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Plakative Wahl


Es ist Wahl. Und wer die Wahl hat, der hat bekanntlich die Wahl. Wir, die Bürger, haben die Wahl eine Partei oder politische Köpfe zu wählen. Und die haben die Wahl bei den Plakaten, die uns allerorts in zigtausender Ausführung begegnen. Zeit auch mal diese Wahl an Motiven und gestalterischen Elementen unter die Lupe zu nehmen – möglichst frei von der eigenen politischen Einstellung.

Blasse SPD

Die SPD leidet in Bayern auf Landesebene ja schon fast traditionell an einer gewissen Farblosigkeit – mit der Gefahr zunehmender Bedeutungslosigkeit. Und hatte Bambergs OB, Andreas Starke, damals noch mit knalligem Orange auf klassischem Schwarz-Weiß punkten können, so wirkt die aktuelle Bezirkstagskampagne doch recht blass. Fahle Farben, dazu teilweise fast schon grimmig-ernste Gesichter auf weißem Hintergrund tragen nicht unbedingt zu mehr Profil und Kontrast der Roten bei. Hallo Herr Schwarz, lächeln Sie doch mal! Schade, denn eigentlich sind die Plakate von der Aufmachung her ganz cool und modern umgesetzt. Auf den großen “Wesselmännern” wirken die fünf Lokalpolitiker wie die Reunion der Boygroup NSYNC bei den MTV Video Music Awards. Eine klasse Idee, alle zur Wahl stehenden Personen auf einem Medium vereint darzustellen und per Button dem Betrachter zu erklären, wen er eigentlich wo wählen kann. Da verliert man bei den anderen Parteien durchaus den Überblick.

Dass dazu Christian Ude noch “Wort” – einiges andere und immer mehr – hält, ist mittlerweile ja hinlänglich bekannt und zudem als Kampagnenplot auch noch kopiert. Da gab es sicherlich schon bessere Ideen, aber immerhin hebt er sich damit von der Masse ab und erzielt Aufmerksamkeit – etwas, was der Partei in Bayern ohnehin abgeht. Man redet also wieder über die SPD.

P.S. Heyder hält Ball, ob’s ein geplanter Gag war?

Triebhafte FDP

Liberal ist ja eigentlich ein geflügeltes Wort im Parteiprogramm. Ob Jobst Giehler so liberal ist sein “gepimptes” Plakat geil zu finden, wage ich anzuzweifeln. Dennoch ein nettes Fundstück an der Löwenbrücken und die Brüste sind völlig kritiklos. Ohne derartige Verschönerungsarbeiten sind die Wahlplakate ordentlich, aufgeräumt und stilvoll. Gute Portraits haben noch keinem Politiker geschadet. Die markanten Störer in der Signalfarbe gelb sowie edlem Dunkelblau sorgen für ein zeitgemäßes und stimmiges Erscheinungsbild. Nur bei der Rasterung des Drucks scheint etwas mit dem Grauverlauf im Bildhintergrund schief gegangen zu sein – ein kleiner Schönheitsfehler. Habe ich schon erwähnt dass mit QR-Codes ohne Mehrwerte nerven? Nein, aber jetzt! Bei Gelegenheit kläre ich gerne mal über die allgemeine Nutzung auf – total überschätztes digitales Element.

Die gut getroffenen Minister Martin Zeil und Co. dagegen mögen es mit mehr Pep. Aber muss es wirklich ein rosa hinterlegtes Post-It sein? Das erinnert mich ja noch mehr an die 0815-Werbung eines Textildiscounters als an Guido Westerwelle. Dennoch ein insgesamt kritikloser Auftritt.

Grün mal schwarz-weiß

Na Sowas! Die Ursula präsentiert sich sportlich und umweltpolitisch voll korrekt auf dem Fahrrad. Das kommt durch und durch sympathisch rüber, wirkt das Bild doch eher wie ein Retro-Hain-Ausflugsschnappschuss aus dem privaten Familienalbum als offensichtlich gestellte Wahlwerbung. Irgendwie menschlich, nett und zum anfassen – könnte auch irgendwie meine Mama sein.

Etwas bunter – farblich und inhaltlich –  mögen es die Landesgrünen dann aber doch. Die durchaus auffälligen Nahaufnahmen von Kindern, Schweinen und anderen Mitbürgern, mit witzigen Slogans unterlegt, haben durchaus Charme. Schnauze voll von Antibiotika – echt tierisch gut.

