Leon Radosevic

Radošević verstärkt den Frontcourt


„Endlich“ mag das bestimmende Wort sein, dass die Meldung zur Neuverpflichtung der Brose Baskets bestimmt. Endlich hat die sportliche Führung reagiert und mit dem Kroaten Leon Radošević einen Nachfolger für den enttäuschenden Gabe Olaseni präsentiert. Damit hofft Bamberg seinen beweglichen Center gefunden zu haben, der zu Teamphilosophie passt und Akzente setzt. Nach dem Rookie-Experiment zu Saisonbeginn, gilt der Kroate als sichere Nummer. Zuletzt stand der 2.08 m Hüne bei Besiktas Istanbul unter Vertrag, davor war er mehrere Jahre für ALBA Berlin ein Aktivposten in der Beko BBL, im Eurocup und in der Euroleague. Dort schaffte er es mit dem Hauptstadtclub sogar fast ins Top 8 und sammelte davor mit Rytas Lietuvos und Armani Jeans Mailand bereits jede Menge Erfahrung in der höchsten europäischen Spielklasse.

STATS:
9.6 ppt | 4.1 rpg | 1.1 apg | 0.4 bpg (ALba berlin – beko bbl – 2014/15)
9.0 ppt | 3.6 rpg | 0.8 apg | 0.4 bpg (ALBA BERLIN – EUROLEAGUE – 2014/15)

 

Klassischer Trinchieri-Spieler

Radošević ist ein moderner Centertyp, der sowohl die Position am Brett spielen, aber auch als großer Power Forward agieren kann. Er ist groß, aber beweglich und athletisch. Diese Kombination kommt Trinchieris Spielweise besonders entgegen, vor allem beim unentwegten „Switchen“ in der Verteidigung sind diese Qualitäten gefragt. Seine Mobilität erlaubt es ihm schnell zu rotieren, bei „Close-Outs“ zur Stelle zu sein und auch die klassische Post-Defense liegt dem 118 kg Akteur.

Pick-and-Roll-Center

Im Angriff ist der 25 Jährige ein guter „Pick-and-Roll“-Spieler mit einem lockeren Händchen. Die Spielmacher Brad Wanamaker und Nikos Zisis werden also ihre Freude an der neuen Anspielstation haben und ihn entsprechend in Szene setzen können. Aus diesen Situationen heraus, setzt er sich sowohl am Brett gut durch, kann aber auch die Variante „Pick-and-Pop“ sicher aus der Mitteldistanz abschließen.

Mobil in der Verteidigung

Damit wird die Rotation im gesamten Team, vor allem aber bei den langen Leuten breiter. Im weiteren Saisonverlauf, wenn die Spieler müder werden, wird sich die Neuverpflichtung als überaus hilfreich erweisen. Leon Radošević kann der Mannschaft jedes Spiel  20 bis 25 gute Minuten geben und den Frontcourt, um den stark aufspielenden Niccoló Melli und Daniel Theis, merklich entlasten.

Frontcourt:
Darius Miller, Elias Harris, Daniel Theis, Niccoló Melli, YASSIN IDBIHI, LEON  Radošević

„Es ist aber auch so, dass sich unsere Rotation durch die mangelnde Leistung von Gabe verkürzt. Deshalb wird es darauf hinauslaufen, dass wir ihn aus der Rotation herausnehmen müssen. Wie wir das rein formal lösen können, werden wir die nächsten Tage mit ihm besprechen. Fakt ist aber, dass er in der Rotation keine Rolle mehr spielt.“

Rolf Beyer

Projekt Olaseni gescheitert

Lange genug hatten Fans und Verantwortliche darauf gehofft, dass der britische Rookie zumindest halbwegs die großen Fußstapfen von Trevor Mbawke ausfüllt. Der athletische Center stagnierte  seit Saisonbeginn und die erhoffte Lern- und Leistungskurve blieb aus. Nachdem die Anhängerschaft schon früh das Projekt Olaseni als gescheitert abstempelte, war auch innerhalb des Teams zuletzt fehlendes Vertrauen auszumachen. Allzuoft wurde der Center auch in aussichtsreicher Position übergangen und falls er doch einmal den Ball in den Händen hielt, lies er jegliches Durchsetzungsvermögen am Brett vermissen und wollte die Kugel nur schnellstmöglich wieder los werden.  Offensiv spielte Bamberg also häufig vier gegen fünf und auch in der Defensive war er nicht der erhoffte Anker, Rebounder und Korbbeschützer.

Im Verpflichtungsroulette verkalkuliert

Die Zeichen stehen klar auf Abschied. Überhaupt war der Center eine kontroverse Verpflichtung im Sommer, nachdem mit Nikos Zisis und Niccoló Melli Spieler von europäischem Format zum Team stießen, passte der keinesfalls überragende Rookie Gabe Olaseni nicht ins Bild. Es bleibt am Ende die Frage, wer in Gabe Olaseni das Talent gesehen hat, dass einen „Home Run“ in Aussicht stellte? War er ein Wunschkandidat von Cheftrainer Andrea Trinchieri? Hat Sportdirektor Daniele Baiesi, der als Talentscout gilt, die entscheidenden Fäden gesponnen?  Zuletzt war immer wieder auffällig, dass der Trainer nach schlechten Aktion des Center häufig den direkten Blickkontakt zum Sportdirektor suchte und sich durchaus Resignation ablesen lies.

Die Brose Baskets gewinnen durch Leon Radošević noch mehr Qualität. Mit ihm könnte der Vorstoß in das Euroleague Top 16 keine Utopie bleiben, sondern Realität werden. Bamberg hat jetzt einen Spieler, der effektiv gegen große Centerspieler spielen kann und im Angriff noch eine verlässliche Option mehr. Er kennt die Ligen, das Leben in Deutschland und hat in Berlin unter Sasa Obradovic bewiesen, dass er auch mit impulsiven Trainern gut klar kommt.

Dobro došao Leon!

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