Emdzei


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Kosmonauts Tops der Beko BBL Hinrunde


Die Hinrunde in der Beko BBL ist vorrüber. Damit ist es an der Zeit eine kurze Bilanz der bisherigen Geschehnisse zu ziehen und meine persönlichen Tops und Flops der Halbserie vorzustellen. Hier kommen meine Tops!

 

Brose Baskets

Bamberg hat es trotz vieler namhafter Abgänge in die NBA (Tucker >Phoenix Suns, Roberts > New Orleans Hornets) und zu europäischen Spitzenclubs (Slaughter > Real Madrid, Pleiß > Caja Laboral) wieder geschafft national das Maß aller Dinge zu sein. Fast schon ein Wunder ist das erfolgreiche Comeback von General Goldsberry, der eigentlich schon dreimal Sportinvalide war. Zwar musste der Meister und Pokalsiegern mit Verletzungspech kämpfen und nicht jede Neuverpflichtung schlug ein wie eine Granate, aber mit 15 Siege bei nur 2 Niederlagen (im Artland und in Berlin) stehen die Franken unangefochten an der Tabellenspitze.

Boki Nachbar

Die Sensationsverpflichtung der Brose Baskets könnte bisher alle in ihn gesteckten Erwartungen voll und ganz erfüllen. Der Bamberger Manager sprach vor der Saison davon, dass der Slowene der Spielkultur der Liga gut tun wird. Recht hatte er. Nachbar (14.4 ppg, 4.7 rpg, 2.2 apg) in der Offensive agieren zu sehen ist in der Tat eine Augenweide. Herrlich sein butterweicher Jumper aus der Distanz, toll seine Spielübersicht, kraftvoll seine Dunkings. Dass er nach sechs Jahren, in denen er in der NBA versaut wurde, kein Defensemonster ist, lässt sich mit dem Brose Kader dabei durchaus verschmerzen.

TBB Trier

Die Moselaner haben mit Zirbes ihr Toptalent nach Bamberg verloren. Das hinderte Coach Rödl jedoch nicht daran weiter auf die Jugendschiene zu setzten und mit begrenztem Budget US-Spieler zu holen. Linhardt (10.7 ppg, 5.2 rpg) führt die junge Mannschaft an und Jungcenter Seiferth (8.6 ppg, 5.2 rpg) tritt aus dem Schatten von Zirbes. Trier überrascht mit einer Bilanz von 10 Siegen und 8 Niederlagen und erweißt sich mit ihrem kultigen Siegertänzchen als lustige und homogene Truppe, die um den Play-Off-Einzug kämpft.

Dominante Big Men

Die dominanten Big Men, in der von Guards dominierten Liga, sind zurück und hinterlassen nachhaltig Eindruck. Der eine, Thompson,  ist neu in Berlin, der andere, Bryant, ein altbekannter Riesenwuschel beim Vizemeister Ulm. Beide sind durchaus unterschiedlich, dominieren jedoch auf ihre Art die Zonen für ihren Farben. Thompson (15.5 ppg, 5.8 rpg) erfüllt als junger Spieler die großen Erwartungen des Hauptstadtclubs und ist seit langem mal wieder eine echte ALBA-Kante. MVP-Bryant ist wieder heißer Kandidat auf diesen Individualtitel. Nicht nur weil er Ulm trotz Doppelbelastung in den oberen Tabellenregionen etabliert und im Eurocup in die zweite Runde getragen hat, sondern auch weil er im Schnitt ein Double-Double (16.7 ppg, 10.0 rpg) vorweisen kann.

Svetislav Pesic

Das Projekt FC Bayern Basketball drohte nach der Bombe der Bauermann-Entlassung und dem glücklosen Engagement seine griechischen Co-Trainers fast am Scheideweg zu stehen. Doch der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn man nicht die ganz große Lösung in petto hätte. Pesic Sr. darf jetzt den Überungsleiter und Pesic Jr. mimen und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Münchener eilen von Sieg zu Sieg und deklassieren ihre Gegner fast ausnahmslos mit 100 und mehr erzielten Punkten. Spielmacher Rice und der schon abgeschriebene Center Homan sind plötzlich wie ausgewechselt und überhaupt präsentiert sich die gesamte Mannschaft nun nach dem “Mia san Mia”-Gusto von Clubboss Hoeneß.


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Mehr Power! Jeremiah Massey!