Wahlsieger CSU

Die CSU und Bayern, das ist schon eine echte Erfolgsstory in den letzten Jahrzehnten. Und auch dieses Jahr haben sie bei den Plakaten vor allem eines gemacht: nichts falsch. Die Portraits wirken gut, die Hintergründe je nach Wahl mal verschwommen aus der Region, mal der Bundestag. Klar, einfach und seriös kommt der Auftritt rüber. Einzig Melanie Huml sollte nochmal mit ihrem Grafiker in media res gehen. Beherzigt man die Schlagworte auf dem Plakat und geht mal “näher dran”, dann stechen doch ein paar Grafiksünden ins Auge. So viel Photoshop braucht die Ministerin doch gar nicht. Sie wirkt auch so adrett und sympatisch. Ich hab’s dann lieber fränkisch natürlich als im Madam-Tussauds-Wachsfigurenlook. Und sehe nur ich einen Gamsbart im Bild? Das Format mit den auffälligen Brückenbannern ist übrigens wirklich gut.

Wirklicher Gewinner aller Wahlwerbungsklassen ist für mich der Landesvater Horst Seehofer und die Landespartei. Klasse, der braucht noch nicht einmal einen Namen: “BAYERN, Unser Ministerpräsident.” Schon ist allen klar, wer hier Chef im Land ist. Es scheint undenkbar, dass sich daran etwas ändern könnte. Die Wahl scheint bereits entschieden. Wunderbar die Motive mit spielenden Kinder mit dem Claim “Zukunft”, den Isarpicknickern in der “Heimat” oder der traditionellen Blasmusik zum Thema “Zusammenhalt”. Da harmonieren Motive und Message und es wird sich kaum einer finden, der hier nicht zustimmend “ja, irgendwie scho’…” nicken kann.

Persönliche Piraten

Die Netzfreibeuter fahren eine recht interessante Strategie. Sie mischen lokale Gesichter mit Thesen der Landespolitk. Eine durchaus pfiffige Idee, vor allem wenn man bedenkt, dass nur ein Teil der Parteienwerbung mit wirklichen Inhalten verknüpft ist. Die lokale Identifikation der affinen Zielgruppe scheint so “Du auf Du” vom Punk bis zum Schlipsträger durchaus möglich. Nur einen mit Augenklappe hab ich vergeblich gesucht.

Bild-Zeitung wählen?

Parolen statt Portraits heißt es bei der Bild-Zeitung, ähh… nein, es ist doch Die Linke. Mit der Anmutung der täglichen Schlagzeilen der großen Deutschen Boulevardzeitung versucht die Linkspartei vor allem Themen relevant und ihre Positionen hierzu deutlich zu machen. Insgesamt besteht mir dann aber doch zu viel akute Verwechslungsgefahr mit den täglichen Aufstellern der Zeitungskioske. Kreativ ist anders und zudem verspielen die Linken den psychologischen Effekt von sympathischen Gesichtern. Haben die eigentlich überhaupt welche in Bayern?

Frei in der Natur

Durchweg ordentlich der Auftritt der Freien Wähler. Transparente Störer mit modernem Schriftbild lassen eine zeitgemäße Partei vermuten. Dass die Kandidaten auch noch mitten im Kornfeld vor der Altenburg-Kulisse stehen transportiert Heimatverbundheit. Insgesamt kommen die Plakate etwas blaustichtig daher, aber vielleicht auch schon die geheime Koalitionsangebot-Botschaft an die CSU.

Wer? Was?

Da muss man erstmal drauf kommen. Lange dachte ich an einen rennitenten CSU’ler, der sich nicht mit dem Corporate Design seiner Partei anfreunden kann. Irgendwann erkennt man dann fast ungläubig, sofern man es nah ans Plakat schafft, dass es sich um einen Dr. Franz Eibel handelt. Und wenn man dann noch die Lupe dabei hat, könnte man bemerken, dass es sich nicht um einen neuen Zahnarzt in Bamberg handelt, sondern um den Kandidaten einer Partei: Alternative für Deutschland. Durchaus etwas Neues, Namen und Partei gut zu verstecken.

***

Insgesamt gelingt es keiner Partei das Gesamtkunstwerk Bayern so sehr für sich einzuvernehmen, wie der CSU – traditionell und authentisch, aber nicht altbacken. Die beste Wahlwerbung, die ich bisher dieses Jahr gesehen habe stammt von Horst Seehofer selbst. Im klasse Videoclip erklärt der Ministerpräsident in einer alten Küche vor seiner Brotzeit Bayern. Authentischer geht’s nicht – auch wenn alles natürlich nach einem genauem Plot abläuft, es wirkt auf den Betrachter jedoch nicht so. Den 1:31 Minuten langen Clip gibt’s bei YouTube: Horst Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt.

Das allerwichtigste aber zum Schluss. Egal, welche Parteienwerbung am meisten überzeugt, Leute geht’s wählen und nutzt das Privileg der Demokratie in unserem schönen Land.

