Basketball

Was wäre wenn?


In dieser Saison wurde der Kader der Brose Baskets heftig wie nie diskutiert. Während der Saison waren die Leistungen, hinter den Erwartungen vieler Anhänger zurück blieben und das Verfehlen von zwei sportlichen Zielen in der Euroleague und im Pokal ausschlaggebend. Doch lasst uns zurück blicken. Für viele ist die Transferperiode fast der spannendste Saisonabschnitt und auch ich habe hier in diesem Blog mein Vorstellungen unter der Überschrift “Wünsch Dir was” kund getan. Jetzt, wo zwei Drittel der Saison vorüber sind, möchte ich einen Blick auf “meine” ausgewählten Spieler werfen: Wo sie spielen, wie sie sich dort schlagen und mit den von Bamberg unter Vertrag genommenen Akteuren vergleichen.

Nachdem Jamar Smith bereits sehr schnell als Neuzugang präsentiert wurde, waren folgende Akteure meine Picks für den Brose Kader 2013/14

  • Curtis Jerrells – PG – jetzt Olimpia Milano – dafür im Kader Zack Wright, später Jared Jordan
  • Reggie Redding – SF – jetzt ALBA Berlin – dafür im Kader Rakim Sanders
  • Bostjan Nachbar – SF – jetzt FC Barcelona – dafür im Kader Novica Verlikovic, dann Damir Markota, dann D’or Fischer
  • Drew Gordon – PF – Dinamo di Banco Sassari  - dafür im Kader Sharrod Ford

Curtis Jerrells

Sagen wir es gleich vorne Weg, Curtis Jerrells war wahrscheinlich finanziell nie in der Reichweite der Brose Baskets, dennoch hat der Trainerstand mit Zack Wright einen Spielertyp verpflichtet, der ähnliche war. Ein athletischer Spielmacher, der zum Korb ziehen und seinen eigenen Wurf kreieren konnte. Das hat nicht so funktioniert, wie man es sich in Bamberg gewünscht hat und jetzt zieht mit Jared Jordan ein völlig anderer Playmaker-Typ, ein Pass First Point Guard, die Fäden im Spiel.

Curtis Jerrells ist Spielmacher beim italienischen Spitzenclub Olimpia Milano und seine seine Armani-bedrückten Farben zu einem starken zweiten Platz in der Euroleague Top16 Gruppe E geführt. Dabei bringt es der US-Amerikaner, der an einen Pit-Bull-Terrier erinnert auf 11.0 Punkt und 2.3 Assists in 24 Min. Spielzeit bei den Euroleague-Partien. 43 % Dreierquote und seine Spielweise hätte uns rein sportlich sicherlich gut zu Gesicht gestanden. Mit ihm würde Jared Jordan wohl noch am Rhein spielen.

 

Reggie Redding

Angeblich war Bamberg bereit vergangene Saison eine ordentliche sechsstellige Ablösesummer an Tübingen zu überweisen, damit der variable Forward an die Regnitz wechselt. Dort hat man dankend abgelehnt und Matt Walsh fand den Weg ins Brose Trikot. Jetzt ist der junge US-Boy frischgebackender Pokalsieger und spielt seine starke Saison mit wiedererstarken Albatrossen aus Berlin. Mit 12.0 Punkten, 4.3 Rebounds und 3.6 Assists ist der All-Rounder einer der Erfolgsgaranten in Berlin.

Über seine Alternative Rakim Sanders dürfen wir uns nicht beklagen, zu viele Big Point und zu viele Highlights hat er uns gezeigt. Dennoch wäre Reggie Redding vielleicht die weniger athletische, dafür konstantere Alternative gewesen. “High Risk, high Reward” darf man wohl über die Verpflichtung des Brose-Forwards schreiben und aktuell scheint es sich wirklich auszuzahlen, auch weil er immer wieder auf die Position vier ausweichen kann, während Reggie Redding eher ein klassischer “Swingmen”, für die zwei und die drei, ist. Irgendwie eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

 

Jerrells und Nachbar sind mit ihren Clubs Favoriten auf das Euroleague Final Four, Redding und Gordon diese Saison bereits nationaler Pokalsieger geworden.

 

Bostjan Nachbar

Der Slowene wurde letzte Saison erst hoch gejubelt, dann stark kritisiert und letztendlich doch zurecht gefeiert. Der ehemalige NBA-Spieler war der wirkliche MVP der Finalserie und oft nicht zu verteidigen. Seine spielerische Klasse, sein Spielwitz, seine Schlitzohrigkeit und sein butterweicher Wurf fehlen diesen Jahr auf den großen Positionen. Mit dem FC Barcelona führt er mit 12-1 Siegen überlegen die Top16 Gruppe E der Euroleague an und hat sicherlich gute Chancen auf das Final Four. Internetberichten zur Folge kommt Boki dort auf eine Million Euro netto Jahressalär, wohl eine Nummer zu groß für Bamberg. M it 7.1 Punkte und 3.3 Rebounds ist der ehemalige Brose-Flügel ein wichtiger Rollenspieler in dem von Stars gespickten katalanischen Traditionsclub.

Bamberg selbst hatte zwar versucht mit Novica Velickovic und Damir Markota wieder eine ähnliches Element im Kader zu implementieren, beide waren jedoch eher glücklos, bestenfalls Mitläufer und sind schon lange nicht mehr im Kader. Bostjan Nachbar wäre spielerisch sicher ein deutliches Upgrade zu den beiden genannten gewesen. Jetzt kümmern sich Sharrod Ford, Rakim Sanders und Elias Harris um die große Flügelposition.

