Emdzei


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Ära Bamberg – Episode V


Fast scheint es ein wenig langweilig zu werden, zumindest tat dies der Ulmer Spielmacher Per Günther gestern Abend so kund, aber so ein Pokalsieg hat dennoch seinen Reiz. Die Brose Basket haben heute wieder zwei Systemzustände im Deutschen Basketsball manifestiert. Zum einen bleiben die Telekom Baskets Bonn weiterhin der ewige Zweite, dem einfach kein Titelgewinn gelingen mag, zum anderen würde die Ära Bamberg eindrucksvoll mit dem fünften nationalen Titelgewinn in Folge (ohne sämtlich ebenso errungenen Champions Cups) untermauert.

War die Sache gestern danke einer überragenden Partie von Anton Gavel gegen die sehr gut eingestellten Ulmer mit dem 99-96 Sieg nach Verlängerung – einem der besten TV Spiele der letzten Jahre – noch äußerst spannend, war die Sache heute gegen das Heimteam aus Bonn nach einem schnell herausgespielten Vorsprung ziemlich souverän. Diesmal waren es Center Marcus Slaughter und der alte Haudegen Predrag Suput, die den in magenta gekleideten Gegner keine Chance ließen.

Der Pokal Three-Peat ist geglückt, die Geschichtsbücher warten nun auf denn Double-Three-Peat. Jedoch das das Top4 Turnier auch gezeigt, dass Spitzenteams, wie z. B, aus Ulm, dem vermeintlichen Überteam aus Franken durchaus auch Niederlagen zufügen können.

Jetzt wird aber erstmal gefeiert, im Pokal ist auf jeden Fall genug Platz für etliche Liter besten Bamberger Bieres. Prost!

Foto: Brose Baskets (D. Löb & K. Engelhaupt)

johnf2


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Twitteraschung


Dieses Foto mit nebenstehenden Text habe ich vergangene Woche nach dem Check-In ins JOHN F. Hotel in Berlin bei Path gepostet und via Twitter verbreitet.

Wenige Minuten später erreichte mich folgende Twitter-Nachricht:

ARCOTELHotels ARCOTEL Hotels
@emdzei – ja vielen Dank! Zum schlafen das Bett & zum entspannen der Sessel? :) Tollen Aufenthalt Ihnen! Beste Grüße ARCOTELHotels Team 

Ich war überrascht und auch erfreut über den direkten Dialog. Eine wahrlich positive Userexperience und das Hotel wird mir positiv in Erinnerung bleiben. Einfacher und effektiver Kundendialog und CRM.

mcdonalds_facebook


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Review Fachtagung für PR- und Community Management


Vergangenes Wochenende durfte ich bei der Fachtagung für PR- und Community Management mitwirken, zuhören und lernen. Ich aus dem kleinen Bamberg zwischen den Verantwortlichen für die Social Media Kommunikation der Bayer AG, der Deutschen Bank, der Volkswagen AG, vom Daimler, von McDonalds, des ADAC und vielen anderen Big Playern.

PR- statt Marketingaufgaben

Social Media Kommunikation ist ganz klar eine Aufgabe für die PR- und Redaktionsabteilungen der Unternehmen, weniger für das klassische Marketing an sich. Hierbei ist es elementar organisches Wachstum der Community zu erzeugen, also Menschen die sich wirklich für das Umfeld in denen ein Unternehmen agiert interessiert und sich dort engagiert. Es ist besser 500 engagierte Community Mitglieder zu haben als 5.000 inaktive Karteileichen. Somit kann die Fananzahl isoliert betrachtet also kein echter KPI sein.

