auf eine 4-10 Top16-Bilanz zurück. Dabei war die Saison auch in Berlin keine einfache. Schwere Verletzungen von Führungsspielern und immer wieder notwendige Neuverpflichtungen rüttelten die Rollen mindestens ebenso durcheinander wie bei den Franken. Das latent anhaltende Reizklima zwischen Spielmacher DaShaun Wood und Trainer Sasa Obradovic trug auch nicht unbedingt täglich zu Friede, Freude, Eierkuchen bei. Dennoch muss man den Gelben attestieren, dass sie unterm Strich deutlich erfolgreicher waren.

Individuelle Lichtblicke

Für einige Spieler darf das Top16 durchaus als persönlicher Erfolg bezeichnet werden. Anton Gavel (11.8 ppg, 3.2 apg) als omnipräsenter Führungsspieler hat sicherlich für Aufmerksamkeit quer durch Europa gesorgt. Bostjan Nachbar (15.5 ppg) und Sharrod Ford (10.7 ppg, 5.2 rpg) konnten getreu dem Motto “Totgesagte leben länger” durchaus Ausrufezeichen zu setzten und auch Jungcenter Maik Zirbes (8.1 ppg, 4.2 rpg) schlug sich gegen die Schlachtschiffe in der Zone achtbar. Insgesamt aber schien es dem Spielerkader mehr als nur einmal an Substanz und vor allem Athletik zu mangeln. Headcoach Chris Fleming hat sich zudem mehr als nur einmal enttäuscht über die Einstellung der Mannschaft geäußert.

Quo Vadis

Der Basketballanhänger in Bamberg muss hoffen, dass es auf unbestimmte Zeit nicht die letzten Auftritte gegen Europas Elite waren. Der Weg zur nationalen Titelverteidigung, dem einzig sicheren Teilnahmeweg, scheint ob der erstarkten Konkurrenz und den teils hausgemachten Problemen sehr steinig. Zwar weiß auch die Euroleague um die zukünftige Bedeutung Deutschlands als wichtigen Kernmarkt, der momentan jeder Wirtschaftskrise zu trotzen scheint, aber mit ALBA Berlin und dem FC Bayern München gibt es hier zwei attraktive Bewerber mit großer Strahlkraft um feste Teilnahmeplätze.


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Willkommen in der Realität


Was waren wir doch die letzten Jahre verwöhnt. Verwöhnt durch Titel, verwöhnt durch ein Null-Fehler-Spielerscouting, verwöhnt durch die Gnade des Verletzungsgottes.

Doch diese Spielzeit stellt sich ein wenig anders dar. Das war schon vor Saisonbeginn klar. An Stelle der gewohnten Konstanz trat der große Umbruch. Ein Umbruch, der sich bis jetzt, tief in den März, hinzieht. Ogilvy war ein gefühlter Pflegefall, Gipsons Rolleninterpretation musste mit einer Themaverfehlung benotet werden, Goldsberrys Knie verweigert die Tragkraft seiner „Rieseneier von hier bis Meppen“ (Assistenz-Coach Woltmann). Wo wir vor Jahresfrist als eindeutiger Titelfavorit die Konkurrenz in Grund und Boden gespielt haben, sehen wir uns plötzlich mit Aufgaben aus der Saisonvorbereitung konfrontiert. Ein Umstand, den der erfolgsverwöhnte Fan erst einmal verkraften und neu erlernen muss.
Adieu Paradies, willkommen in der Realität.

Zwölf Monate zuvor hatten Tucker und Co. ihre Position gefunden und die Baskets-Maschinerie die Präzision eines schweizer Luxusuhrwerks entwickelt. Heute muss Cheftrainer Fleming den großen Rollenjongleur mimen und dem ein oder anderen gestandenen Profi auf seine großen Füße treten. Alleine in den vergangenen Wochen feierten mit Massey, Walsh und Renfroe drei Akteure auf Schlüsselpositionen ihre Premieren im Brose-Leibchen. Die Verantwortlich ließen die Vereinskreditkarte glühen – ich selbst fühlte mich schon fast an mein eigenes Konsumverhalten beim Online-Shopping erinnert.