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Lange wurde in Bamberg bereits über eine Verstärkungen am Brett diskutiert, da der als Starter vorgesehene Australier AJ Ogilvy lange verletzt war und auch die anderen Langen sind nicht unbedingt als Reboundmonster erwiesen haben. Dementsprechend hatten die Brose Baskets in etlichen Partien bei den wichtigen Abprallern das Nachsehen, nicht zuletzt gestern, bei der Euroleague-Partie in Malaga. Dort ging nicht nur das Spiel unglücklich verloren, sondern auch das Reboundduell, sage und schreibe mit 32-46.

Jermiah Massey soll nun Abhilfe schaffen. Ohne Zweifel ein großer Name in der europäischen Basketballwelt. Der 2.02 m lange Athlet stand bereits bei den Euroleagueclubs Aris Saloniki und Real Madrid unter Vertrag sowie zuletzt in Russland bei Lokomotiv Kuban und Samara. Für Kuban erzielte der US-Amerikaner mit mazedonischen Pass in der abgelaufenen Eurocup Saison stattliche 15.9 apg und 8.4 rpg. Dabei besticht der Power Forward nicht nur wegen seine Durchsetzungfähigkeit und Aggressivität am Brett, sondern auch durch einen sicheren Wurf aus der Mitteldistanz und von der Dreierlinie. Bei Real Madrid wurde er 2008 stolz als einer der besten Allrounder Europas präsentiert. Viel Vorschusslorbeeren für den neuen Brose-Mann, der üblicherweise in bester Old-School-Manier mit Kniestrümpfen und Bart so über das Parkett fegt,  dass er dabei stark an einen Profi aus den 80iger Jahren erinnert.

Damit vereint der Deutsche Meister nun acht Ausländer im Kader, von denen national nur sechs auflaufen dürfen. Jeremiah Massey scheint ob der Qualität am Brett erstmal gesetzt zu sein, auch weil der dem Trainerteam ganz neue taktische Optionen ermöglicht. Wahrscheinlich muss weiter Center AJ Ogilvy auf der Bank platz nehmen und, nach den zuletzt eher mauen Leistungen, ist Comboguard Teddy Gipson sicher ein heißer Kandidat. Nach Anton Gavels vollzogener Einbürgerung Mitte Januar wäre nur noch ein Nichtdeutscher überzählig. In der Euroleague hingegen kann Headcoach Fleming, ungeachtet der Nationalität, aus dem Vollen schöpfen.

Von der Bamberger Fanlandschaft, ob mit der ohne lächerlichen Fanclubkleinkrieg, wird sich der Neue kaum beeindrucken lassen. Nach zwei Saisons bei Aris Saloniki, wo er bis heute noch verehrt wird, sollte Jeremiah Massey die volle Bandbreit des Support gewöhnt sein, zumindest kursieren auf YouTube einige verrückte Videos aus seinen Jahren in Griechenland.

Edit: Leider war der Transfer wenige Stunden zu spät um Massey bereits für die Hinrunde der Euroleague Top16 zu melden. Nun muss der hochkarätigen Neuzugang noch sieben Spielen von der Bank aus zusehen und darf erst zum Rückrundenauftakt zuhause gegen Malaga sein Debüt geben. Durchaus ärgerlich…


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Alle guten Dinge sind drei: Euroleague Top16


Foto: Daniel Löb

Foto: Daniel Löb

Es ist vollbracht! 92-90 steht das Ergebnis in gelben Leuchtdioden weithin sichtbar auf der schwarzen Anzeigentafel. Die Brose Baskets haben die Schlacht gegen Partizan Belgrad gewonnen, gerade so, nach Verspielen einer sicheren Führung, unter Zuhilfenahme der Verlängerung und im Bunde mit Fortuna. Damit steht Bamberg erstmals seit vielen Jahren wieder unter den besten 16 Teams in Europa. Drei Anläufe hat es jetzt dazu gebraucht, damit die alten Haudegen um Goldsberry, Jacobsen und Gavel endlich diesen Triumph feiern konnten. Die beiden Jahre zuvor ist man hingegen jeweils noch knapp gescheitert. Umso größer die Freude bei Bambergs Führungsspielern, das Grinsen aus Jacobsens Gesicht nach dem Verlassen der Kabine war derweil gar nicht mehr weg zu bekommen.