CRM wird die neue PR

Die klassische PR wird sich immer weiter in Richtung CRM verschieben. Was auf den ersten Blick Fragezeichen aufwirft, leuchtet bei näherer Betrachtungsweise ein. Die Zeiten in denen Menschen schön formulierten Botschaften von Unternehmen uneingeschränkt Glauben schenkt ist vorbei. Die Themen müssen nicht mehr (künstlich) von der PR-Abteilung geschaffen werden, die Themen sind bereits da. Sie sind da draußen in der Community und die Unternehmen müssen diese zukünftig aufgreifen in um Rahmen eines sensiblen CRM behandelt – ergo Community Management betreiben, welches immer häufiger via Social Media stattfindet. Diesbezüglichen Erfolg vorausgesetzt wird aus der One-to-Many Kommunikation einen Many-to-Many Kommunikation, mit vielen Markenbotschaften, die auf der Basis von Empfehlungsmarketing PR Aufgaben wahrnehmen.

Mitarbeiter als Kommunikatoren 

Immer mehr Unternehmen entdecken deshalb auch das Potential ihrer eigenen Mitarbeiter. Diese setzten sie bewusst als Multiplikatoren und Kommunikatoren ein. Intel schulte 5.000 Mitarbeiter, die dazu legitimiert sind in Foren etc. ohne Rücksprache unternehmensbezogene Themen zu kommentieren. McDonalds Deutschland plant ebenso die Einbeziehung ihrer Mitarbeiter um noch mehr Social Media Buzz zur Marke zu generieren.

Grundsätzliche haben alle Marken – trotz großer anfänglicher Skepsis – sehr gute Erfahrung mit der Einbeziehung von engagierten eigenen Mitarbeitern mit hoher Fachkompetenz gemacht. Mitarbeiterblogs – intern und extern – sind sowohl bei Volkswagen wie auch Daimler ein echter Hit.

Shitstom – (meist) halb so wild 

Kritik oder sogenannte Shitstorm werden zukünftig wohl noch zunehmen. Das muss man als Marke aushalten und gegebenfalls annehmen. Hier helfen vor allem vier Leitlinien: Charme, Humor, Klarheit und Verbindlichkeit in der Kommunikation. Bei irrationalen Verhaltensweisen hilft jedoch auch das nicht mehr. Im Vergleich zu Deutschen Bank wirken alle anderen Negativereignisse wie mickrige Shitstörmchen. Geregelte Kommunikation ist dank Atac und Co. kaum mehr möglich und so wird momentan ernsthaft über eine Exit-Strategie aus der gesamten Social Media Kommunikation nachgedacht.

Content is king!

Das Wichtigste für die Kommunikation sind die Inhalte. Hier überragt Qualität die Quantität und die PR Abteilungen werden zu Inhaltelieferanten für Themen, die durch die Community vorgegeben werden. Das Geheimnis einer guten Community-Pflege ist den Nerv der Mitglieder zu treffen. So interessiert sich z. B. kaum jemand explizit für Tierfutter, dafür sehr viele für das Thema Haustiere. Ergo sollte man doch lieber eine Community über dieses Thema sticken. Hier stellt sich auch die Gretchenfrage für viele Unternehmen ob der Sinnhaftigkeit z. B. einer Facebook-Präsenz. Gibt es genügend Inhalte für eine adäquat große und vor allem aktive Community oder sollten die Ressourcen nicht lieber erfolgsversprechendere Projekte fließen?

Neben vielen große Marken entdeckt jetzt auch der ADAC die “online-first” Strategie. Während bei vielen Unternehmen online noch stiefmütterlich behandelt wird, haben die erfolgreichen Branchenführer die Zeichen der Zeit erkannt. Zukünftig wird die Motorwelt bereits ein bis zwei Wochen vorher online und mobile bereit stehen.

Dialogorientierung in jeder Beziehung 

Für erfolgreiche Community Manager sind zwei Dinge entscheidet. Zum eigenen braucht er die Legitimation möglichst frei im Namen des Unternehmens kommunizieren zu dürfen, zum anderen muss er zeitnahen Zugang zu allen relevanten Informationen haben. Copy und Paste von Pressemitteilungszusammenfassungen sind ein No-Go, dafür muss er immer souverän die “coole Sau” raushängen lassen. Er bzw. das Social Media Board kann nur dann erfolgreich sein, wenn das Unternehmen selbst die Offenheit und Dialogbereitschaft bis hoch zum CEO lebt.