Große Veränderungen in kurzer Zeit. Größere, als wir in den vergangenen Jahren insgesamt zu verzeichnen hatten. Doch zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt  gibt es keine Saisonvorbereitung mit Trainingslagern an schönen Orten oder helmpflichtigen Teambuilding-Maßnahmen. Keine Beta-Tests – dafür viele Alpha-Männchen. All das muss das Trainerteam jetzt zwischen München und Madrid, zwischen Hagen und Istanbul stemmen. Auch für die Erfolgstrainer ist dieser Spagat zwischen sofortigem sportlichen Erfolg und mutiger Integrationspolitik für die Play-Offs eine Mammutaufgabe.

Ein Blick durch die nationale Konkurrenz zeigt aber auch, dass diese „neuen“ Bamberger Umstände durchaus die übliche Realität widerspiegeln. München vollzog den doppelten Trainerwechsel. Würzburg forschte lange mit Aufbauspielern. Artland kaufte alle Power Forwards, die der Markt her gab. Und während die Ulmer Spatzen auf Verletzungen reagieren mussten, vermehrten sich die Berliner Albatrosse zusehens, so dass selbst die Hauptstadttauben vor Neid erblassen.

So hat er uns also eingeholt, der ganz normale Beko BBL-Wahnsinn. Und er geht weiter: Massey twittert sich um Kopf und Kragen, Walsh fällt bis tief in die Play-Offs aus und der Stegners Franz will keine Stechert Arena mehr.


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Wenn das Knie die Eier nicht mehr tragen will


Renfroe

In der Basketball-Community Bamberg ist normalerweise Feiertag, wenn mal wieder eine Neuverpflichtung bekannt gegeben wird. Monatelang werden alle möglichen und unmöglichen Namen durch die Internetforen gejagt und neue Spieler gefordert.

Goldsberry verletzt

Heute, zum Ablauf der nationalen Wechselfrist hat der Meister nochmal zugeschlagen und meine Freunde hält sich darüber eher in Grenzen. Bedeutet dieser Schritt doch, dass Kultspielmacher John Goldsberry, der mit den Eiern von hier bis Meppen, wohl länger ausfallen wird. Da wurde die Belastung für die Knie durch die Megaeier wohl zu groß und auf dem Attest steht nunmehr die  x-te Knieverletzung. Der Kopf und der Aggressive Leader der Erfolgstruppe wird fehlen – wie lange ist noch nicht absehbar.

Viele Qualitäten

Dennoch ist der Neue, einer von dem Kaliber, der zuletzt wohl sinnvoll ersehnt wurde, bevor Chris Fleming dann überraschenderweise Multitalent Matt Walsh aus dem Hut gezaubert hat. Alex Renfroe ist einer dieser athletischen Comboguards, die der Mannschaft gut zu Gesicht stehen. In der starken spanischen ACB (10,3 ppg, 4,1 rpg, 4,5 apg) überzeugte der Linkshänder in Valladolid neben seinen unbestritten 1-1-Qualitäten, auch mit einer gute Rebound-, Assist- und Stealquote . Zuvor konnte der 1.90 m Spielmacher bereits Europaerfahrung in Riga und Brindisi und errang mit KK Zagreb das kroatische Double.

Willkommen Alex. Gute Besserung John.


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Der Wander-McEnroe


walsh

 

Er trägt den 80iger-Look von Tennis-Enfant-Terrible John McEnroe und ist bereits so viel in der Welt rumgekommen, dass selbst die Wanderhure von Sat1 vor Neid erblassen würde. Matt Walsh ist also die ersehnte und erhoffte Verstärkung im Kader der Brose Baskets. Nicht wenige hatten mit einem Spieler gerechnet, der eher klassische Combo-Guard-Qualitäten gepaart mit überdurchschnittlicher Athletik mitbringt, vor allem nachdem die Anfrage an Cibona Zagrebs D.J. Strawberry und das Interesse an Jeremy Pargo vom Insider David Pick geleaked wurde. Nun ist es also ein Point Forward mit Qualitäten auf allen Backcourt-Positionen geworden. Beim zweiten Blick sicherlich eine nachvollziehbare Entscheidung.