Habemus Spielerkader


big_20130801_loeb_wright07_-_KopieDas Wünschen, Motzen und Fantasieren der Fans hat es ein Ende. Der Kader beim viermaligen Serienmeister Brose Baskets ist komplett. Er ist bei näherer Betrachtung nicht nur erneut hochklassig besetzt und wieder logisch zusammengebaut, nein er ist auch durchweg interessant und macht Luft auf die Saison.

Spielerkader

Zack Wright (PG), John Goldsberry (PG), Daniel Schmidt (PG), Anton Gavel (PG,SG), Jamar (SG) Smith, Karsten Tadda (SG/SF), Casey Jacobsen (SF), Rakim Sanders (SF/PF), Novica Velickovic (PF), Sharrod Ford (PF/C), Johannes Richter (PF/C), Philipp Neumann (PF/C), Maik Zirbes (C)

Erfolgstrio bleibt

Bamberg ist es gelungen das wichtige Erfolgstrio um Anton Gavel, John Goldsberry und Casey Jacobsen eine weitere Saison zusammen zu halten. Es scheint, dass um die drei herum alles passiere könnte – die vergangene Saison lässt grüßen – und dennoch schafft es dieser erfahrene Haufen die Mitspieler mitzureisen und den Fokus auf wichtige Ziele zu lenken. Ein wohl einmaliges “Führungsspielertrainertrio”.

US-Balkan-Power-Duo

Dazu gesellt sich der letzte Saison als Rostlaube gekommene und als V8 Hot Rod in die Sommerpause verabschiede Sharrod Ford, der nicht zuletzt wegen seiner überragenden Play-Off-Serie und dem entscheidenden Block gegen Oldenburgs Dru Joyce nachhaltig positiv in Erinnerung blieb. Gleich zwei Jahre kann der athletisch Amerikaner mit dem sicheren Händchen aus der Distanz die Jungcenter Philipp Neumann und Maik Zirbes am Brett unterstützen. Komplettiert werden die großen Position abermals von einem großen Namen. Nachdem Boki Nachbar jetzt das rot-blau gestreifte Trikot des großen F.C. Barcelona trägt, wird der jugoslawische Nationalspieler Novica Velickovic in seine Fußstapfen treten. Der ehemalige “Rising-Star”-Gewinner der Euroleague in den Farben von Partizan Belgrad stand bereits im glänzenden Trikot der Königlichen von Real Madrid vor einer ganz großen Karriere bevor ihn schwere Verletzungen zurück warfen. Zuletzt kämpfte sich der Serbe, der wegen seinem tänzelnden Zonenverhalten und dem lockeren Handgelenk, als Mischung aus Peja Suput und Boki Nachbar gilt, in seiner Heimat bei Mega Vizura mit 14.6 Punkte und 5.5 Rebounds im Schnitt wieder zu europäischer Klasse zurück und darf in Bamberg den schon fast traditionellen Balkan-Power Forward spielen.

Neuer Spielmacher mit Qualitäten

Im Backcourt hat Headcoach Chris Fleming bei seinen Verpflichtungen auf die bisherigen Schwachstellen reagiert: Rebound, Verteidigung am Flügel und Killerinstinkt. Mit dem neuen Spielmacher Zack Wright (Foto) kommt ein erfahrender Lenker vom russischen Top-Team Spartak St. Peterburg der u. a. Februar MVP-der russischen Liga war. Der bosnische (!) Nationalspieler gilt als physisch extrem starker Spielmacher mit überragenden Verteidigungsqualitäten und klasse Ballverteiler. Nicht zu seinen stärker gehört der Distanzwurf, jedoch scheint dies der Spielmacher auch zu wissen und wirft nur äußerst selten von der Dreierlinie. Dafür lesen sich andere Statistiken vielversprechend: 11.4 Punkte, 3.6 Rebound, 5.5 Assists und 1.6 Ballgewinne bei 67% (!) Wurfquote aus dem Zweierbereich standen hier zu Buche.  Zudem wurde er von einem Magazin als einer der 50 am besten angezogenen Sportler in Europa gewählt. Ein Blick in seinen Instagram-Account und die gelungene Website kingzeko.com gibt durchaus Hinweise auf einen gewissen Style.

Killerinstinkt gesucht

Weniger in der Modebranche, dafür mehr auf dem Feld punkten soll Jamar Smith. Der US-Guard wurde als Wunschspieler bereits frühzeitig an Land gezogen und soll dem Backcourt endlich wieder den Scoring-Punch verleihen, der mit dem Abgang von Brian Roberts in die NBA verloren ging und letzte Saison kaum adäquat ersetzt wurde. Genau wie der ehemalige Bamberger kommt Smith über die Scout Rooney-Verbindung aus Galil Gilboa und soll in entscheidenden Situationen den Ball sicher im Korb platzieren. Mehr als 15 Punkte pro Partie bei einer Dreierquote von über 46% in Israelischer Liga und Balkan Liga kumuliert sind vielversprechende Werte, die für seine Rolle im Team sprechen.