Mehr gibt es demnächst in diesem Blog zu lesen.

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Meine neuen Freunde, die Milchbauern Sebi und Paul


Eigentlich haben die Schweizer den ruf nicht besonders cool zu sein. Ganz anders kommt die Schweiz mit ihrer neusten Social Media Kampagne “Holidays without Internet” daher. Sebi und Paul, zwei urige Milchbauern machen sich auf in die große Stadt und frönen im Café einen keinen Facebook-Chat.

Mein Tipp an alle Social Media Freak. Unbedingt dem Video der beiden Milchbauern folgen und dann im richtigen Moment den “Connect-Button” drücken. Zwar fordert das Procedere eine Menge Recht, aber es lohnt sich! Danach kann man die Rechte ja wieder entfernen.

Genug geschrieben, hier gehts zur Anwendung von myswitzerland.

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys


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Ulrich Tukur ist zweifelsohne einer der allerbesten deutschen Schauspieler. Egal ob als TV Kommissar mit Gehirntumor im Tatort, als skrupelloser Stasi-Mann bei Das Leben der Anderen oder vielen weiteren herausragende TV- und Kinoproduktionen, Tukur bleibt durch seine Rollen stets nachhaltig in Erinnerung.

Nur wenige wissen, dass neben der Schauspielerei seine Liebe der Revue- und Tanzmusik der 1920iger – 50er Jahre gilt. Davon konnte, nein durfte sich Bamberg zu Beginn dieser Woche überzeugen. Zusammen mit seinen skurril wirkenden Rhytmus Boys schmetterte der Schauspielstar mit Klavier, Elektroorgel und Ziehharmonika ein herrliches Stück nach dem anderen, irgendwie zwischen Melancholie, Beschwingtheit und Klamauk. Unterbrochen von hervorragenden und aberwitzigen, teils grotesken Bühnenspieleinlagen mit schier unbeschreiblichen Albernheiten. Wunderbar leicht, aber gar nicht seicht und dennoch schwer zu begreifen und schon gar nicht zu beschreiben. Grandios!

Selten ist es zu beobachten, dass bei einem Konzertereignis Menschen jeglicher Generation und sozialen Milieus einhellig die Köpfen im Rhythmus bewegten – von der Omi mit Krücken bis hin zum jungen Studenten. Das Quartett hat es auf jeden Fall geschafft generationsübergreifend zu begeistern und mit  ihren Theatereinlagen die Lachmuskeln des Publikums aufs äußerste zu strapazieren.

Note: 1 mit *




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Wir sind alle Gärtner


Jonber

21.10.2011 | 12:03

Was die fehlende Anerkennung angeht (ist das denn überhaupt so?): da hilft vielleicht, wenn einige hier endlich damit aufhören würden, sich selbst als das Hinterweltler-Kuhdorf hinzustellen, dass ihr basketballerisch schon lange nicht mehr seit! Das wird an Peinlichkeit nur übertroffen, wenn sich dieselben über Bauern-Sprüche der Basketball-”Ausländer” entrüsten…

Quelle: schoenen-dunk.de

In der Tat ist es endlich an der Zeit diese Mär von Bamberg als „Hinterwelter-Kuhdorf Hinterwäldler und seinen Bauern“ zu beenden. Bamberg ist nämlich traditionell ein eine Gärtnerstadt – und war noch nie etwas anderes. Schon seit dem Mittelalter pflanzen die Bamberger Obst und Gemüse an und versorgen damit die Region mit Grundnahrungsmitteln. Die erwähnten Kuhdörfer findet man zwar auch, doch sind diese eher im oberfränkischen Umland anzusiedeln.


