Vor dem Halbfinalduell Brose Baskets vs. FC Bayern München


Nach dem Gewinn der fränkischen Meisterschaft in der ersten  Beko BBL Playoff-Runde gegen insgesamt überforderte Aufsteiger aus Würzburg, steht nun die Bayerische Meisterschaft an. Im Halbfinale wartet mit dem amtierenden Vizemeister FC Bayern München ein großer Name.

Keine optimale Saison für Bayern

Im Verlaufe einer etwas turbulenten Saison, wo von Cheftrainer Svetisav Pesic unter anderem die Idee geboren wurde, zukünftig das Team nur noch international  trainieren zu wollen, reichte es am letzten Hautrundenspieltag nur für Platz vier. Daraus resultierte eine schwierige Viertelfinalserie gegen sehr unangenehme Ludwigsburger, die lange sehr offen war und erst in den letzten 20 Minuten in Spiel fünf entscheiden wurde. Auch und vor allem dank des Bamberger Denkmals Anton Gavel, der beim 87-76 Sieg mit 24 Punkten sein bestes Saisonspiel ablieferte.

Duelle auf Augenhöhe

Viele sehen die Brose Basket als klaren Favoriten und die starke Saisonleistung mit einem unangefochtenen Platz 1 und dem nur knappen Scheitern an den Euroleague Playoffs verleiten sehr zu dieser Meinung. Dennoch sei vor der Substanz des große Kontrahenten gewarnt. Beim Blick auf die direkten Duelle in dieser Saison muss man unterm Strich ein „auf Augenhöhe“ attestieren, auch wenn die Ergebnisse nicht immer ganz knapp ausfielen. Am Nikolaustag zelebrierten beide Teams in der Brose Arena ein denkwürdiges Basketballspiel auf allerhöchstem Niveau, bei dem München erst kurz vor Schluss die Puste ausging. Im Pokalhalbfinale wurden den Bambergern im heimischen Audi Dome im Schlussabschnitt satte 30 Punkte eingeschänkt und der Favorit aus dem Cup geworfen. Kurze Zeit später revanchierte sich der oberfränkische Werksclub mit einer klasse Aufholjagd und einem Overtime-Sieg am selben Schauplatz. Meist waren die Partien über weite Strecken ausgeglichen und nur ein oder zwei Angriffs- bzw. Verteidigungssequenzen haben das Pendel zugunsten des einen oder anderen ausschlagen lassen. Das alleine sollte Warnung genug sein, Bamberg bereits im Finale und München am Isarstrand zu sehen.

Ich sehe es nicht als Vorteil, dass München über die volle Distanz von fünf Spielen im Viertelfinale gehen musste. Es sind die Bayern. Sie werden voll fokussiert, fit und topvorbereitet am Sonntag zu uns kommen. – Nikos Zisis

Kleber und Taylor als Aktivposten

Trotz aller Unkenrufe wird Trainerfuchs Pesic seine stärkste Mannschaft in die Schlacht schicken. So dürfte auch Schlitzohr Dusko Savanovic wieder mitwirken, der gegen Bamberg immer gute Spiele (16, 16 und 18 Punkte) abgeliefert hat. Anton Gavels Knieverletzung bleibt irgendwas zwischen Mysterium und Wunder, aber der Deutsch-Slowake müsste schon so zugerichtet sein, wie ein kampfeslustiger Geselle in „Die Ritter der Kokosnuss“, dem beiden Arme und Beine fehlten, um überhaupt darüber nach zu denken sich verletzt zu melden.

Zuletzt nutzte vor allem Maxi Kleber seine neuen Freiheiten, um sich Selbstvertrauen zu holen. Nach einer langen Verletzungspause zeigte der Nationalspieler mit 12.2 ppg und 6.8 rpg eine starke Playoff-Serie und wird rechtzeitig zur entscheidenen Saisonphase ein echter Faktor. Daneben überzeugte  wieder einmal Bayerns Kapität Bryce Taylor, der eine super Saison spielt: 14.5 ppg, 5.6 rpg und eine starke Dreierquote konnte auch die berüchtigte Ludwigsburger Verteidigungsinterpretation nicht verhindern.

Bamberg als Team stabiler

brosebaskets-101Bamberg hat sicherlich das stabiliere Team, das schon über die gesamte Saison sehr gut harmoniert hat. Bayern hingegen musste immer wieder mit Verletzungen kämpfen, dann verlies K.C. Rivers den Club Richtung Madrid und die Nachverpflichtungen Justin Cobbs und Vitalis Chikoko sind keine vom Kaliber „Game Changer“.

Spielmacher Brad Wanamaker war in zwei der drei Partien von keinem Gegner zu halten (29 und 25 Punkte) und wird sicherlich mit seinen Drives auch jetzt wieder probates Mittel sein um Münchens Schwachstellen zu nutzen. Viel wird auch davon abhängen, wie Münchens teils schwerfällig wirkende Centerriege mit Bambergs Power- und Finessspielern am Brett zurecht kommt. Wobei in den bisherigen Duell auffällt, dass die Erfolgsgaranten meist unter den Brose-Guards oder Forwards zu finden waren – John Bryant und Co. hingegen den Frontcourt um Nicolo Melli recht gut kontrollieren konnten. Deshalb kann niemand erwarten, dass Elias Harris ähnlich stark agiert wie im Viertelfinale (16.7 ppg bei 93 % 2er-Quote). Hält Bamberg hier dagegen und nutzt Headcoach Andrea Trinchieri den Vorteil auf den kleinen Position aus, könnten die Oberfranken zusammen mit dem wichtigen Heimvorteil ihrer Favoritenrolle gerecht werden und erneut ins Finale einziehen.

Bayern Strohhalm

Kampflos wird das auf alle Fälle nicht passieren, dafür steht für München und die Pesic‘ wohl zu viel auf dem Spiel. Bereits seit Wochen machen Gerüchte die Runde, dass zur neuen Saison ein anderer Trainer übernehmen soll, evtl. sogar die Position von Marko Pesic zur Disposition stünde – sich beide auf jeden Fall nach einem Präsidenten Ulli Hoeneß sehnten. Und was wäre eine schönere Bestätigung und ein passenderes Geschenk für einen neuen alten Bayernprädident mit großem Basketballherz, als eine über Überraschung gegen Bamberg, ein Titel und die Teilnahme an der neuen Euroleague.

 

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