Erste Brose Baskets Eindrücke


Seit gestern Abend 19 Uhr ist die Basketball lose Zeit in Bamberg zu Ende. Das erste Testspiel der neu formierten Bamberger nahm seinen Lauf: 35 % Brose Baskets gegen 85 % Ratiopharm Ulm.  Die 84 – 102 Niederlage der arg dezimierten Brose Truppe gegen die fast kompletten Ulmer ist dabei eher nebensächlich, wirklich interessant war ein erster Blick auf die neuen Spieler.

STATS:
Walde: 0 Punkte
Wanamaker: 13 Punkte, 7 Assists, 4 Steals
Schmidt: 4 Punkte
Stutz: 0 Punkte
Obst: 4 Punkte
Alvarado: 5 Punkte, 2 Assists
Mbawke: 17 Punkte, 12 Rebounds, 1 Block
Brown: 26 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists
Dizdarevic: 0 Punkte
Thiemann: 11 Punkte, 4 Rebounds
Kramer: 4 Punkte, 2 Rebounds

#11 Brad Wanamaker

Der neue Spielmacher wusste gleich zu gefallen und wirkt vor allem physisch sehr präsent auf dem Feld. Seinen Gegenüber Per Günther hat er beim Ballvortrag ein paar mal den Ball abgeluchst. Es ist groß, robust, hat schnelle Hände und wirkt sehr ruhig und routiniert. Wird kleinere und schmächtigere Gegenspieler vor ordentlich Probleme stellen, vor allem wenn er am Zonenrand aufpostet und seinen Weg zum Korb sucht.

#17 Andreas Obst

Der Youngster war Starter, nur um Headcoach Trinchieri gleich zur Weißglut zu bringen. Musste sich auf der Bank einiges anhören. Hat sich getraut offene Würfe zu nehmen. Insgesamt jedoch eher unauffällig.

#21 Trevor Mbawke

Die Statistik liest sich prima, aber irgendwie war der zweite U-200cm Center in der Bamberger Geschichte noch nicht so präsent, wie es wünschenswert ist. Er hat immerhin den 10 cm größeren Boris Savovic umklammernd zu Boden werfen können, wohl um den Größenvorteil zu egalisieren. Viele freie Rebounds fanden den Weg in seine Hände, einige im Gewühl dafür nicht. Zeigte seine Explosivität in der Zone mit einem tollen Zonentanz, bei dem einem schon zum Zuschauen schwindelig wurde, und einem Dunk aus dem Handgelenk. Sein Stellungsspiel war insgesamt aber noch suboptimal, Mbakwe kann sich sicherlich noch vorteilhafter in der Zone positionieren.

#25 Carlon Brown

Dass er scoren kann er hatte jeder vermutet, seit gestern weiß man es auch eindrucksvoll! Weit weg vom Korb, am Korb, auf dem weg zum Korb, von vorne, von hinten und wahrscheinlich sogar aus der Dusche. Mit seiner Athletik ist er beim Zug in die Zone kaum aufzuhalten und hat beim Abschluss wahnsinnige Moves drauf. Er hat für den Schreckmoment des Abends gesorgt als er am Boden liegen blieb, stand aber brav wieder auf und punktete weiter bis 26 davon auf dem Bogen standen.

#32 Johannes Thiemann:

Träumt sicherlich noch ein paar Nächte von den beiden In-your-Face-Möderdunks binnen weniger Sekunden von  Will Clyburn – war leider geil. Er nahm auffällig viele Dreier, traf weniger auffällig keinen davon. Insgesamt aber eine durchaus ansprechende Leistung, hat sich hier und da gut durch die Zone getankt und abgeschlossen. Beim Rebound müsste er noch etwas zupackender werden.

#40 Denis Kramer

Wie der Papa. Muss körperlich auf jeden Fall zulegen und braucht ein deutlich besseres Foulmanagement, war so auf 11:39 Spielzeit limitiert. Kramer aber sehr aktiv auf dem Feld, das gefällt. Er hat einen guten Wurf auf der Mitteldistanz, muss sich aber wie Thiemann im Rebound noch steigern.

HC Andrea Trinchieri:

Scheint Felix Magath in seiner Brillenmode nach zu eifern. Hat wohl mehrere davon. Er scheut auch nicht vor einem lauten Wort in Richtung seiner Spieler oder in Richtung der Unparteiischen oder in Richtung des Gegners. Wurde dafür fast schon frenetisch gefeiert. Verbales Kontrastprogramm zum Vorgänger? Wird wahrscheinlich kein Freund von Anne Panter und auch nicht von Thorsten Leibenath, ist aber auch völlig egal, beide sind nicht Systemrelevant. Wird wohl das in oder andere „T“ in der Liga bekommen. Hatte laut eigener Aussage vorher im REWE Erfahrung gesucht und nicht gefunden, schade. Wird echt goldig, wenn er ungläubig-strafend einen Spieler ansieht.

Es sind vor allem drei, auf das Team bezogene, Dinge, die gestern bereits ersichtlich wurden:

1. Das Team hat Einsatzwillen und kämpft. Schweiß war genug da, Blut noch keines. Für das erste Vorbereitungsspiel war schon ordentlich Zunder drin und Rudelbildungen konnten mehrmals nur knapp verhindert werden. Sind wir etwa auf den Weg zu den neuen Bad Boys?

2. Erfahrung ist ein Vorteil. Die Ulmer Haudegen waren dort auffällig überlegen und haben Bambergs „Jugend-forscht“-Aufstellung gut ausgenutzt. Gerade wenn Maarty Leunen gegen einen der Jungen stand, waren das fast immer zwei oder drei sichere Punkte. Auffällig zudem, dass ein junger Akteur bei den Referees kaum ein Standing hat, aber das bemängelt Wolfgang Heyder ja schon seit vielen Jahren. Wenn jetzt dann noch die Nationalspieler Janis Strelniks, Karste Tadda, Daniel Theis und Elias Harris zurück kommen und Josh Duncan und Ryan Thompson mitwirken können, dann ist Bamberg sicherlich nochmal zwei Dimensionen stärker als heute. Es wird aber generell interessant, wie sich das Spielzeitmanagement der Nachwuchsspieler in der Saison entwickelt.

3. You can´t teach size. Bamberg darf durchweg als „undersized“ im Frontcourt bezeichnet werden. Ulm Centergarde ist mit den langen Boris Savovic und Tim Ohlbrecht stattlich, aber nicht unbedingt Ligaspitze. Dennoch war der Größenvorteil in einigen Situationen ausschlaggebend. Josh Duncan und Daniel Theis sind zwar starke Insidespieler, aber weder massig noch lange. Denis Kramer ausgenommen, ist der längste Bamberger Frontcourt-Spieler 2.04 m. Ob es auch gegen Bayern Centerrotation um John Bryant (2.13 m), Vladimir Stimac (2.09 m) und Yassin Idbihi (2.08 m) reicht muss sich zeigen.

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