 

Drew Gordon

Keine guten Erinnerungen haben die Bamberger an diesen Namen. Der 23-jährige Innenspieler hat mit Sassari die ambitionierte Europasaison mit einem bitteren Beigeschmack beendet. Mit einen 2.05 m verbucht der agile Forward/Center 9.4 Punkte, 5.2 Rebounds und 0.9 Blocks in 18 Min. Spielzeit pro Partie. Wie Reggie Redding ist auch Drew Gordon Pokalsieger geworden, allerdings in Italien. Bevor er in Sardinien angeheuert hat, stand seine Zeit bei Banvit in der Türkei unter keinem guten Stern.

Der deutsche Meister hat Sharrod Ford weiter verpflichtet und auf die Defensiv- und Reboundschwäche zu Saisonbeginn nochmal mit der Verpflichtung den 2.11 m Hünen D’or Fischer reagiert. Den Centerspieler möchte mittlerweile niemand mehr aus dem Brose-Kader weg denken und mit Sharrod Ford spielt einer variablerer Spieler auf der langen Position, der auch einen guten Wurf (40 %) von der Dreierlinie besitzt.

 

Wäre man nun mit den Wünsch-Dir-was-Verpflichtungen besser oder schlechter gefahren? Diese Frage kann abschließend nicht gerecht beantwortet werden. Finanziell wären einige Akteure wohl nicht finanzierbar gewesen und auch charakterlich hätten wohl nicht alle zu Trainer Chris Fleming gepasst. Alle haben mit ihren aktuellen Team durchweg großen Erfolg. Der direkte Vergleich erscheint schwierig, weil es zu viele Kaderbewegungen gab und es in der Rollenverteilung keine 1:1 Planplätze mehr gibt. Fakt ist, dass einige verpflichtete Alternativen zu Saisonbeginn nicht wie erhofft eingeschlagen sind, Fakt ist auch, dass viele der aktuellen Spieler Leistungsträger sind enormes Entwicklungspotential besitzen. Der in Bamberg ansässige Franke wird wohl ein einfaches “bast scho” über die Lippen bringen.

Albakiller a. D.


Gavels Verletzung im Gepäck ist das einzige Zählbare, war die Brose Baskets im Gepäck aus Ulm nicht nach Franken genommen haben. Kein Pokal, keine Ende der Diskussionen um den aktuellen Kader. Die Enttäuschung in Freak City sitzt tief und dass sogar der FT in aller Deutlichkeit kritische Worte abdruckte, ist ein Beleg für die ungenügende Mannschaftsleistung im Halbfinale. Erneut ist der Meisten von ALBA Berlin deutlich in die Schranken gewiesen wurde, das “Albakiller”-Label hat sich damit endgültig in den Ruhestand verabschiedet, a. D. quasi.

Der “Europäer” fehlt

Es fehlt in einer Gewissen Art und Weise der Schuss Genialität und Qualität, den Bamberg in den vergangenen Jahren im Kader hatte. Es mag durchaus platt klingen, aber die Komponente eines Spieler mit europäischem Spielwitz und Spielkultur geht Bamberg, seit dem gescheiterten Novica Velickovic-Reha-Experiment 2013/14, ab. In den letzten Jahren standen hierfür Namen wie Peja Suput und Boki Nachbar, die aus jeder Situation durch Basketball-Know-how oder individuelle Klasse eine Lösung aus dem Hut zaubern konnten, die den Gegner überrascht hat. Jetzt gibt es zwar insgesamt ein Plus an Athletik, aber gegen starken Defensivreihen scheit man als Mannschaft zu oft zu schnell mit dem Latein am Ende zu sein.

Gavel einzige Konstante

Nur Anton Gavel bildet von den Leistungsträgern hier eine positive Ausnahme. In jedem Spiel nimmt der die Rolle des Führungsspielers bereitwillig an und übernimmt Verantwortung auf beiden Seiten des Spielfeldes.  Ihm fehlt jedoch der verlässliche Side-Kick. Zu oft scheint der gebürtige Slowake in Drucksituationen auf sich alleine gestellt. Was wäre Batman ohne Robin und Alfred, was Colt ohne Howie und Jody, was das A- ohne das Team? Diese verlässlichen und konstant in Erscheinung tretenden zweiten und dritten Leistungsträger, mit denen Bamberg zu einer gefährlichen Hydra mutierte, fehlen aktuell.

Spannung scheint garantiert

Es ist durchaus spannend, wie sich dieser stark US-athletisch geprägte Kader bis zu den und in den Play-Offs entwickelt. Eine Prognose wäre geradezu töricht, zu groß erscheint die mögliche Varianz. Jetzt, Ende März sind anderen Spitzenteam im direkten Duell wohl einen Schritt weiter und smarter auf dem Feld. Kantersiege gegen Nicht-Topteams dürfen nicht darüber hinweg täuschen. Ein erster Test werden die kommenden 14 Tage, wenn das Team ohne sein Herz Anton Gavel in die Beko BBL-Schlachten ziehen muss. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der Raum für weitere Spieler ihren Anspruch zu untermauern Führungsspieler und Leistungsträger zu sein.

