Alle für das E1NS-E1NS


Nach dem 0-1 im Playoff-Auftakt gegen die Artland Dragons hängt der Haussegen in Bamberg einigermaßen Schief. Nicht wenige singen bereits einen munteren Abgesang auf die Brose Baskets Version 2013/14 und scheinen dabei deutlich lauter zu sein, als sie es gestern in der Brose Arena waren. Unbestritten ist die bestenfalls durchwachsene Leistung des, mit hohen Ansprüchen ausgestatteten, Titelverteidigers. Die Dragons waren gestern mehr Bereit für Playoff-Basketball als die Bamberger Truppe. Eine konstant umgesetzter Gameplan der Gäste teils eklatante Schwächen der Bamberger, die die Gäste ein ums andere mal clever ausgenutzt haben, besiegelten den überraschende Heimniederlage. Nicht umsonst heißt es „never underestimate the heart of a champion“, jedoch muss sich bis zu Spiel zwei am Dienstag einiges ändern um ein 0-2 Situation des amtierenden Meisters zu verhindern.

1. Kommunikation

Teilweise wirkte die Teamverteidigung hilflos und unkoordiniert. Eine Auswirkung mangelnder Kommunikation in den Switch-Situationen und bei der Help-Defense. Wenn ein Teil der Mannschaft oder die Pick-and-Roll-Situation switched (wechselt) und der andere nicht, dann bekommt Artland sehr einfache Punkte und Coach Fleming Bluthöchstdruck. Während Gavel und Tadda bravourös versuchen, sich um jeden Block zu kämpfen, sind Smith und Jordan schwächere Verteidiger und leidenschaftliche Switcher hin zu Mißmatches für den Gegner. Eine bessere Kommunikation zwischen den Spielern und ein offenes Ohr die Anweisungen den Trainers, ist für eine Playoff-würdige Verteidigung unerlässlich.

2. Rebound

Mit satten zehn Rebounds unterschied haben die Bamberger das Reboundduell verloren. Durch das Mehr an Ballbesitzen und Angriffssequenzen, hatten die Dragons einen Vorteil, der am Ende gold wert war. Zwar war Fischer mit 14 Punkten und 9 Rebounds durchaus effektiv, aber die entscheidenden Bälle am Ende haben allesamt die Gegner gefischt. Nimmt man ganze sechs (!) Rebounds des kompletten übrigen Frontcourts um Zirbes, Ford und Harris hinzu, dann müssen sich die Insidespieler Bambergs gewaltig steigern. Im Vergleich hierzu hat Artlands Frontcourt alleine 26 Rebounds gefischt. Dazu gelangen dem 1.70 m Zwerg Holston stolze sechs Rebounds, drei davon am Bamberger Brett. Rebound ist eben doch keine reine Sache der Körperlänge sondern Einstellungssache.

3. Fitness

In den Playoffs können nur fitte Spieler helfen. Spielmacher Jordan war dies gestern offensichtlich nicht. Trotz sechs Assists war sein Wirkungskreis sehr überschaubar. Am Ende war er für einen unnötigen Ballverlust und Holstens Dreier mitverantwortlich, in beiden Situation war er zu langsam. Nach vier Wochen Wettkampfpause fehle ihm offensichtlich die Grundschnelligkeit und der Antritt. Kann er noch fitter werden oder funktioniert die Mannschaft mit dem Playoff-harten Goldsberry besser?
Bei Sanders liegt die mangelnde Fitness wohl eher im mentalen Bereich. Für eine erfolgreiche Serie wird der Athlet jedoch dringend auf dem Feld benötigt. Der bemühte Jacobsen kann den Artland-Topscorer Thomas nicht über ein Spiel vor sich halten. Findet Sanders nicht in die Serie und produziert nicht, dann wird es schwer die erste Runde zu überstehen.

4. Konstanz

Bamberg fehlte es schon über die ganze Saison an Konstanz. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich mit Leidenschaft und spielerischer Klasse wieder aus einem tiefen Loch raus kämpfen kann. Doch anstatt sich dann weiterhin an den Gameplan zu halten und gute Würfe zu kreieren, wurde schlechte und überhastete Optionen gewählt. Sinnbildlich ist hier die Aktion von Smith, der ohne Not und über motiviert, direkt aus dem Ballvortrag den schlechten Mitteldistanz-Jumpshot genommen hat. Bamberg hat es nicht geschafft, fünf gute und durchgespielte Angriffe hintereinander vorzutragen (egal ob Treffer oder Fehlwurf). Hier ist mehr Abgeklärtheit und Coolness von der Mannschaft gefragt. Playoff-Rookies sollten sich mehr an den halten Haudegen orientieren.

P.S. Eine konstant gute Freiwurfquote ist obligatroisch. (Ach Anton…)

5. Fans

Spiel eins war eine ziemlich müde Veranstaltung. So konnte man die vielen freien Plätze gerade noch mit der führen Jump-Zeit begründen, eine Ausrede der Anhänger für den mangelnden Support wird jedoch schwierig. Pfiffe für die eigenen Mannschaft in den Playoffs, bei einem zehn Punkten Rückstand sind indiskutabel und unerhört. Von den Rängen muss es mehr bedingungslose Unterstützung geben anstatt Verunsicherung zu zündeln. Die „Alle für die F5NF“-Kampagne scheint bisher nicht in Bamberg formerly known as Freak City angekommen zu sein.

In diesem Sinne „Alle für das „E1NS-E1NS“

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