It’s Miller time


Mit einer überraschenden Verpflichtung haben vor wenigen Tagen die Brose Baskets Schlagzeilen gemacht. Kurz vor dem Ende der Wechselperiode fand Forward Darius Miller von den New Orleans Pelicans seinen Weg nach Franken.

Vor dem Hintergrund der Verletzung von Josh Duncan haben viele mit einem Spieler gerechnet, der eher an Brettnähe agiert und den Power Forward womöglich Eins-zu-eins ersetzt. Andrea Trinchieri bleibt seiner spannenden Verpflichtungspolitik jedoch treu und setzt auf eine langfristige Verstärkung der Mannschaft für diese Saison.

Rollenspieler mit NBA-Erfahrung

Foto: TonyTheTiger (Wikipedia)

Bereits vor wenigen Wochen durfte Guard-Forward Josh Shipp seine Koffer packen. Mit Dawan Robinson hat ihn ein klassischer Comboguard ersetzt, der dem Backcourt eine neue Stabilität verleiht, Brad Wanamaker ein wenig Entlastung bietet und Janis Strelniks alle Freiheiten als Shooter lässt. Darius Miller ist nun ein klassischer Flügel, genauso wie in der Trainer mag. Ein „Team-First-Guy“ mit starker Athletik und sicherem Dreipunktewurf. In Bamberg kommt der ehemalige NCAA-Champion mit Kentucky sicherlich auf beiden Flügelpositionen zum Einsatz. Seine Idealmaße 2.03 m (mit Schuhen) und 102 kg, die Athletik und NBA-Erfahrung sollte ausreichen, um auch gegen Power Forwards in der Beko BBL zu bestehen – vor alle wenn das Brose-Spiel weit gezogen wird. Dabei kommen seine Qualitäten als Spot-Up-Shooter sicher gut zur Geltung.

NEW ORLEANS PELICANS (NBA)
102 Spiele
14.3 Min. pro Spiel
3.1 Punkte pro Spiel
1.3 Rebounds pro Spiel

Maximal variabler Kader für die kommenden Aufgaben

Die Verpflichtung eines variablen Flügelspielers wurde auch deshalb möglich, weil Elias Harris zuletzt eine deutliche Leistungssteigerung zeigt. Es es fühlt sich in Korbnähe deutlich wohler und spielt seine Stärken dort nun besser aus als in der ersten Saisonhälfte. Damit konnte Bamberg den siebten Ausländer auf einer unterbesetzten Position verpflichten ohne im Frontcourt an Substanz zu verlieren. Bamberg ist mit Darius Miller nun extrem breit und variabel aufgestellt.

Nahezu jeder Ausfall eines Importspielers kann nun gut kompensiert werden. Fällt jemand aus dem Backcourt aus, verschieben sich manche Positionen nach unten und Darius Miller kann zwischen Ryan Thompson und Josh Duncan auf der „Drei“ spielen. Würde ein langer Mann vom Spielbetrieb abgehalten, kann er die „Vier“ spielen und der Frontcourt wäre dennoch mit vier weiteren Spielern immer noch tief besetzt. Eigentlich ein genialer Verpflichtungsschachzug der sportlichen Leitung. Hier siegte die mittelfristige Zielplanung klar über kurzfristigen Aktionismus.

Von jetzt an heißt es „it’s Miller time“ in den Deutschen Arenen – fast schon schade, dass es keinen nationalen Spike Lee in fremden gibt.

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