Jordan – his assistness


Foto: Beko BBL

Foto: Beko BBL

Aufsteigender weißer Rauch von der Brose Arena hätte heute gut ins Bild gepasst. Zum einen durfte Wolfgang Heyder “Habemus Spielmacher” verkünden, zum anderen gab es die vergangenen Tage wohl viele rauchende Köpfe um den letzte Kaderplatz für den Kampf um Titel zu besetzen. Die Wahl viel auf Bonns Spielmacher Jared Jordan und damit auf die Variante “Nummer sicher”. Nachdem sich die sportliche Leitung im Sommer noch hier und da verkalkuliert hat wird man mit ihm kaum Überraschungen erleben. Unisono gilt der 1.88 m lange US-Amerikaner als bester purer Point Guard der Liga, der wie kein anderer das Spieler seiner Mannschaft leiten und beeinflussen kann. Damit schließt er ein Vakuum bei den Brose Baskets. Sein Vorgänger Zack Wright hat dies, bei aller spielerischen Qualität, nicht im erforderlichen Maße abrufen können.

Es ist ja bekannt gewesen, dass wir uns nach der Trennung von Zack Wright auf der Suche nach einem neuen Aufbauspieler befunden haben, um uns im Kampf um die deutsche Meisterschaft bestmöglich zu verstärken. In Jared Jordan haben wir die Idealbesetzung für die vakante Position gefunden. – W. Heyder

Neuer Impuls für das Bamberger Spiel

Unter Jordans Regie, sollte sich der knirschende Sand im Bamberger Uhrwerk merklich lindern. Mit seiner überragenden Übersicht ist er in der Lage die hervorragenden Shooter wie Gavel, Jacobsen oder Smith in der richtigen Situation zu bedienen und auch die Frontcourt-Asse Fischer, Ford, Zirbes und Harris dürfen sich über rege Zuspiele in luftiger Höhe freuen. Dass dabei auch Jordan selbst einen guten Wurf von der Dreierline (37,4 %) besitzt, eröffnet nochmals neue Räume für seine Mitspieler. Insgesamt ist der ehemalige Bonner einer der effektivsten Spieler in der Liga, auch weil er neben seiner herausragenden Assistrate (7.8 apg) mehr als ordentlich beim Rebound (3.6 rpg) zupackt und damit so manchen Center in der Liga hinter sich lässt.

In der Verteidigung wird dem 29-jährigen manchmal eine gewisse Robustheit abgesprochen. Hier in Bamberg steht ihm mit Gavel  ein überragender Verteidiger zu Seite und hinter ihm warten die beiden Abräumspezialisten Ford und Fischer als Versicherung in der Zone.

Quelle: Brose Baskets + edit

Foto: Brose Baskets + edit

Headcoach Fleming hat nun alle Strippen gezogen, um die Brose Baskets für den Kampf um beide nationalen Titel zu rüsten. Jetzt gilt es das Potential auch in Erfolge umzumünzen. Mit Jordan und Goldsberry hat der Übungsleiter nun gleich zwei erfahrene verlängerte Arme auf dem Spielfeld. Beide wissen genau, wie der Beko BBL Playoff-Hase läuft und der Neuzugang ist heiß auf seinen ersten nationalen Titel.

Beko-BBL Stats 2013/14:
10.0 Punkte, 3.6 Rebounds, 7.8 Assists
pro Spiel

Bonner Schriftverkehr

In Bonn hingegen bläst man, trotz rheinischen Karneval, Trübsal. Es ist die Rede von einem aufgezwungen Spielerwechsel, der eine neue Dimension im Gebaren der Beko BBL Klubs untereinander einläutet. Telekom Baskets Präsident Wiedlich erhebt diese Vorwürfe in einem offenen Brief, relativiert jedoch mit den Worten, dass die Sache zwar unüblich erscheine, jedoch nicht ungesetzlich sei. Die Trauer über den Wechsel seines wichtigsten Akteurs ist nachvollziehbar sollte durch eine stattliche Ablösesumme versüßt worden sein. Als Ersatz haben die Magentafarbenen bereits Eugene Lawrence verpflichtet.

Ene mene bu und raus bist Du!


Selten war der Anspruch der Bamberger Basketballer in den vergangenen Jahr weiter von der Realität entfernt als gestern Abend nach der Schluss-Sirene auf Sardinien. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass sich die Brose Baskets erstmal aus der Riege der ambitionierten europäischen Clubs verabschiedet haben. Die besten 32 Teams des Kontinents im Top16 der Euroleague und im Achtelfinale des Eurocup finden ohne den nationalen Branchenprimus statt. Mit dabei dafür der FC Bayern München, ALBA Berlin und ratiopharm Ulm.

Führungsspieler Anton Gavel sprach gestern emotional aufgewühlt davon, dass etwas passieren müsse. Keine 24 Stunden später luden die Brose Baskets zur Pressekonferenz. Michael Stoschek, Wolfgang Heyder und Chris Fleming verkündeten in trauter Dreisamkeit die Abgänge von Spielmacher Zack Wright (10.0 ppg, 2,9 rpg, 3.3 apg | Beko BBL) zu Panathinaikos Athen und die Vertragsauflösung von Novica Velickovic (4.4 ppg, 4.3 rpg | Beko BBL). Beeindruckend und fast schon ein Novum, dass die beiden sportlichen Verantwortlichen mit sich selbst ins Gericht gingen und Fehler bei der Kaderzusammenstellung reklamierten.

