Ene mene bu und raus bist Du!


Selten war der Anspruch der Bamberger Basketballer in den vergangenen Jahr weiter von der Realität entfernt als gestern Abend nach der Schluss-Sirene auf Sardinien. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass sich die Brose Baskets erstmal aus der Riege der ambitionierten europäischen Clubs verabschiedet haben. Die besten 32 Teams des Kontinents im Top16 der Euroleague und im Achtelfinale des Eurocup finden ohne den nationalen Branchenprimus statt. Mit dabei dafür der FC Bayern München, ALBA Berlin und ratiopharm Ulm.

Führungsspieler Anton Gavel sprach gestern emotional aufgewühlt davon, dass etwas passieren müsse. Keine 24 Stunden später luden die Brose Baskets zur Pressekonferenz. Michael Stoschek, Wolfgang Heyder und Chris Fleming verkündeten in trauter Dreisamkeit die Abgänge von Spielmacher Zack Wright (10.0 ppg, 2,9 rpg, 3.3 apg | Beko BBL) zu Panathinaikos Athen und die Vertragsauflösung von Novica Velickovic (4.4 ppg, 4.3 rpg | Beko BBL). Beeindruckend und fast schon ein Novum, dass die beiden sportlichen Verantwortlichen mit sich selbst ins Gericht gingen und Fehler bei der Kaderzusammenstellung reklamierten.

Zwei geplante Starter gehen

Foto: Beko BBL
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Beim athletischen Playmaker Zack Wright, hat es trotz aller Bemühungen bei der Seiten einfach nicht Klick gemacht. Nach etlichen Dates mussten beide Parteien einsehen, dass sich keine Verliebtheit einstellen wollte. Besonders bitter erscheint die Erkenntnis, wenn man betrachtet welche starke Saison Alex Renfroe (13.2 ppg, 4.2 rpg, 5.2 apg | VTB United League) aktuell bei Einsey in Russland spielt. Er hatte im Sommer als erster aus dem Kader weichen müssen, da man es mit einer Alternative versuchen wollte.

„Wir hatten Zack Wright als Point Guard für unsere Startformation verpflichtet – es wurde allerdings zunehmend klar, dass er mit diesen Erwartungen an ihn nicht zurechtkommt.“

Foto: Beko BBL
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Die anderen Nachfolgeregelung erscheint noch weit dramatischer. Als Mischung zwischen Predrag Suput und Boki Nachbar, der aktuell mit dem FC Barcelona von Erfolg zu Erfolg eilt, wurde Novica Velickovic präsentiert. Monatelang war der Serbe offiziell nicht fit, danach bis zum heutigen Tage inoffiziell. Fit sei er, wurde zuletzt immer wieder betont, aber die Worte aus der heutigen Pressemitteilung sprechen eine andere Sprache.

„Wir waren und sind von den spielerischen Qualitäten von Novica überzeugt, mussten allerdings erkennen, dass seine körperliche Verfassung den hohen Anforderungen der weiteren Saison nicht gewachsen sein wird.“

Der Kader ist damit teilweise konsolidiert und die nicht wirklich vorhandene Lücke, die der Power Forward hinterlässt wird in wenigen Tagen Sharrod Ford schließen, der aus dem Lazarett zurück kehren wird. Der Spielwitz von „Nole“ als europäisch geprägter Spiele hätte dem Team durchaus gut zu Gesicht gestanden. Ist es doch national und international ein Erfolgsrezept verschiedene Spielkulturen richtig abzuschmecken. An Athletik sollte es Bamberg im weiteren Saisonverlauf zumindest nicht mangeln, der Headcoach kann Rakim Sanders, Sharrod Ford und D’Or Fischer gemeinsam eine aufs Feld schicken und den Gegner zumindest physisch vor arge Probleme stellen.

Neuer Spielmacher wird gesucht

Mit John Goldsberry, Anton Gavel, Jamar Smith und Karsten Tadda haben die Baskets einen konkurrenzfähigen Backcourt. Dennoch suchen die Verantwortlichen bis zum Ende der Wechselfrist noch einen Spielmacher, der Zack Wrights angedachte Rolle beherrscht. Während Kaliber wie Walter Hodge und Pooh Jeter anderweitig anheuern, hat Wolfgang Heyder wohl Fox Cantus Spielmacher Joe Ragland (14.7 ppg, 2.8 rpg, 5.2 apg, 44% 3er-Quote | Eurocup) beobachtet. Zudem es gibt Gerüchte zum Interesse an Bonns Passkünstler Jared Jordan (10.6 ppg, 3.6 rpg, 7.8 apg, 39% 3er-Quote | Beko BBL). Letzterer wäre die Lösung Marke „Nummer sicher“, nachdem kaum jemand der „Überraschungs- und Potentialkandidaten“ im Sommer die hohen Erwartungen konstant erfüllen konnte. Spielintelligenz und Führungsstärke sind auf jeden Fall Eigenschaften, die der Neue mitbringen sollte. Haben die Brose Baskets in dieser Saison doch regelmäßig komplett die Linie verloren, wenn es gegen erfahrene Mannschaften mit Spielwitz und „alten Hasen“ ging: Kaunas, Ankara, Sassari.

Spannend wird es im Sommer, wenn die Saison vorüber ist. Wird das Brose-Team und Scout Brendan Rooney nochmals große Wagnisse und Risiken eingehen oder wird der FC Bayern München zum Vorbild. Der Landeshauptstadtclub hat vor der Saison sein Personal vor allem innerhalb der Liga rekrutiert und wurde dafür hart kritisiert. Platz 1 in der nationalen Liga und eine gute Rolle im Top16 der Euroleague gibt der Strategie von Pesic Sr und Pesic Jr. recht.

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