Die Hinrunde in der Beko BBL ist vorrüber. Damit ist es an der Zeit eine kurze Bilanz der bisherigen Geschehnisse zu ziehen und meine persönlichen Tops und Flops der Halbserie vorzustellen. Hier kommen meine Tops!
Brose Baskets
Bamberg hat es trotz vieler namhafter Abgänge in die NBA (Tucker >Phoenix Suns, Roberts > New Orleans Hornets) und zu europäischen Spitzenclubs (Slaughter > Real Madrid, Pleiß > Caja Laboral) wieder geschafft national das Maß aller Dinge zu sein. Fast schon ein Wunder ist das erfolgreiche Comeback von General Goldsberry, der eigentlich schon dreimal Sportinvalide war. Zwar musste der Meister und Pokalsiegern mit Verletzungspech kämpfen und nicht jede Neuverpflichtung schlug ein wie eine Granate, aber mit 15 Siege bei nur 2 Niederlagen (im Artland und in Berlin) stehen die Franken unangefochten an der Tabellenspitze.
Boki Nachbar
Die Sensationsverpflichtung der Brose Baskets könnte bisher alle in ihn gesteckten Erwartungen voll und ganz erfüllen. Der Bamberger Manager sprach vor der Saison davon, dass der Slowene der Spielkultur der Liga gut tun wird. Recht hatte er. Nachbar (14.4 ppg, 4.7 rpg, 2.2 apg) in der Offensive agieren zu sehen ist in der Tat eine Augenweide. Herrlich sein butterweicher Jumper aus der Distanz, toll seine Spielübersicht, kraftvoll seine Dunkings. Dass er nach sechs Jahren, in denen er in der NBA versaut wurde, kein Defensemonster ist, lässt sich mit dem Brose Kader dabei durchaus verschmerzen.
TBB Trier
Die Moselaner haben mit Zirbes ihr Toptalent nach Bamberg verloren. Das hinderte Coach Rödl jedoch nicht daran weiter auf die Jugendschiene zu setzten und mit begrenztem Budget US-Spieler zu holen. Linhardt (10.7 ppg, 5.2 rpg) führt die junge Mannschaft an und Jungcenter Seiferth (8.6 ppg, 5.2 rpg) tritt aus dem Schatten von Zirbes. Trier überrascht mit einer Bilanz von 10 Siegen und 8 Niederlagen und erweißt sich mit ihrem kultigen Siegertänzchen als lustige und homogene Truppe, die um den Play-Off-Einzug kämpft.
Dominante Big Men
Die dominanten Big Men, in der von Guards dominierten Liga, sind zurück und hinterlassen nachhaltig Eindruck. Der eine, Thompson, ist neu in Berlin, der andere, Bryant, ein altbekannter Riesenwuschel beim Vizemeister Ulm. Beide sind durchaus unterschiedlich, dominieren jedoch auf ihre Art die Zonen für ihren Farben. Thompson (15.5 ppg, 5.8 rpg) erfüllt als junger Spieler die großen Erwartungen des Hauptstadtclubs und ist seit langem mal wieder eine echte ALBA-Kante. MVP-Bryant ist wieder heißer Kandidat auf diesen Individualtitel. Nicht nur weil er Ulm trotz Doppelbelastung in den oberen Tabellenregionen etabliert und im Eurocup in die zweite Runde getragen hat, sondern auch weil er im Schnitt ein Double-Double (16.7 ppg, 10.0 rpg) vorweisen kann.
Svetislav Pesic
Das Projekt FC Bayern Basketball drohte nach der Bombe der Bauermann-Entlassung und dem glücklosen Engagement seine griechischen Co-Trainers fast am Scheideweg zu stehen. Doch der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn man nicht die ganz große Lösung in petto hätte. Pesic Sr. darf jetzt den Überungsleiter und Pesic Jr. mimen und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Münchener eilen von Sieg zu Sieg und deklassieren ihre Gegner fast ausnahmslos mit 100 und mehr erzielten Punkten. Spielmacher Rice und der schon abgeschriebene Center Homan sind plötzlich wie ausgewechselt und überhaupt präsentiert sich die gesamte Mannschaft nun nach dem “Mia san Mia”-Gusto von Clubboss Hoeneß.