Zwei geplante Starter gehen

Foto: Beko BBL

Foto: Beko BBL

Beim athletischen Playmaker Zack Wright, hat es trotz aller Bemühungen bei der Seiten einfach nicht Klick gemacht. Nach etlichen Dates mussten beide Parteien einsehen, dass sich keine Verliebtheit einstellen wollte. Besonders bitter erscheint die Erkenntnis, wenn man betrachtet welche starke Saison Alex Renfroe (13.2 ppg, 4.2 rpg, 5.2 apg | VTB United League) aktuell bei Einsey in Russland spielt. Er hatte im Sommer als erster aus dem Kader weichen müssen, da man es mit einer Alternative versuchen wollte.

“Wir hatten Zack Wright als Point Guard für unsere Startformation verpflichtet – es wurde allerdings zunehmend klar, dass er mit diesen Erwartungen an ihn nicht zurechtkommt.”

Foto: Beko BBL

Foto: Beko BBL

Die anderen Nachfolgeregelung erscheint noch weit dramatischer. Als Mischung zwischen Predrag Suput und Boki Nachbar, der aktuell mit dem FC Barcelona von Erfolg zu Erfolg eilt, wurde Novica Velickovic präsentiert. Monatelang war der Serbe offiziell nicht fit, danach bis zum heutigen Tage inoffiziell. Fit sei er, wurde zuletzt immer wieder betont, aber die Worte aus der heutigen Pressemitteilung sprechen eine andere Sprache.

„Wir waren und sind von den spielerischen Qualitäten von Novica überzeugt, mussten allerdings erkennen, dass seine körperliche Verfassung den hohen Anforderungen der weiteren Saison nicht gewachsen sein wird.”

Der Kader ist damit teilweise konsolidiert und die nicht wirklich vorhandene Lücke, die der Power Forward hinterlässt wird in wenigen Tagen Sharrod Ford schließen, der aus dem Lazarett zurück kehren wird. Der Spielwitz von “Nole” als europäisch geprägter Spiele hätte dem Team durchaus gut zu Gesicht gestanden. Ist es doch national und international ein Erfolgsrezept verschiedene Spielkulturen richtig abzuschmecken. An Athletik sollte es Bamberg im weiteren Saisonverlauf zumindest nicht mangeln, der Headcoach kann Rakim Sanders, Sharrod Ford und D’Or Fischer gemeinsam eine aufs Feld schicken und den Gegner zumindest physisch vor arge Probleme stellen.

Neuer Spielmacher wird gesucht

Mit John Goldsberry, Anton Gavel, Jamar Smith und Karsten Tadda haben die Baskets einen konkurrenzfähigen Backcourt. Dennoch suchen die Verantwortlichen bis zum Ende der Wechselfrist noch einen Spielmacher, der Zack Wrights angedachte Rolle beherrscht. Während Kaliber wie Walter Hodge und Pooh Jeter anderweitig anheuern, hat Wolfgang Heyder wohl Fox Cantus Spielmacher Joe Ragland (14.7 ppg, 2.8 rpg, 5.2 apg, 44% 3er-Quote | Eurocup) beobachtet. Zudem es gibt Gerüchte zum Interesse an Bonns Passkünstler Jared Jordan (10.6 ppg, 3.6 rpg, 7.8 apg, 39% 3er-Quote | Beko BBL). Letzterer wäre die Lösung Marke “Nummer sicher”, nachdem kaum jemand der “Überraschungs- und Potentialkandidaten” im Sommer die hohen Erwartungen konstant erfüllen konnte. Spielintelligenz und Führungsstärke sind auf jeden Fall Eigenschaften, die der Neue mitbringen sollte. Haben die Brose Baskets in dieser Saison doch regelmäßig komplett die Linie verloren, wenn es gegen erfahrene Mannschaften mit Spielwitz und “alten Hasen” ging: Kaunas, Ankara, Sassari.

Spannend wird es im Sommer, wenn die Saison vorüber ist. Wird das Brose-Team und Scout Brendan Rooney nochmals große Wagnisse und Risiken eingehen oder wird der FC Bayern München zum Vorbild. Der Landeshauptstadtclub hat vor der Saison sein Personal vor allem innerhalb der Liga rekrutiert und wurde dafür hart kritisiert. Platz 1 in der nationalen Liga und eine gute Rolle im Top16 der Euroleague gibt der Strategie von Pesic Sr und Pesic Jr. recht.

beko bbl semester awards

Semester-Awards in der Beko BBL


Eine rasante Halbserie in der Beko BBL liegt hinter uns. Somit ist es Zeit Zwischenbilanz zu ziehen und meine “kosmonaut’schen”-subjektiven Semester-Awards zu den wichtigsten Titeln zu vergeben. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die positiven und negativen Überraschungen der bisherigen Saison. Legen wir los!

Semester-Meister: FC Bayern München

Eine einfache Wahl, es genügt der lapidare Blick auf die Tabelle. Dort steht der Großstadtclub aus dem Süden mit eine Bilanz von 15 Siegen bei nur 2 Niederlagen auf dem Platz an der Sonne. Fakt! Man muss den Mannen von Svetislav Pesic zugestehen, dass sie eine wirklich starke Saison spielen. Die Philosophie, vor allem auf Neuzugänge aus der Liga zu setzen, wurde außerhalb hart kritisiert, ist jedoch einer der Hauptgründe für den bisherigen Erfolg. Im Gegensatz zu vielen anderen Konkurrenten waren die Bayern zu Saisonbeginn voll da und haben keine negative Überraschungen mit dem ausländischen Spielerpersonal erlebt. Nihad Djedovic (12.8 ppg), Bryce Taylor (9.9 ppg), Deon Thompson (12.1 ppg, 6.7 rpg) und John Bryant (9.7 ppg, 7.3 rpg) tragen als Importspieler das Team zu 90.0 Punkte im Schnitt pro Partie. Dazu kann auch Neu-Spielmacher Malcolm Delaney (11.6 ppg, 4.6 apg) überzeugen, also alles richtig gemacht!