In Bamberg selbst kann man die Auswirkungen dieser Gärtnerkultur noch heute in einem ganzen Stadtteil, nahe der Ottokirche, hautnah erleben.

Kleine Häuschen mit schlecht gestrichenen, großen hölzernen Durchfahrtstoren samt Innenhof und kultivierten Gartenanteilen reihen sich in niedlichen Sträßchen aneinander. Gärtner, die sich bereits im gepflegten Rentenalter befinden, fahren in Blaumann, Gummistiefeln und Hut mit ihren grünen Uralt-Fendt-Traktoren auf der Memmelsdorfer Straße von ihren Gemüsefeldern nach Hause. Dass sie dabei auch mal den gesamten Feierabendverkehr lahm legen, ist eine Randerscheinung. Unzählige Salatpflanzen, Zwiebelschalotten oder Kartoffelknollen sitzen brav in Reih und Glied im Gärtnerland neben der Autobahn A70 und in Sichtweite der örtlichen Dependance des Hauptsponsors.

Ebenso Dicht an Dicht wie die Basketballfans in der Stechert Arena, wenn es als kleines Bamberg gegen die großen europäischen Metropolen geht. 6.800 stellvertretend für 70.004; das Umland sei hier, der Einfachheit halber, vernachlässigt.

Dicht an Dicht wie die Menschen in den Vorlesungssälen der Otto-Friedrich Universität, die mit mehr als 12.000 Studenten aus alles Nähten platzt. Seit 1647, also weit vor dem ersten Sprungball in Bamberg, trägt die Bildungseinrichtung dazu bei, dass sich das Hinterweltertum in Oberfranken lichtet.

Dennoch ist es etwas Besonderes, dass Bamberg (0,07 Mio.) der Riege der ganz großen Clubs aus den bekannten Hauptstädten des Kontinents mitspielt. Im Vergleich zu Moskau (11 Mio.), Athen (4 Mio.), Madrid (3,5 Mio.) und Berlin (3,5 Mio.) ist Bamberg durchaus Provinz. Und das ist gut so, es brennen Sonnwendfeuer statt Autos. Es schlagen Bierkrüge aneinander, statt Fäuste in U-Bahnstationen. Die Einwohner protestieren mit Schwimmtieren für den Erhalt einer Flussbadestelle statt mit Molotow-Cocktails gegen nationale Sparmaßnahmen. Kugeln treffen vielumjubelt Schützenscheiben statt still und heimlich Körper von regierungskritischen Journalisten. Das Gemüse gibt’s noch vom Gärtnerstand am Wochenmarkt anstatt im 24 Stunden geöffneten Hypermarkt in Mega-Shoppingmalls.

Wir dürfen also mit einer gewissen Asterix- und Obelix-Mentalität durchaus Stolz sein auf das Erreichte in der herrlichen fränkischen Provinz. Wohl wissend, dass uns viele Anhänger aus Basketballmetropolen als „hinterwelterische Bauern“ belächeln. Wir spielen diese Gallier-Römer-Karte als Fans mit einer gewissen Ironie und Heimatverbundenheit ja selbst gerne aus.

Dennoch muss es korrekt aus dem genannten Basketball-Ausland „Ihr Bamberger Gärtner“ heißen, wenn man dort über uns spricht. Und auch die Hinterwelt hat sich Neuerdings in eine hochoffizielle Randmetropolregionenlage verändert.

Schöne Grüße nach Berlin.

Euer Bamberger Gärtner am Rande der Metropolregion.

Markus Reinfels ist Basketballfan mit Leib und Seele. Bei den Brose Baskets ist er für Scouting & Statistik verantwortlich. Er schreibt Kolumnen in den Basketballmagazinen RED und JUMP. Ehrlich, echt und frei nach Schnauze.
Dieser Beitrag ist aus der aktuellen RED Ausgabe vom 17. November 2011.

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