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Reisebericht: Istanbul


Spätestens seit dem James Bond Film Die Welt ist nicht genug“,wollte ich unbedingt die Metropole am Bosporus besuchen. Ende September haben meine Freundin und ich uns vier Tage in dieser riesigen Stadt gegönnt und es nicht bereut. In diesem Blog möchte ich einige meiner Erfahrungen teilen, vielleicht macht es den ein oder anderen neugierig oder es hilft bei der Reisevorbereitung.

Istanbul ist verdammt groß

Im Gegensatz zu anderen klassischen Städtetripzielen ist Istanbul noch viel größer als die klassische Mitteleuropäische Stadt, wie zum Beispiel Prag, Budapest oder Wien. Mehr als 14 Mio. Einwohner in 39 Stadtteilen auf fast 5.500 Quadratkilometern Ausdehnung lassen es gar nicht zu, in wenigen Tagen einen umfassenden Eindruck zu gewinnen. Das bedeutet bei der Planung, dass man sich auf ein paar Filetstücke konzentrieren sollte, um nicht in Hektik und Stress verloren zu sehen und vor allem auch etwas Luft zu haben, die Stadt wirken zu lassen. Die Wege sind unter Umständen weit und das viele Wasser, welches die Stadtviertel teilt ist eine Barriere, die Wege weit macht.

Wo das Tourismusleben spielt

Im Bezirk Sultanahmet ist die Dichte der 1-A-Sehenswürdigkeiten am größten: Hagia Sophia, Blaue Moschee, Topkapi Palast, Byzantinische Zisterne, Basar befinden sich dort und sind bequem zu Fuß zu erreichen. Alles liegt quasi nebeneinander. Die großen Sight-Seeing-Magnete kosten zwischen zehn bis 15 Euro Eintritt und sind natürlich von Touristen überlaufen. Am besten also möglichst früh da sein und sich dann ausreichend Zeit lassen. Das hat gegen halb zehn Uhr bei uns bestens funktioniert. Alleine im Topkapi Palast mit seinen vielen Gärten und Gebäudekomplexen kann man einen ganzen Tag verbringen, wenn man möchte und einen gewissen Hang zum Detail hat. Es gibt so viel zu entdecken und zu bestaunen, dass man sich wirklich ausreichend Zeit nehmen sollte. Das haben wir auch getan und dafür zum Beispiel die Besichtigung des Inneren der blauen Moschee geknickt. Schließlich muss man sich entscheiden, ob man seine Istanbul-Zeit mit Schlange stehen verbringen will oder nicht lieber ein oder zwei Stunden durch die Straßen tigern und ein Stadtviertel erkunden möchte. Wir haben uns für letzteres entscheiden und es nicht bereut. Dafür sind wir einfach in ein paar weniger bekannte Moscheen, die zwar ebenso reich verziert waren aber keine Warteschlange vor den Toren hatten.

Beyoglu, das coole Istanbul

Ist man des klassischem Sight-Seeing überdrüssig, dann, sollte man über die Galatabrücke nach Beyoglu gehen. Dort wird Istanbul cool und lässig. Keine Straßenverkäufer mit gefälschten Markenartikeln oder Restaurantfänger, die einen auf der Straßen anquatschen. Auffällig ist auch, dass es dort kaum noch verschleierte Frauen gibt und der arabische Einfluss spürbar nachlässt. Meine Empfehlung: Zu Fuß die steilen Sträßchen zum Galataturm empor pilgern und dann einfach kreuz und quer nach Lust und Laune durch die kleinen Gassen schlendern. Dort gibt es viele interessante kleine Läden und Boutiquen oder urige Cafés am Straßenrand und in Hinterhöfen. Türkischer Tee, türkischer Kaffee und Wasserpfleife laden zur Rast und zum Verweilen ein. Bleibt man hingegen auf der Hauptachse nach dem mächtigen Galataturm, dann kommt man direkt in die lang gezogene Fußgängerzone, die zum Taskim-Platz und Gezi-Park führt. Beides ist aber kein High-Lights für Freunde mitteleuropäischer Platz- und Parkarchitektur.