Semester-Überraschungsteam: Mitteldeutscher Basketballclub

Die Mannschaft aus Mitteldeutschland gehört nicht unbedingt zu den Teams, die auf Rosen gebettet sind. Dennoch gelang es Trainer Silvano Poropat eine Mannschaft aus vorwiegend unbekannten Akteuren zu Formen, die mit 8 Siegen und 9 Niederlagen auf einem mehr als soliden Tabellenplatz 10 steht und an den Play-Offs schnuppert. Der pfeilschnelle US-Italo-Forward Angelo Colario (15.1 ppg, 7.5 rpg) mit dem Bubigesicht spielt eine überragende Saison. Überzeugend aus das das US-Duo im Backcourt. Marcus Hatten (11.0 ppg, 3.6 apg) gibt als erfahrender Playmaker Stabilität und der, aus der ProB gekommene, junge Amerikaner Adonte Parker (14.9 ppg) bestätigt das Vertrauen.

Semester-Co-Enttäuschungsteam: Medi Bayreuth & S.Oliver Würzburg

Die beiden fränkischen Teams hinken meilenweit hinter den Erwartungen her und zieren, abgesehen vom Rote-Laternen-Team aus Tübingen das Ende im Tableau. Mit 4 bzw. 3 Siegen waren die Trainer Predrag Krunic und Marcel Schöder nicht mehr zu halten und wurden durch die beiden Koch-Brüder Michael und Stefan ersetzt. Dazu noch diese unsägliche Geschichte um die Lizenzstatuten und fehlenden Gelder, die den Unterfranken auch noch Maluspunkte von der Liga eingebracht hat. Vom Potential her sollten beide Team eher im gesicherten Mittelfeld zu finden sein. Den Anschluss dort hin wieder herzustellen scheint schwierig, aber nicht unmöglich. Beide Mannschaften sondieren wohl den Markt nach Verstärkungen. Zuletzt wurde in Würzburg mit Dominic Waters (Ex-Manresa) ein neuer Spielmacher vorgestellt.

Semester-MVP: Anton Gavel (Brose Baskets)

Der “Mythos Gavel” (O-Ton: Per Günther) ist einmal mehr der Erfolgsgarant des vierfachen Serienmeisters. Zu Saisonbeginn lief vieles nicht rund: Neuverpflichtungen taten sind mit ihre Rollen schwer und es war ordentlich Bewegung im aktiven Kader. Anton “Hulk” Gavel (12.7 ppg, 3.4 apg) ist Bambergs verlässliche Konstante, die dafür gesorgt hat, dass die Brose-grauen mit einer 14-3 Bilanz nur ein Spiele hinter den Bayern liegen. Aus den großen Drei (Casey Jacobsen, John Goldsberry, Anton Gavel) scheint der überragende Eine mutiert zu sein. Kaum ein Spieler ist so wichtig für die Erfolge seines Team, ja für die Gesamtphilosophie einer Organisation, wie der gebürtige Slowake. Egal ob als Pitbull-Terrier und Organisator in der Verteidigung, als unaufhaltsamer Scorer oder als Spielmacher, das Herz Bambergs spielt gefühlt für zwei.

Semester-MIP: Larry Gordon (Phoenix Hagen)

Der US-Forward ist in seinem zweiten Ligajahr und hat einen deutlichen Schritt gemacht. Der bullige 1.99 m lange Forward ist aus allen Lagen gefährlich und dazu ein überragender Rebounder. Der Hagener weißt granatenstarke Statistikwerte (16.4 ppg, 8.0 rpg) auf, die belegen welchen Einfluss auf das Spiel. Der 26-jährige Athlet ist zweiteffektivster Spieler der gesamte Liga und mit seiner Power ein echtes Match-Up-Problem für jeden Gegner.

Semester-Defense-Player: D’or Fischer (Brose Baskets)

Der Centerspieler (10.9 ppg, 6.0 rpg, 2.4 bpg) des Meisters ist zwar nicht seit Saisonbeginn in Franken, seit seiner Ankunft ist die Verteidigung der Bamberger aber in einer anderen Dimension. Der athletische 2.11m Center mit den extrem langen Armen in der großen Vita verändert die Angriffsbemühungen der Gegner nachhaltig. Und wenn der Schlacks nicht zu einem seiner gefürchteten Blocks ansetzt, dann lebt er zumindest als potentieller Alptraum in den Köpfen der Gegenspieler. Diese Wirkung erzielt kein zweiter Akteur in der Liga und dank Fischer ist die Brose-Verteidigung wieder auf Titelträger-Niveau.

Semester-6th-Man: Julius Jenkins (EWE Baskets Oldenburg)

Drei Finalteilnahmen mit drei unterschiedlichen Clubs kann wohl sonst niemand in der Ligahistorie vorweisen. Der ehemalige Ratsamen hat trotz neuer Frisur nichts von seiner Klasse eingebüßt. Von der Bank kommend läuft er heiß wie eine Mikrowelle und sorgt für 14.4 Punkte in weniger als 25 Min. Spielzeit pro Partie. Starke Werte von der Dreierline (45%!) sowie die immense Erfahrung des fast 33-jährigen sichern dem Oldenburger Spiel auch über die Starting-Five hinaus Stabilität und sind ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Saisonverlauf.

