
143 Minuten bester Bond zwischen klassischer britischer Ausprägung und modernen Bedrohungslagen im Stile von MI6-Leaks, die kurzweilig unterhalten und den geneigten 007 Fan fesseln. Diese kommt anders daher und ist zugleich ein typischer Vertreter seiner Reiher. Die starke, männliche Hauptfigur James wirkt zu Beginn eher gealtert und geschwächt, nur um sind furious wieder zum Dienst im Geheimdienst Ihrer Majestät zurück zu melden.
Spielen mit Bildern
Regisseur Sam Mendes unterstreicht diesen Zwiespalt nicht nur in der Szene, als Bond den neuen, jungen und nerdigen Q erstmals in der National Gallery vor William Turners berühmtes Gemälde “The Fighting Temeraire” trifft, wo ein jüngeres Dampfschiff ein altes Schlachtschiff zur Verschrottung schleppt.
Überhaupt lebt Skyfall auch von der Macht der Bilder, die wohl noch nie so durchdacht und wirkungsvoll waren. Natürlich gibt es wilde Verfolgungsjagden, reichlich Schusswaffengebrauch und überraschenderweise nur ein echte Bondgirl, aber Szenen wie ein Schattenkampf im Wolkenkratzer in Shanghai, die Bootsfahrt durch das Lichtermeer in Macao oder die düsteren Nebelstimmung Schottlands sind ein echter Hingucker.
Es wird familiär
Die Story kommt, für einen Bond, wenig abstrus aber klasse inszeniert daher. Kein Bösewicht, der die Weltherrschaft an sich reißen will, statt dessen ist es diesmal schon fast emotional und persönlich wie in einem Heimatkrimi. Ein Trend, der seit Daniel Craigs Übernahme der Figur bereits zu beobachten war und seine Fortsetzung findet. Zu den bekannten Gernes Action und Thiller gesellt sich fast noch das Drama hinzu. Dementsprechend stark treten auch die Figuren auf: Von Bond über M bis hin zum, von Javier Barden exzellent gespielten, Bösewicht Silva.
Klassiker inklusive
Nett sind die vielen kleinen Anspielungen auf Bond-Filme vergangener Tage. Egal ob Q 007 erklärt, dass explodierende Kugelschreiber nicht mehr zeitgemäß sind, es mit der klassischen Dschunken-Einstellung, aus “Der Mann mit dem goldenen Colt”, übers Chinesische Meer zur Bösewichtinsel geht oder Bondgirl Severine wie damals Kim Basinger als Klaus-Maria-Brandauer Geliebte, gefesselt im Innenhof ihrem Schicksal entgegen blickt. Natürlich darf auch der wunderschöne silberne Aston Martin DB5 samt legendären Schleudersitzknopf nicht fehlen.
Mehr möchte ich nicht verraten. Der Film wird nicht nur eingefleischte Bond-Fans begeistern, sondern auf Freunde hochklassiger Thriller in sein Bann ziehen. Absolute Anschauempfehlung!