Glanzlose Vorrunde

Dennoch muss man attestieren, das man schon bessere Euroleague Vorrunden abgeliefert hat als die jetzige, wo man mit nur drei knappen Siegen, einmal gegen Rytas aus Vilnius und zweimal gegen Belgrad, nicht unbedingt den Glanz vergangener Basketballfeste ausstrahlen konnte, als beispielsweise der amtierende Euroleague Champion Panathinaikos Athen oder Real Madrid mit Niederlagen im Gepäck nach Hause geschickt wurde oder bei Unicaja Malaga gewinnen konnte. Diesmal was es nur Hausmannskost, aber am Ende konnte man die Big Points gegen die schwächeren Mannschaften setzten, nachdem man zuvor hier stets kläglich gescheitert war.

Schwächen im Rebound und Scoring

Im Top16, wo es nun keine schwachen Gegner mehr gibt – ALBA Berlin sei hier vielleicht mal ausgenommen – braucht es durchaus eine Leistungssteigerung, um nicht auf verlorenen Posten stehen. Zu eklatant war teilweise die Reboundunterlegenheit und zu offensichtlich individuelle Schwächen in der Spielgestaltung. Zu Abhängig hat man sich von den Scorerqualitäten Nachbars gezeigt. Mit der Genesung von Aussi-Center Ogilvy und der positiven Entwicklung von Ford und Zirbes gibt es zumindest bei einer Baustelle Lichtblicke. Unbestritten bleibt jedoch eine Qualitätslücke auf der Position des Shooting Guards, um hier eine konstante Scoringoption neben Nachbar zu besitzen, damit sich Gavel nicht an allen Ecken und Ende des Feldes aufreiben muss. Meines Erachten kommt Bamberg um personelle Veränderungen, Additionen nicht umher. 14 weitere anstrengende Spiele in ganz Europa gegen an die Substanz. Hier muss man sich nochmals verstärken, um zu den Play-Offs nicht auf dem Zahnfleisch daher zu kommen. Der Zeitpunkt ist indes günstig. Nach den Vorrunden aller Europäischen Wettbewerbe gibt es bei vielen Clubs eine Zäsur. Die einen wollen sich massiv verstärken, die anderen ob der Enttäuschung Kosten sparen. Die Karten am Markt werden noch mal neu gemischt.

Neue Kräfte 

Da gibt es z. B. einen Derwin Kitchen, der seit der Ankunft von Marcus Banks und Jason Kapono bei Panathinaikos Athen nicht mehr zum Zuge kommt. Oder den erfahrenen Drew Nicolas, der vor kurzen bei CSKA Moskau vor die Türe gesetzt wurde. Ein Marko Jaric wäre aktuell auch noch ohne Job – das alles ist natürlich aus populistisch anzusehen.

Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf Real Madrid, Zalgiris Kaunas, CSKA Moskau, Panathinaikos Athen, Unicaja Malaga, Adolou Efes Istanbul und ALBA Berlin.


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RED: Herr Jacobsen – Spieler, Kapitän, Telesales, Botschafter


Foto: D. Löb

Mein aktueller Beitrag aus dem Brose Baskets Lifestyle Magazin RED. RED gibt es kostenlos bei den Heimspielen in der Stechert Arena und an vielen Auslagestellen in und um Bamberg.

Es ist Juli. Im kalifonischen Glendora steigt das Thermometer am Haus mit dem Namenschild „Jacobsen“ auf 32 Grad im Schatten. Es ist früher Vormittag und während die Nachbarn in lässigen T-Shirts und Bermudashorts ihre Hunde ausführe, mit ihren PS Monstern durch die Straßen cruizen oder in Badeshorts und Bikini am eigenen Pool liegen, sitzt Herr Jacobsen am Schreibtisch und krempelt seine Ärmel hoch.

Herr Jacobsen ist professioneller Basketballspieler in Übersee, genauer gesagt einem herrlichen Fleckchen namens Bamberg auf der Landkarte in einem Land, von dem viele seiner Nachbarn denken, dass es dort nur Oktoberfest, Bier, Sauerkraut und Autos gibt. In Bamberg ist Herr Jacobsen einfach nur der Casey. Lieb hat man ihn im schönen Oberfranken gewonnen. In nicht wenigen Köpfen reifen bereits Ideen, in welcher Form man dem sympathischen US-Boy mit den vielen Mädls im Schlepptau, ein würdiges Denkmal bauen könnte. Vier Jahre im Trikot der Brose Baskets, vier Meisterschaften, drei Pokalsiege, drei Championscupsieg. Kapitän und Anführer der erfolgreichsten deutschen Basketballmannschaft. Einer der ankommt und angekommen ist. Er hat viele Freunde hier gefunden, nicht zuletzt Herr Stoschek selbst und schwört ewige Treue auf Freak City.