Semester-Offensive-Player: Andy Rautins (Fraport Skyliners)

Der Kanadier und ehemalige NBA-Akteur der NY Knicks ist einer der Erfolgsgaranten für den guten Saisonverlauf der jungen Frankfurter Mannschaft. Mit vielen jungen deutschen Nachwuchsspielern ausstaffiert stehen die Hessen auf Play-Off-Platz 8. Andy Rautins  (17.6 ppg, 4.3 rpg, 3.6 apg)  ist nicht nur ein eindimensionaler Scorer, sondern ein Spieler mit kompletten Offensivrepertoire, der auch seine Mitspieler gut in Szene setzt. Durchschnittlich landen fast dreieinhalb Dreier pro Partie im Korb der Gegner und das bei 42% Trefferquote. Chapeau!

Semester-Comeback: Dirk Mädrich (Rasta Vechta)

Einst – 2005 – wurde Dirk Mädrich in Bamberg deutscher Meister und Bundestrainer Dirk Bauermann hat ihn sogar zum Nationalspieler erkoren. Nach weiteren Stationen in der Beko BBL und im Ausland war es lange still um den Center. Solange bis er mit dem Aufsteiger aus Vechta plötzlich wieder im Oberhaus in die Aufmerksamkeit der Basketball-Community rückte. Der 31-jährige sorgt mit 13.0 pgg und 5.4 rpg dafür dass Rasta besser da steht als es viele erwartet haben.

Semester-Co-Coach-of-the-year: Gordon Herbert (Fraport Skyliners), Silvano Poropat (MBC)

Die beiden erfahrenen Trainer haben ihre Mannschaften auf gute Positionen geführt, was vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Die jungen Teams aus Frankfurt und Weißenfels stehen auf Platz 8 bzw. 10 und haben alle Chancen auf eine Play-Off-Teilnahme. Die Kader sind gut zusammengestellt und beide Trainer schaffen es offensichtlich das Maximum aus ihrem Spielermaterial heraus zu kitzeln.

Semester-Eier: Walter Tigers Tübingen

3-14 lautet die ernüchternde Bilanz der zahnlosen Tiger bisher. Ein Team, dass in der Vergangenheit regelmäßig im sicheren Mittelfeld gelandet ist, befindet sich in argen Abstiegsnöten. Der Ausverkauf der besten Spieler konnte nicht kompensiert werden. Klasse, dass sich das Management trotzdem klar zur Trainer bekennt und das bis Saisonende. Igor Perovic ist auch als derjenige Trainer bekannt, der es regelmäßig geschafft hat seine Mannschaften während einer Saison am meisten zu verbessern. Stark!

Semester-All-Beko-BBL-Team:
Anton Gavel (Brose Baskets)
Andy Rautins (Fraport Skyliners)
Larry Gordon (Phoenix Hagen)
Angelo Caloiaro (MBC)
John Bryant (FC Bayern München)

Next-Semester-Team-to-Watch: ALBA Berlin

Klammheimlich haben die Hauptstädter den Anschluss an das Spitzenduo München und Bamberg geschafft. Sieben Siege und Serie und einen 8-2 Bilanz aus den letzten 10 Partien zeigt die starke Form von ALBA. Diese Saison ist es endlich Obradovic’ Team, der die vielen Abgänge von Leistungsträgern Richtung Bayern mit David Logan (13.4 ppg), Reggie Redding (11.7 ppg, 4.2 rpg, 4.1 apg), Leon Radosevic (12.5 ppg) und Levon (9.1 ppg, 5.1 rpg) Kendall bestens kompensiert hat und ganz neue Qualitäten in den jungen deutschen Spielern weckt. Der interessante Mix aus Erfahrung und Jugend scheint mittlerweile prima zu funktionieren. Wenn die Entwicklung so weiter geht, könnte am Ende Berlins Kultclub der lachende Dritte sein.

Auf 17 weitere spannende Spieltage und spannende Play-Offs voller Heldentaten und Dramen.

Kosmonaut

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Der neue Brose Arena Stuhl


Wer heute in der Brose Arena war, der konnte auch bei den schlimmsten Nachwehen der Silvesternacht die neuerliche Veränderung nicht übersehen. Mit der neuen Bestuhlung der Haupttribüne auf der Seite der VIP-Logen nimmt die Konsolidierung des Diffusen Ausstattungsmixes einen weiteren Meilenstein in Angriff.

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Nach dem offenen Polter-Brief von Franz Stegner (ehemals Naming-Right-Sponsor der Arena) war klar, dass die neuen Möbel wohl nicht aus Mittelfranken kommen. Mit Stahlrohr hat das neue Material auch nichts zu tun, es handelt sich um hochwertigen Kunststoff der EHEIM Möbel GmbH aus Öhringen, Model ARC LITE. Der Hersteller hat bereits die Münchener Allianz Arena, die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart, den Letzigrund in Zurich und die Zagreb Arena ausstaffiert. Beschrieben wird der “Neue” auf der Unternehmenswebsite  www.eheim-moebel.de folgendermaßen: 

With its signature design, the competitively priced ARC LITE sets the benchmark for tip-up spectator seating. The double-walled seat and backrest deliver outstanding comfort and durability, with looks that match.