Wo übernachten?

In Istanbul gibt es viele kleine und große Hotels. Die neuen und modernen sind jedoch meist in den Vororten Richtung Flughafen oder im Geschäftsviertel, wo es wirklich nichts vom Istanbul-Flair zu erleben gibt. Wir haben uns für das Double Tree – Old Town by Hilton entschieden. Eines der wenigen modernen Hotels in der Altstadt. Zum großen Basar waren es drei Minuten, zu den großen Sehenswürdigkeiten ca. 15 Minuten zu Fuß auf dem Boulevard entlang. Aber es gab auch direkt eine Straßenbahnhaltestelle vor dem Hotel. Die Linie führt an allen Sehenwürdigkeiten vorbei über die Galatabrücke bis nach Beyoglu. Eine perfekte Route, die wir häufig genutzt, um unseren Füße zu schonen. Hotels gibt es aber auch noch zentraler und wer es irgendwie weniger touristisch mag, der sollte sich am besten im Bezirk Beyoglu, Stadtteil Galata nach einer Unterkunft umschauen.

Was essen?

Natürlich gibt es in Istanbul Döner und Dürum, aber noch viele weitere Spezialitäten. Oft haben wir uns auch einfach etwas von den vielen Straßenhändlern geholt. Davor haben zwar manche Touristen etwas Bange, das ist aber ein klarer Fehler. Meine Freundin ist stark allergisch auf Zusatzstoffe im Essen und hatte an allen Tagen nicht das geringste Problem und sau lecker und günstig war es zudem. Also ruhig mal den schnellen Weg für die Nahrungsaufnahme gehen. Selbstverständlich gibt es auch normale türkische Restaurants wo es Landesküche gibt. Im „Bushaka“ in einer ruhigen Seitenstraße in Sultanahmet hat es uns gut gescheckt und wir waren zu zweit mit ca. 30 Euro dabei. Einen super Blick über den Bosporus, die Hagia Sophia und die Blaue Moschee bietet die Dachterasse des „Seven Hills“ Restaurant. Hier ist es aber ein wenig teurer als an der Straße.

Rauf aufs Wasser

In Istanbul muss man ja schon fast zwangsläufig aufs Wasser. Entweder gibt man also dem Werben der vielen Bootstourenverkäufer nach oder man nutzt einfach die Fähren, die die Stadtteile miteinander verbinden. Das ist viel günstiger, nur knapp über einen Euro pro Fahrt, und auch authentischer. Dort fahren auch die Istanbuler von einem Teil der Stadt in den anderen und schon das Gewusel beim Einsteigen, wenn sich die Tore der Terminals öffnen ist so symptomatisch für diese Stadt. Zum Glück fahren auch noch viele „alte“ Modelle mit schönen, abgesessenen Holzbänken an Deck, die so richtig Flair versprühen. Von Eminönü an der Galatabrücke geht es z. B. nach Üskündar direkt am Topkapi Palast, dem Leaderturm und dem Dolmenbahce Palast in Besiktas vorbei – eine durchweg interessante Route, auch weil der ein oder andere Tanker beim Weg durch den Bosporus kreuzt.

Treiben lassen

Am Schluss noch ein Tipp. Besucher Istanbuls sollten sich einfach mal treiben lassen. Nicht zu viele Sight-Seeing-Punkte pro Tag vornehmen und dafür immer ein paar Stunden „Freizeit“ einplanen. Diese Zeitpuffer kann man ganz hervorragend nutzen um auch mal die Straßen abseits zu erkunden. Dreht man nach dem großen Basar nicht um, sondern schlägt sich über den Hügel durch zur Galatabrücke, so entdeckt man das enge türkische Kleingeschäftsviertel mit riesigem Gewusel und Staßenzügen, die mit Fahnen der großen Istanbuler Fußballclubs überspannt sind. Sicher haben wir uns übrigens zu jeder Zeit gefühlt allerorts in der Stadt gefühlt.

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