Viele Freunde hat Casey auch unter den professionellen Basketballspielern rund um den Planeten, die jeden Sommer seinen Rat suchen. Auch weil er schon alles durchgemacht hat. College-Star, NBA-Profi, ACB, Alba und jetzt in Bamberg das Maximum der Glückgefühle erreicht hat.

Das Handy klingelt, es ist ein Slowene mit dem Jacobsen mal kurz in der NBA gespielt hat und der behauptet, dass ihre Frauen sind kennen: Bostjan Nachbar, aber Casey darf ihn Boki nennen. Nach vielen Jahren NBA, den Weltmetropolen Istanbul und Moskau hat ihm sein Agent etwas von Bamberg erzählt, da wo auch Jacobsen spielt. Der Slowene weiß nur, dass Bamberg irgendwo in Deutschland liege und er damals in Erdkunde gelernt habe, dass das viel näher nach Maribor ist als viele andere Länder in denen er gespielt hat.

Casey legt los, er erklärt, dass Bamberg zwischen Frankfurt und München liegt, nicht allzu groß, dafür wunderschön und familienfreundlich. Es gibt keinen Bosporus, aber den Hain. Es gibt keinen Roten Platz, aber den Maxplatz auf dem schön fast traditionell alljährlich Titel gefeiert werden. Vor allem aber berichtet der Kapitän wie toll hier alles organisiert ist und dass das Programm Erfolg hat. Es gibt pünktlich Gehalt, eine echte Brose-Familie und natürlich Brittneys Backkünste. Der Trainer wird in höchste Tönen gelobt und natürlich die Fans, die es so kein zweites mal gibt. Es fällt der Ausdruck „Freak City“. Die anfängliche Skepsis, bei dem zuletzt Tatarstan-geschädigtem, weicht schnell und schlägt merklich in Begeisterung um. Am Ende steht die Zusage, die Handyverbindung wird beendet, man sieht sich bald in Bamberg.

Jacobsen schlägt sein schwarzes Notizbuch auf und schreibt sichtlich zufrieden den Namen „Nachbar“ hinter die Position „Starting Power Forward“. Am iPad wird noch kurz eine E-Mail an chris.fleming@brosebaskets.com verfasst, Betreff: „We got Boki“.

Zugleich findet sich im Posteingang eine Nachricht von einem Latavious Williams: „I am a young pro and ask for your advice…“. Doch das muss Zeit für später haben, jetzt sind erst einmal die Kids dran, die mit Daddy draußen spielen wollen.

Foto: Daniel Löb


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Ene mene Muh und raus bist Du!


Foto: Daniel Löb

Aktuell haben die Brose Baskets acht Ausländer in ihrem Kader. Sieben davon sind, zumindest halbwegs, spielbereit. Sechs davon dürfen in der Beko BBL die Basketballschuhe schnüren. Nach dem letzten Spiel gegen den MBC aus Weißenfels, wurde hier und da die Frage nach der richtige Auswahl durch Cheftrainer Fleming aufgeworfen. Eine kleine Analyse soll helfen.

1. Casey Jacobsen

Mit 4.8 Punkten pro Partie und nur 11.1 % Dreierquote durchläuft der Kapitän eine echte Shooter-Krise. Die Würfe sind frei, fallen aber nicht. Als Kapitän aber wichtiger Führungsspieler und unermüdlicher Arbeiter auf dem Feld. Der Wurf wird irgendwann wieder fallen und dann kommt der US-Amerikaner schnell wieder in gewohntes Fahrwasser zurück. Auch ohne Glück gesetzt.

2. Sergerio Gipson

Auf den Combo-Guard kann Bamberg nicht verzichten, weil er Gavel und Goldberry als athletischer Aufbauspieler perfekt ergänzt. Mit 11.8 ppg zudem unter den Top 3 der Mannschaft und oft der Mann für die wichtigen Würfe an den Viertelenden. Was ihm fehlt, ist sinnbildlich für die gesamte Mannschaft, nämlich die Konstanz. Gesetzt.

3. Anton Gavel

Toni ist einer der Führungsspieler des Meisters und einer der besten Verteidiger in der Liga. Nach einer langen EM-Quali mit überragenden Leistungen, schien er ein wenig überspielt. In den letzten Partien jedoch bester Bamberger und mit 11.3 ppg, 3.3 rpg und 3.3 apg eine wichtige Stütze sowie einer, an dem sich die Mannschaft orientieren kann. Zweifellos gesetzt.

