Reisebericht: Istanbul

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Spätestens seit dem James Bond Film Die Welt ist nicht genug”,wollte ich unbedingt die Metropole am Bosporus besuchen. Ende September haben meine Freundin und ich uns vier Tage in dieser riesigen Stadt gegönnt und es nicht bereut. In diesem Blog möchte ich einige meiner Erfahrungen teilen, vielleicht macht es den ein oder anderen neugierig oder es hilft bei der Reisevorbereitung.

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Quo Vapiano


Zugegebenermaßen war auch ich einmal Fan des Gastrokonzepts Vapiano. Damals, in Budapest, habe ich mich wohl von den hübschen langbeinigen und kurzrockigen Verkäuferinnen der ansässigen Luxusmodelabels ablenken lasse, die dort ihre Salätchen zu sich nahmen. Logisch, ein bisher unbekanntes Konzept machte neugierig, das nette Ambiente tat ein Übriges und jeder weiß, dass ich wirklich auf diese Gummibärchen am Eingang stehe.

Mittlerweile, nach diversen Besuchen von Vapiano Restaurants, sehe ich das Konzept durchaus differenzierter. Klar, die Gummibärchen und die frischen Teigwaren schmecken noch immer ziemlich lecker, aber der “Trade-Off”, den ich als Gast zu häufig dafür eingehen muss, bringt mich schon vorher um jeden Genuß.

Schlangestehen

Kaum komme ich als Gast in ein überfülltes Restaurant und konnte einen Platz ergattern, muss ich diesen schon wieder aufgeben. Der Kunde muss sich ja in diesen endlosen Schlangen an dem lange Frontcooking-Tresen einreihen, und fühlt sich hierbei einer Idee konfrontiert, die wohl irgendwie zwischen IKEA und McDonalds liegt. Der schlaue Gast könnte es natürlich mit der Idee des Schlangenstehopfer probieren, der für mehrere Personen in der Schlange als Lobbyist der hungrigen Mägen tätig ist, während der Rest schon einmal die Geselligkeit geniest. Aber dieses Gastkonzept scheitert letztendlich am Gastrokonzept. So habe ich bereits nach einer Runde kaum noch Lust auf die leckeren italienischen Köstlichkeiten, aber mir diesen Wahnsinn für Pasta, Pizza und Salat dann gleich dreimal anzutun, würde mich an die Grenzen meines guten Benehmens bringen. Da fällt mir auf, wie bequem es doch in einem durchschnittlichen Restaurant ist, dass man alle seine Essenswünsche auf der Karte direkt an einen Ober richten kann und nicht auf mehrere verschiedene warte muss, die sich für eine gewisse Richtung zuständig sehen. Notiere: Das nächste mal ein paar Euro mehr Trinkgeld für diesen tollen Service bereit halten.

Spaßfaktor gegen Null

Man darf sich durchaus nach dem Spaßfaktor fragen, einen Großteil der Quality-Time in Gesellschaft dann in verschiedenen Schlangen zu verbringen, in denen jeder mit hungrigen Mägen nur rudimentär mit Mimik und Gestik kommunizieren kann? Tendenz gegen null! Da lob’ ich mir doch die Vorzüge eines netten Restaurants, wo Fachpersonal sich um die Logistik kümmert und ich die kostbare Zeit mit Gesprächen und ungetrennten Miteinander verbringen kann – vor und während des Essens. Notiere: Noch ein paar Euro mehr als oben geplant für diesen tollen Service bereit halten.

Dies ist eine Einzelmeinung und stellt keineswegs das Geschäftsgebaren, das einladende Ambiente oder die hohe Qualität der angebotenen Speisen in Frage. Und ja, wahrscheinlich werde ich auch wieder das ein oder andere Vapiano Restaurant ansteuern. :-)

Neuer Durchblick


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Nach fünf Jahres Treue durch Dick und Dünn habe ich meine alte Brille verlassen und bin mit einer neuen Stiften gegangen. Dabei erinnert meine Beuteschema an das von Tennis-Boris bei seinen vielen Frauen. Nach vielen Besuchen diverser Optiker-Läden in Bamberg bin ich in der Austraße an einer Schwarzen hängen geblieben und jetzt hängt diese Schwarze selbst zwischen Ohren und Nase. Sie darf jetzt die Welt mit mir erblicken, während die Alte ihrer verdienten Rente in einem Etui im Handschuhfach entgegen sieht.

Mehrmalige Besuche des Ladens und circa 137 Modellproben in jeglichem Lichtumfeld musste nicht nur das Personal sondern auch die Freundin und zufällig anwesenden Freunde über sich ergehen lassen. Zum Glücl blieb Optiker Berhand stehts gelassen und hat mich bestens beraten. Und so habe ich jetzt endlich das gute Stück: Bestellt und handgefertigt im Allgäu. Kleinserie mit Nummer und matt gebürstet.  Elegant, aber dennoch mit dem gewissen Extra. Jedem der ja zur Brille sagt und kein 08/15-Modell der großen bekannten Optikerketten sein Eigen nennen will, der sollte auf jeden Fall mal in diesen kleinen Laden mit den coolen Brillen vorbei schauen.

Ich sehr die Welt jetzt zwar nicht mit anderen Augen, aber wenigsten durch eine neue Brille.

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Tatortwääh langsam


Die Krimifans der Nation haben lange auf gestern Abend gewartet. Der erste Tatort mit Till Schweiger als Hamburger Polizist Nick Tschiller und Rekordbudget flimmerte über die Mattscheiben deutscher Wohnzimmer. Schon nach den ersten 90 Minuten wird klar, dass die Hamburger Version zumindest kein klassischer Vertreter der Serie ist. Wo sich die Tatort-Reihe positiv von den vielen Action-Krimis und Produktionen der privaten Sender distanziert und mit schauspielerischem Handwerk glänzt, gelingt es diesem Beitrag nicht sich dort einzureihen.

Schweigers Tatort ist wohl eher dafür gedacht die junge Zielgruppe nachzuziehen. Ein wenig Bond, ein wenig Stirb-Langsam, dazu unweigerlich aufkommende Analogien zu Kokowääh, wenn er seine (leibliche) Tochter in der Patchworkfamilie bemuttert. Slow-Mo Kämpfe in fahrenden Vans, Fluchtfahrzeuge werden zu Fuß eingeholt und gefühlt ein Drittel des Film Schießduelle jeglichen Kalibers. Da freut man sich geradezu auf die Frühstückeierhärtegraddiskussion mit dem holden Töchterlein zum Luft holen und durchatmen. Leider kommt der neue Hamburg-Tatort damit nicht an die erstklassigen und feinsinnigen Episoden aus Münster, München oder Kiel ran, wo interessanten Figuren und intelligente Ermittlungsarbeit anstatt wilder dumpfe Ballerei im Mittelpunkt der Fälle steht. Dennoch bietet Sidekick Farih Yardim als witziger Technikfreak samt Überwachungsfimmel eine durchaus sympathische Komissarfigur, die das vorhandene Potential erahnen lässt.

Tatort-Kultfaktor wird so wohl kaum erzeugt, Actionfans wird Schweigers blutiger Einsatz jedoch freuen.