Durch den höheren Rücken wirkt der Stuhl beim ersten Probesitzen bequemer, auch weil der Kunststoff von Natur aus weicher ist als das bisherige Stahlmaterial. In wie fern die neue Bestuhlung auch nach mehreren Jahren noch intakt ist und neuwertig wirkt muss die Zeit mit vielen “besessenen” Veranstaltungen zeigen. Wer die kompletten Neuerungen in der Brose Arena unter die Lupe nimmt, der weiß aber, dass Design und Qualität eine hohen Stellenwert besitzen.

Somit bleibt zu hoffen, dass die neuen Stühle Ende Juni ihre erste Feuertaufe bei den Sektduschen des fünften Titelgewinns der Brose Baskets in Folge erleben mögen.

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Brose Baskets in der Euroleague: Trauma in grün-weiß


Fast genau zwei Jahre ist es her, da ging es schon einmal um den Einzug in die Euroleague Top16 gegen Zalgiris Kaunas. Mit 68-82 ist Bamberg gegen Sonny Weems und Co. unter die Räder gekommen. Der Traum von der ersten Top16-Teilnahme war geplatzt.

Zwar haben es die Brose Baskets im Vorjahr hauchdünn zum ersten mal unter die besten 16 Clubmannschaften Europas geschafft, doch in diesem Jahr muss man dank neuer Regelung den Abstieg in den zweitklassigen Euroleague hinnehmen.  Dabei hatte es zu Saisonbeginn mit 2 Siegen aus 3 Partien gut ausgesehen, dass man es schaffen könnte sich nachhaltig unter den Eliteteam Europas zu etablieren. Danach folgten jedoch unnötige Niederlagen und im letzten Abschnitt gestern, eben wieder gegen Zalgiris Kaunas, der Gipfel des Unvermögens. Ein Spiel, das man sicher im Griff hatte, wurde nach einen 2-20 Laufs gegen gute, aber keineswegs überragende Litauer binnen weniger Aktionen komplett aus der Hand gegeben. Dabei hatte Real Madrid den Kontrahenten Anadolu Efes Istanbul eine 25-Punkte-Klatsche in deren Heimspielstätte verabreicht und das Ergebnis war zur Halbzeit bereits bekannt. Alles war also angerichtet, nur die Mannschaft hat es mit der 80-84 Niederlage leider verpasst die weitere Euroleague-Zugehörigkeit auch spielerisch zu manifestieren. Übrigens die achte Niederlage im achten Spiel gegen den litauischen Traditionsclub im Wettbewerb.

Gäste einfach viel smarter

Es fiel allen direkt oder indirekt Beteiligten schwer, diese Enttäuschung in Worte zu fassen. Am Ende war Bambergs Premiumsportteam selbst schuld, weil sie den Gegner – immerhin mit abgezockten Recken wie Sarunas Jasikevicius, Robertas Javtokas, Paulius Jankunas und Kristof Lavrinovic in ihren Reihen – mit haarsträubenden Fehlern wieder ins Spiel gebracht hat. Kaunas hat die Lunte schnell gerochen und nicht zuletzt dank des  überragenden Spielmachers Justin Dentmon (26 Punkte) die Brose Baskets erneute überrollt.

Sportlich teilweise gescheitert

Letztendlich ist die Fortsetzung der internationalen Reise im Eurocup wohl durchaus leistungsgerecht. Zwar hat Bamberg immer wieder gute Leistungen gebraucht, für das Top16 jedoch die spielerische Konstanz und eine gewisse Abgezocktheit sowie Siegermentalität vermissen lassen.  Dabei sollten die Fans nicht mit dem Finger auf die wenig erfahrenen amerikanischen Neuzugänge Rakim Sanders, Jamar Smith oder Zack Wright zeigen – auch die etablierten Spieler um Casey Jacobsen, John Goldsberry oder Novica Velickovic konnten den Unterschied nicht ausmachen. Sie stehen sogar am Ende des PIR (Player Index Rating), welches den positiven Einfluss auf das Spiel beschreibt.

Euroleague Einzelspielerstatistik der Brose Baskets

Das sportliche Konzept mit zwei jungen deutschen Centerspielern in die Euroleague-Saison zu gehen gilt jetzt als gescheitert. Mit D´or Fischer kam (zu) spät ein erfahrener athletischer 2.11 m Brettcenter. Philipp Neumann darf jetzt das gelbe Trikot der Oldenburger tragen, nachdem mit Nationalspieler Elias Harris ein neuer Power Forward den Weg an die Regnitz fand. Die Planung war eine mutige Entscheidung, die sich am Ende nicht wie erhofft ausgezahlt hat. Deshalb jedoch nun massiv den Stab über den Trainer zu brechen ist vermessen – genau deshalb wurde der F.C. Bayern München zu Saisonbeginn überall arg kritisiert.

Neues Ziel Eurocup-Halfinale

Mit dem Halbfinale hat Manager Wolfgang Heyder bereits das neue sportliche Ziel gesteckt. Ein Spaziergang wird der Eurocup jedoch nicht. Zuerst gilt es die Gruppenphasen gegen die starken, aber eher unbekannten Teams von Banco Sardegna Sassari, BCM Gravelines und Aykon TED Ankara siegreich zu überstehen.