4. Bostjan Nachbar

Der slowenische Top-Star erfüllt die Erwartungen offensiv voll und ganz. Wahnsinn, was Boki da alles drauf hat. Mit seinem butterweichen Jump-Shot und Spielintelligenz auf Topniveau bringt er es auf 19.5 ppg und 6.3 rpg bei 22.3 EFF. Dabei fallen noch mehr als die Hälfte seiner Dreier in den Korb. Er trägt die Mannschaft offensiv und übernimmt in schwierigen Phasen Verantwortung. Muss spielen.

5. Sharrod Ford

Der Amerikaner ist nicht gerade die große Konstanz in Person, eher wie Julius Jenkins nur in groß und ohne Zotteln. Gelingen die ersten Aktionen, wird es ein gutes Spiel von ihm. Schlagen diese aber fehl, dann hat man das Gefühl, dass selbst die Teilnehmer der Dribblemeisteschaft ein Upgrade wären. 12.3 ppg, 6.3 rpg,  1.3 bpg  und 50 % Dreierquote sind im Schnitt solide, jedoch im einzelnen hochvolatil. Mit der eher durchschnittlichen Defensivleistung von Jungcenter Zirbes und der Verletzung von A.J. Ogilvy, ist er als variabler Flügel oder Center gesetzt.

6. John Goldsberry

Bamberger General kommt von einer schweren Verletzung. Ein Jahr Pause machen sich leider bemerkbar. 1.7 ppg und 1.3 apg sowie Probleme mit schnellen Gegenspielern treiben ihm Nachts sicherlich Tränen in die Augen. Der Wille ist voll da, der Körper wohl nicht mehr zu 100 %. Auf gehobenen Beko BBL Niveau machen sich auch schon die 3 oder 5 % bemerkbar. Durch die lange Krankheit von Spielmacher Schmidt hat Fleming jedoch keine andere Wahl. Nur mit Gavel und Gipson wäre der Spielaufbau unterbesetzt und das Risiko dort viel zu groß. Er muss auch als Einbeiniger spielen, ob er, der Trainer und die Fans das wollen oder nicht.

7. Latavious Williams

Bambergs Wunschspieler, der sich nachträglich doch noch erfüllt hat, hat momentan einen schweren Stand. Zum einen bräuchte er Spielpraxis, auch in der nationalen Liga, um den Brose Baskets in der Euroleague weiter zu helfen. Zum anderen gibt es jedoch keine Alternativen zu seinem Tribünen- und Bankplatz. 7.5 ppg und 5.0 rpg in weniger als 14 Min. Spielzeit in der hochklassigen Euroleague sind vielversprechend. Durch den Ausfall von Ogilvy braucht Fleming jedoch Ford als Center und durch den Ausfall von Schmidt Goldsberry als Spielmacher. Der Rest ist, Gesundheit vorausgesetzt, gesetzt. Schweren Herzens muss er auf die Bank.

8. A.J. Ogilvy

Bei ihm ist es am einfachsten. Wer nicht spielfähig ist, der kann nicht spielen. Interessant wird es er wieder, wenn der Australier fit ist und neben Zirbes die Centerposition einnehmen könnte. Ich nehme an, dass Ogilvy dann spielen wird, weil zu oft einfach eine zweite Kante um die 2.10 m in der Verteidigung gefehlt hat. Wer dann weichen muss, das ist schwierig zu beantworten. Da gibt es einige Optionen, die jedoch von weiteren Umständen abhängig sind. Erstmal Pause.

Chris Fleming sind momentan also die Hände gefunden. Die Aufstellung Goldsberry, Gavel, Gipson, Jacobsen, Nachbar und Ford auf den Ausländerspots ist sicherlich die richtige und auch alternativlos, wenn man alle andere Umstände mit in Betracht zieht.