Sprungwunder mit IQ

Noch nicht offiziell präsentiert, aber lt. gut informierten Quellen fix ist auch Jamar Smith’ Mannschaftskollege Rakim Sanders. Zwar mag der Vergleich mit Bambergs ehemaligen Starspieler P.J. Tucker ein wenig zu hoch gegriffen sein, doch der Spielertypus geht klar in diese Richtung. Der junge Sanders ist ein überathletischer Forward, der auf beiden Flügelpositionen einsetzbar ist. Er gilt mit hohem Basketball-IQ gesegnet und denkt auf dem Feld nicht nur für sich, sondern für die komplette Mannschaft. Bei Gilboa hat er sich mit Saisonwerten von 12.7 Punkte und 4.7 Rebounds pro Partie bei fast 40% Dreierquote verdient gemacht. Nicht nur die Fans dürften sich auf seine Windmill-Dunking-Qualitäten freuen, sondern auch Casey Jacobsen über die Entlastung am Flügel.

Fazit: Bast scho

Nimmt man alle Puzzleteile zusammen, dann ergibt sich ein starke Mannschaft für die Beko BBL und die Euroleague, die die Konkurrenz des FC Bayern München, von ALBA Berlin und den EWE Baskets Oldenburg nicht fürchten braucht. Die Schwachstellen der abgelaufenen Saison wurden alle gut adressiert und im entwicklungsfähigen Team findet sich eine gesunde Mischung aus Erfahrung und aufstrebenden Import-Spielern, die die nächsten in der Reihe von Kyle Hines, Brian Roberts, Marcus Slaughter und P.J. Tucker sein könnten, wenn es darum geht in Bamberg den großen Durchbruch zu schaffen. Nicht zuletzt bleibt auch noch Raum für die Eigengewächse und deutschen Talente, um ihnen Raum für den nächsten Entwicklungsschritt zu geben. Statt der Verpflichtung eines ausländischen Centerspielers, setzt Bamberg auf der “Fünf” auf die talentierten Maik Zirbes und Philipp Neumann, die den nächsten Schritt machen sollen. Chapeau!

Foto: Brose Baskets / Daniel Löb

Ära Bamberg – Episode V


Fast scheint es ein wenig langweilig zu werden, zumindest tat dies der Ulmer Spielmacher Per Günther gestern Abend so kund, aber so ein Pokalsieg hat dennoch seinen Reiz. Die Brose Basket haben heute wieder zwei Systemzustände im Deutschen Basketsball manifestiert. Zum einen bleiben die Telekom Baskets Bonn weiterhin der ewige Zweite, dem einfach kein Titelgewinn gelingen mag, zum anderen würde die Ära Bamberg eindrucksvoll mit dem fünften nationalen Titelgewinn in Folge (ohne sämtlich ebenso errungenen Champions Cups) untermauert.

War die Sache gestern danke einer überragenden Partie von Anton Gavel gegen die sehr gut eingestellten Ulmer mit dem 99-96 Sieg nach Verlängerung – einem der besten TV Spiele der letzten Jahre – noch äußerst spannend, war die Sache heute gegen das Heimteam aus Bonn nach einem schnell herausgespielten Vorsprung ziemlich souverän. Diesmal waren es Center Marcus Slaughter und der alte Haudegen Predrag Suput, die den in magenta gekleideten Gegner keine Chance ließen.

Der Pokal Three-Peat ist geglückt, die Geschichtsbücher warten nun auf denn Double-Three-Peat. Jedoch das das Top4 Turnier auch gezeigt, dass Spitzenteams, wie z. B, aus Ulm, dem vermeintlichen Überteam aus Franken durchaus auch Niederlagen zufügen können.

Jetzt wird aber erstmal gefeiert, im Pokal ist auf jeden Fall genug Platz für etliche Liter besten Bamberger Bieres. Prost!

Foto: Brose Baskets (D. Löb & K. Engelhaupt)

johnf2

Twitteraschung


Dieses Foto mit nebenstehenden Text habe ich vergangene Woche nach dem Check-In ins JOHN F. Hotel in Berlin bei Path gepostet und via Twitter verbreitet.

Wenige Minuten später erreichte mich folgende Twitter-Nachricht:

ARCOTELHotels ARCOTEL Hotels
@emdzei – ja vielen Dank! Zum schlafen das Bett & zum entspannen der Sessel? :) Tollen Aufenthalt Ihnen! Beste Grüße ARCOTELHotels Team 

Ich war überrascht und auch erfreut über den direkten Dialog. Eine wahrlich positive Userexperience und das Hotel wird mir positiv in Erinnerung bleiben. Einfacher und effektiver Kundendialog und CRM.