In der Euroleague hingegen wird der F.C. Bayern München jetzt alleine die deutschen Farben vertreten. Bamberg hat mit dem Scheitern eine große Chance vertan den deutschen Basketball und sich als Club nachhaltig in Europas Elite zu etablieren und damit in eine neue Dimension vorzustoßen. Immerhin möchte Hauptsponsor Brose und Michael Stoschek mittelfristig in die Top8 Europas einziehen. Zwar gilt Deutschland und Frankreich als einer der neuen Zielmärkte der Euroleague, jedoch gelten imho Großstadtteams aus den wohlklingenden Metropolen mit riesigen Arenen auf den ersten Blick attraktiver als die fränkische Provinz – egal wie hell der neue LED Würfel auch leuchten mag. Es bedarf nun viel gemeiner Anstrengung alle Stakeholder, damit man in Bamberg nicht in zwei Jahren zurück schaut und dieser Chance immer noch hinterher trauert.

Foto: NBA

Harris macht grau


Foto: NBA

Foto: NBA

Bamberg hat mal wieder zugeschlagen. Mit dem athletischen Elias Harris findet einer der begehrtesten deutschen Spieler den Weg nach Franken. Nach seinem NBA-Aus bei den berühmten L.A. Lakers war der Speyerer heiß begeht. Dass sich am Ende die Brose Baskets die Dienste des  2.01 m langen Flügelspielers sichern konnten, ist sicherlich nicht zuletzt dem verstärken Engagement der Großsponsoren um die Brose-Gruppe zu verdanken.

Für zwei Jahre bindet sich Elias Harris an den deutschen Meister. Im Sommer 2014 besitzt er eine Opt-Out-Klausel, wenn ihm ein garantierter NBA-Vertrag angeboten wird.

Viele Möglichkeiten im Kader

17.6 Punkte und 8.4 Rebounds pro Partie standen im letzten Jahr seiner NCAA-Ausbildung in Gonzaga für den 24-jährigen zu Buche. Diese Qualitäten in Verbindung mit der deutschen Nationalität können für die Bamberger Gold wert sein. Nicht nur, dass der Ausfall von Sharrod Ford kompensiert wurde, mit Harris bietet sich auch maximale Flexibilität im jetzt mit 15 Spielern doch recht vollen Brose-Kader. Zwar stehen laut Manager Wolfgang Heyder keine unmittelbaren Veränderungen an, mittelfristig ausschließen sollte man diese bei einigen Fragezeichen im Kader jedoch nicht.

Überragender Athlet

Von der Spielanlage her wird Elias Harris oft und gerne den Korb attackieren und dabei ein ums andere mal seine Sprungkraft unter Beweis stellen. Als Tweener ist er etwas zwischen der Position Power und Small Forward, wird in Europa jedoch vor allem auf der “Vier” zum Einsatz kommen. Mit ihm, Rakim Sanders, Sharrod Ford und D´Or Fischer hat man jetzt vier überragende Athleten auf den großen Positionen, die zumindest national viele Teams vor kaum lösbare Aufgaben stellen sollten.

Stärken

  • sehr guter Athlet
  • sehr guter Rebounder
  • attackiert das Brett
  • guter “Motor”

Schwächen

  • Tweener
  • unkonstanter Wurf
  • sinkende Dreierquote von 41 % auf 17 %
  • unterdurchschnittlicher Freiwerfer
2013-10-16 23.08.53

REALismus pur


mirotic

Screenshot realmadrid.com

69-89 hies es am Ende gegen die aktuell wohl beste Clubmannschaft Europas, Real Madrid. Dabei gab es beim 69-72 vier Minuten vor dem Ende noch kurz Hoffnung. Dann aber machte das weiße Killerballet ernst. Mit einem 0-17 Lauf gingen die Brose Baskets am Ende vom Feld. In diesen Minuten musste jedem in der Halle und der Welt vor dem TV klar werden, welch Klassenunterschied zwischen den individuellen Akteuren der Madrillenen und der Bamberger herrscht.

Weltklassespieler im Kader

Für jeden Basketballfan war es eine Augenweide, wie Chefstratege Sergio Rodriguez die Angriffe sicher initiiert hat und mit Selbstvertrauen von hier bis nach Südspanien die entscheidenden Big Points von der Dreierlinie gesetzt hat. Oder wie der stolze, fast schon arrogante, Rudy Fernandez als zweite Anspielstation immer wieder den an der Dreierlinie wartenden oder in die Zone schneidenden Nikola Mirotic fand. Ein elegantes 2.10 m Juwel, der alles mit dem Ball kann und in der Riege der besten Spieler Europas angelangt ist. Mit brutalem Selbstvertrauen werden die Spielzüge wie in einem präzisen Schweizer Uhrwerk abgespielt und dem Gegner bleibt kaum ein Mittel die Königlichen zu stoppen wenn sie richtig ernst machen.

Play-Off Riten ungewiss

Bamberg hat sich zwar achtbar geschlagen, war am Ende jedoch nicht wirklich auf Augenhöhe mit dem Millionenensemble, bei denen der ehemalige Brose-Meistercenter Marcus Slaughter nur eine kleine, aber genau abgesteckte Rolle spielt. Bleibt am Ende heute eigentlich eine Frage unbeantwortet.  Wie geht das Team von Real Madrid mit ihrer bereits jetzt auffälligen Bartmode in den Play-Offs umgehen. Vielleicht lassen sich ja Sergio Llull und Co. die Haare lang wachsen um dann im Jesus-Look zu wirbeln.