 

Im Rebound gestärkt

Der Kader hat zuletzt bewiesen, dass er auch ohne Combo-Guard Teddy Gipson auf der Spielmacherposition mit John Goldberry, Anton Gavel und Daniel Schmidt gut aufgestellt ist. Dafür zieht sich schon die gesamte Saison eine gewisse Reboundschwäche auf den Außenpositionen hin, die Bamberg schon mehr als einmal zum Verhängnis wurde. Matt Walsh stand bereits seit mehreren Jahren auf der Liste von Scout Brendan Rooney. Der laut Index-Rating viertbester Akteur des gesamten Eurocup überzeugte zuletzt beim belgischen Spitzenclub Spirou Charleroi mit traumhaften Statistiken: 18.9 Punkte, 9,7 Rebound und 3,5 Assists.

 

Mit Stirnband in die Schlacht

Der 1.99 m Euroleague- und ACB-erfahrende Akteur könnte also durchaus die variable Antwort auf viele kleinere Baustellen im Team sein: Sichere Scoring-Option, effektiver Rebounder und geschmeidiger Pass-Motor. Die arme Version von Grant Hill in seinen frühen Jahren in Detroit oder von Scottie Pippen in Chicago. Im Style-Check hat der umtriebige US-Boy auf jeden Fall schon einmal überzeugt: Wir tragen jetzt Stirnband.

 


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Kosmonauts Flops der Beko BBL Hinrunde


Die Hinrunde in der Beko BBL ist vorrüber. Damit ist es an der Zeit eine kurze Bilanz der bisherigen Geschehnisse zu ziehen und meine persönlichen Tops und Flops der Halbserie vorzustellen. Wo Tops sind, da sind natürlich auch Flops und die gibt´s hier:

LTi Gießen 46ers

Gefühlte 21 mal waren die Hessen bereits abgestiegen und haben sich stets per Wild Card zurück in die deutsche Eliteliga gekauft. Doch jetzt scheint das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Mitten in der Saison meldet der Traditionsclub, auf einem Abstiegsplatz stehend, dass beabsichtigt wird einen Insolvenzantrag zu stellen. Damit verliert der Verein im Falle des Falles nicht nur vier wichtige Punkte (bei aktuell 4:28), auch wichtige Akteure haben wie Bond und Perkovic durften oder wollten nicht weiterspielen. Sollte Gießen den Spielbetrieb in der Tat einstellen müssen, dann muss der 16. leiden und mit dem 17. absteigen während es den 18. nicht mehr gibt. Irgendwie blöd für Ludwigsburg, Braunschweig, Frankfurt, Bayreuth, Bonn, MBC, Würzburg – für Gießen sowieso.

Verletzungen

Etliche Clubs hatten und haben mit Verletzungen von Leistungsträgern zu kämpfen. Bei Bamberg kämpft sich Aussi-Center Ogilvy erst langsam wieder in Wettkampfform, bei den Dragons war Stareinkauf Mallet lange außer Gefecht, in Würzburg fehlt mit Little und Jacobsen der Doppelkopf. Doch niemand hat es schlimmer erwischt wie ALBA Berlin. Topeinkauf Peavy und Stratege Avdalovic fallen die komplette Saison mit Kreuzbandrissen aus, Defensivmonster Randle ist ebenso länger im Lazarett zu finden. Dabei sollte es doch eher Sport- als Bettflasche heißen.

Artland Dragons

Viele haben die Quakenbrücker vor der Saison als Titelfavoriten gehandelt. Das Team wurde mit namhaften Neuverpflichtungen vermeintlich verstärkt: Mallet, Marquez, Popovic, Taylor und Kerusch. Keiner konnte bisher überzeugen. Dazu wurde der erfolgreiche Stamm gehalten, Fans anderer Vereine haben bereits bei sommerlichen Temperaturen mächtig gezittert. Aktuell speien die Drachen jedoch nur bedingt Feuer, mit Ach und Krach ist die Bilanz ausgeglichen. Das  Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel auf der Power Forward Position hat sich bisher auch nicht ausgezahlt. Drevo und Horner wollte man nicht mehr und NBA-Star-Spieler Gomes agiert irgendwie nur bedingt feurig. Zwar hat der Kader Qualität, aber irgendwie könnte man diese Saison das Oldenburg-Syndrom eingefangen haben.