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Blaugranaisiert


Auf den ersten Eindruck mag das Spiel der Brose Baskets gestern gegen den großen FC Barcelona ernüchtern gewirkt haben – auf den zweiten Blick war es sicher der zu erwartende Ausgang. Auf den ersten Blick mag das Ergebnis 60 – 72  fast schon Augenhöhe attestieren – auf den zweiten Blick wird klar, dass Welten dazwischen liegen. Bei der Auftaktniederlage bei katalanischen Spitzenteam wurden einige Punkte offensichtlich:

1. Bostjan Nachbar ist hohe europäische Klasse

Mit 20 Punkten und guter Trefferquote konnte sich der Slowene scheinbar deutlich leichter gegen die hervorragende Barca-Verteidigung durchsetzten als seine Teamkollegen. Aber es war nicht nur die Offensivleistung, sondern auch die hervorragenden Pässe, das Auge für die besser postierten Mitspieler und dass er sich auch hinten rein hängte. Er wirkte bei ihm alle irgendwie leichter, sicherer und erfolgreicher – eben so, wie wenn man seit vielen Jahren auf Topniveau agiert.

2. Aller Anfang ist schwer

Besonders schwer taten sich die Euroleague Rookies im Team. Angefangen von Maik Zirbes bis hin zu den eigentlich erfahrenen Sharrod Ford und Teddy Gipson. Euroleague ist eben eine ganz anderen Hausnummer als die Beko BBL, die französische bzw. italienischer Liga oder NBDL. Hier bleibt kein Raum zum durchatmen, jede Sekunde des Durchatmens oder der Unkonzentriertheit wird umgehend bestraft. Es ist ein Lernprozess für unsere Spieler jeglichen Alters, den muss man ihnen auch zugestehen.
3. Der Hubschrauber

Latavious Williams, der wegen seiner spektakulären Spielweise “Der Hubschrauber” genannt wird, wusste in seinem ersten Spiel zu gefallen. Es war deutlich agiler und aktiver wie Sharrod Ford und schien für die Euroleague die besseren Anlagen inkl. seiner Überathletik zu haben. Ein Jahr durchs ACB-Stahlbad rüsten offensichtlich auch für die Euroleagueaufgaben. Auf jeden Fall eine Bereicherung für das Team.

4. Unsicherer Aufbau

Die Bamberger Aufbauspieler hatten gestern allesamt so ihre Mühen und Not. John Goldsberry wirkt im Vergleich mit seinen Gegenübern – da kommt eine Legende wie Sarunas Jasikevicius nach Marcelinho Huertas und Victor Sada als dritter Spielermacher von der Bank! – nach seiner Verletzung doch recht langsam und behäbig, trotz allem Einsatzes auf dem Feld und tadelloser Einstellung. Anton Gavel wirkt nach seiner bombigen EM-Quali als kontinentaler Topscorer noch überspielt und müde, seine Würfe fallen nicht, er tut sich schwer am Gegner auf diesem Niveau vorbei zu kommen. Teddy Gipson wirke noch ein wenig nach seiner Rolle suchend und war nach vielen Jahren in der 2. Liga Frankreichs vielleicht vom Euroleague-Niveau überrascht. Mit der letztjährigen Troika Brian Robert, Anton Gavel (topfit) und Julius Jenkins schien das Aufbau spiel agiler und überraschender, jedoch muss man festhalten, dass sich Bamberg bewusst anders aufgestellt hat.

5. You can´t teach size

Ante Tomic hat die jungen Brose Center Maik Zirbes und Philipp Neumann in der Zone geradezu zerstört. Zwar gilt der Kroate nicht unbedingt als härter Hunde auf dem Feld, aber 2.17 m Körperlänge, internationale Erfahrung bei Topclubs, Technik und ein butterweiches Händchen machen aber den Unterschied aus. Und dann kommt da von der Bank noch ein Nathan Jawai, der gefühlt so riesig wie ein schwarzes Matterhorn erscheint und wie ein schwerer Panzer durch die Zone wälzt. Latavious Williams ist ein Forward, Sharrod Ford auf diesem Niveau kein Center. Um gegen diese Kampfkolosse gegen halten zu können, braucht es A.J. Ogilvy, der mit seinen 2.11 m, seinem guten Centerspiel und seiner Erfahrung bei Istanbul und Valencia hier durchaus gegenhalten kann. Wünschen wir ihm eine rasche Genesung, er kann den Unterschied zwischen Top 16 und Gruppenplatz 5 ausmachen.

Besiktas Istanbul in der kommenden Woche ist ein kleineres Kaliber, auch wenn sie sich gestern gegen Belgrad überraschend stark präsentiert haben. Dennoch spielt hier kein Juan Carlos Navarro, kein Erazem Lorbek, kein Pete Mickeal. Zudem ist es ein Heimspiel und die Mannschaft hat die Feuertaufe hinter sich. Gegen Barcelona indess, werden noch ganz andere Mannschaften sehr alt aussehen. Saludos!

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