Bamberger Maxplatz

Maxplatz – unser Quadrat soll schöner werden


Der Maxplatz in Bamberg hat schon für viele Diskussionen gesorgt. Wie soll er architektonisch aussehen, was darf in welcher prognostizierten Lautstärke darauf stattfinden oder kann das alles nicht einfach weg? Einsam und verlassen hat der gute „Max“ durchaus den Charme eines Aufmaschplatzes im Kleinsformat aus der Feder von Albert Speer: Weit und leer und in Quadratmuster unterteilt. Einzig der Brunnen, die Einfahrt zu einer Innenstadttiefgarage und ein paar Blumenkübel mit Baumbeplanzung bieten hier Widerstand fürs Auge an. Der andere Brunnen, mit dem ich als Kind einmal freucht-fröhliche Bekanntschaft bei den Bamberger Biertagen gemacht habe, wurde schon vor Jahrzehnten dem Erdboden gleich gemacht. Mein Mißgeschick war dafür aber wohl kaum verantwortlich.

Quadratisch, praktisch, öde
Quadratisch, praktisch, öde

Zwar bemüht sich Klaus Stieringer in den wetterschönen Monaten den Platz durch diverse Stadtmarketing-Events mit möglichst vielen Menschen, Tieren und Sensationen zu füllen und auch der Christkindlsmarkt sorgt nochmal für breite Nutzung, aber nach dem Abzug vieler Marktstände in die Fußgängerzone zum „Humsera“-Brunnen gibt es hier durchaus Potential für ein weiteres Nutzungskonzept und eine Attraktivitätssteigerung des Innenstadtsaufenthalts.

Zweckmäßig muss nicht billig anmuten

Im Blog Blattmacher.com hat der geschätzte Martin Wilbers bereits treffend die aktuelle Gesamtsitution zum Maxplatz anschaulich beschrieben. Er kritisiert u. a. den starken Gegenwind für ein gastronomisches Nutzungskonzept mit der „Celona“-Gruppe, welches neben dem Bezug einer Leerfläche in der Fleischstraße den Bau eines mobilen „Betriebsgebäudes“ vorsieht. marktscheune_hallstadtSogar als Imbissbude wurde das Konzept teilweise verunglimpft, dabei kann jeder nur gute 50 km weiter in Nürnberg sehen, welche schöne und hochwertige Locations von der Gruppe umgesetzt werden. Und wem Nürnberg zu weit weg liegt, der muss nur ein paar Meter weiter über die A70 nach Hallstadt blicken. Dort hat sich eine Mehrheit im Stadtrad für ein mutiges Architekturkonzept gefunden. Die neue Marktscheune im Zentrum ist ein architektonisches Highlight und ein echter Hingucker mit viele Liebe zu Detail – wennauch nicht mobil. Hier ist eben Kreativität gefragt, die eine Lösung entstehen lässt, die sich in die umgebende Baustruktur einfügt. Oder ist am Ende doch eine feste Installation das richtige Mittel der Wahl?

Belebung nur durch Menschen möglich

Statue am Maximiliansbrunnen
Statue am Maximiliansbrunnen

Gewiss scheint indess, dass eine Attraktivierung des Platzes im Kleinspurformat kaum gelingen kann. Weder wird es sich ein Betreiber leisten können nur eine Minaturfreischankfläche zu bewirtschaften, noch um 18 Uhr die Pforten zu schließen. Das wiederum ruft das ewige Problem der Lärmbelastung der Anwohnerschaft auf den Plan. Menschen sind schließlich das einzige Element, dass den Maxplatz neues Leben einhauchen kann und die produzieren naturgemäß Geräusche durch Unterhaltungen, Gelächter, anstoßende Gläser oder Messer, die beim fachgerechten zerlegen von Speißen auf Porzelantellerböden treffen.

Lässt man den Blick in andere Städte streifen, dann kann man diesem Konzept durchaus etwas abgewinnen. Am Ende stellt sich aber auch die Frage, in wie weit das angedachte Nutzungskonzept Auswirkungen auf die vielen Veranstaltungen mit der Großbühne am Kopfende haben wird. Letzendlich muss auch die Lebensqualität der Anwohner aufrecht erhalten werden. Vielleicht gewinnt diese, mit einem durchdachten Konzept, sogar hinzu. Nur mit einem Status Quo und Endlosdebatten ist niemanden geholfen. Jetzt müssen die richtigen Entscheidungsvorlagen erarbeitet werden damit der Stadtrat im besten Sinne der Stadt und seiner Bürger entscheiden kann.

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