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Kosmonauts Tops der Beko BBL Hinrunde


Die Hinrunde in der Beko BBL ist vorrüber. Damit ist es an der Zeit eine kurze Bilanz der bisherigen Geschehnisse zu ziehen und meine persönlichen Tops und Flops der Halbserie vorzustellen. Hier kommen meine Tops!

 

Brose Baskets

Bamberg hat es trotz vieler namhafter Abgänge in die NBA (Tucker >Phoenix Suns, Roberts > New Orleans Hornets) und zu europäischen Spitzenclubs (Slaughter > Real Madrid, Pleiß > Caja Laboral) wieder geschafft national das Maß aller Dinge zu sein. Fast schon ein Wunder ist das erfolgreiche Comeback von General Goldsberry, der eigentlich schon dreimal Sportinvalide war. Zwar musste der Meister und Pokalsiegern mit Verletzungspech kämpfen und nicht jede Neuverpflichtung schlug ein wie eine Granate, aber mit 15 Siege bei nur 2 Niederlagen (im Artland und in Berlin) stehen die Franken unangefochten an der Tabellenspitze.

Boki Nachbar

Die Sensationsverpflichtung der Brose Baskets könnte bisher alle in ihn gesteckten Erwartungen voll und ganz erfüllen. Der Bamberger Manager sprach vor der Saison davon, dass der Slowene der Spielkultur der Liga gut tun wird. Recht hatte er. Nachbar (14.4 ppg, 4.7 rpg, 2.2 apg) in der Offensive agieren zu sehen ist in der Tat eine Augenweide. Herrlich sein butterweicher Jumper aus der Distanz, toll seine Spielübersicht, kraftvoll seine Dunkings. Dass er nach sechs Jahren, in denen er in der NBA versaut wurde, kein Defensemonster ist, lässt sich mit dem Brose Kader dabei durchaus verschmerzen.

TBB Trier

Die Moselaner haben mit Zirbes ihr Toptalent nach Bamberg verloren. Das hinderte Coach Rödl jedoch nicht daran weiter auf die Jugendschiene zu setzten und mit begrenztem Budget US-Spieler zu holen. Linhardt (10.7 ppg, 5.2 rpg) führt die junge Mannschaft an und Jungcenter Seiferth (8.6 ppg, 5.2 rpg) tritt aus dem Schatten von Zirbes. Trier überrascht mit einer Bilanz von 10 Siegen und 8 Niederlagen und erweißt sich mit ihrem kultigen Siegertänzchen als lustige und homogene Truppe, die um den Play-Off-Einzug kämpft.

Dominante Big Men

Die dominanten Big Men, in der von Guards dominierten Liga, sind zurück und hinterlassen nachhaltig Eindruck. Der eine, Thompson,  ist neu in Berlin, der andere, Bryant, ein altbekannter Riesenwuschel beim Vizemeister Ulm. Beide sind durchaus unterschiedlich, dominieren jedoch auf ihre Art die Zonen für ihren Farben. Thompson (15.5 ppg, 5.8 rpg) erfüllt als junger Spieler die großen Erwartungen des Hauptstadtclubs und ist seit langem mal wieder eine echte ALBA-Kante. MVP-Bryant ist wieder heißer Kandidat auf diesen Individualtitel. Nicht nur weil er Ulm trotz Doppelbelastung in den oberen Tabellenregionen etabliert und im Eurocup in die zweite Runde getragen hat, sondern auch weil er im Schnitt ein Double-Double (16.7 ppg, 10.0 rpg) vorweisen kann.

Svetislav Pesic

Das Projekt FC Bayern Basketball drohte nach der Bombe der Bauermann-Entlassung und dem glücklosen Engagement seine griechischen Co-Trainers fast am Scheideweg zu stehen. Doch der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn man nicht die ganz große Lösung in petto hätte. Pesic Sr. darf jetzt den Überungsleiter und Pesic Jr. mimen und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Münchener eilen von Sieg zu Sieg und deklassieren ihre Gegner fast ausnahmslos mit 100 und mehr erzielten Punkten. Spielmacher Rice und der schon abgeschriebene Center Homan sind plötzlich wie ausgewechselt und überhaupt präsentiert sich die gesamte Mannschaft nun nach dem “Mia san Mia”-Gusto von Clubboss Hoeneß.

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