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Bamberger Basketballsommer voraus


Brose Bamberg spielt in der neu geschaffenen Euroleague, das steht nun seit wenigen Tagen auch offiziell fest und darf sich mit den 13 besten Teams des Kontinents messen. Somit kann Sportdirektor Daniele Baiesi konkret an die Kaderplanung schreiten und seine Blueprints in die Tag umsetzen.

Nachdem wenige Tage vor bzw. nach dem nationalen Titelgewinn die Vertragsverlängerungen von Darius Miller um zwei Jahre und Janis Strelniks um drei Jahre echte Paukenschläge waren, folgte wenig später die Enttäuschung, dass Kapitän Brad Wanamaker das Team verlassen wird. Ein Millionenangebot der neureichen Istanbuler Emporkömmlinge von Darüssafaka war zu verlockend und Bamberg zog im Wettbieten um den Ausnahmespieler den Kürzeren.

Damit stehen 13 von 14 Positionen aus dem letzjährigen erweiterten Kader erneut fest. Der neue Modus der Euroleague ohne Gruppen mit Hin- und Rückspielen gegen alle Gegner, zwingt Bamberg zu einem noch breiteren Kader, neben einem neun Spielermacher werden auch Verstärkungen im Back- und Frontcourt gesucht.

Der Erbe Wanamakers

Viele Namen sind momentan nicht in der Gerüchteküche auf dem Tisch, die die gehandelt werden haben es jedoch in sich. Daniel Hackett, seines Zeichens italienischer Nationalspieler von Olympiakos Piräus könnte der Nachfolger auf der Spielmacher Position werden. Er besitzt eine ähnlich starke körperliche Präsenz wie Brad Wanamaker und hat mit 28 Jahren reichlich internationale Erfahrung. Mit seinen knapp zwei Metern kann er sich bei der Penetration in die Zone sehr gut durchsetzen und ist genauso aus der Distanz eine stete Gefahr. Die Fußstapfen für den neuen Chef am Feld sind natürlich groß, aber Bamberg besitzt mittlerweile die finanziellen Ressourcen, um auch wirklich Qualitätsspieler nach Franken zu lotsen.

Jugend vs. Erfahrung

Der deutsche Nationalspieler Maodo Lo ist wohl die erste Wahl für die Verbreiterung des Backcourt. Der College-Abgänger wurde zwar im NBA-Draft nicht berücksichtigt, spielt jedoch die Summerleague und möchte sich dort noch für einen Vertrag in der nordamerikanischen Profiliga empfehlen. Bamberg müsste also lange warten und könnte am Ende mit leeren Händen da stehen. Für die langfristige Entwicklung wäre der Comboguard aber gold wert, da sich gerade auf den Positionen eins und zwei kein aussichtsreiches Talent im System befindet, das direkt im Stile eines Patrick Heckmann durchstarten könnte.

Erfahrung in den Kader würde die Rückkehr von Anton Gavel nach zwei unglücklichen Münchener Jahren bringen. Der ehemalige Bamberger Publikumsliebling hat seine Hochzeiten zwar hinter sich, aber die Finalserie gegen München hat gezeigt, wie wertvoll ein immer noch unermüdliche kämpfender Tono für jedes Team ist.  In Bamberg könnte er neben dem Starting Point Guard, Nikos Zisis und Janis Strelniks eine genau definierte Rolle einnehmen und die immer noch perfekt ausfüllen. Mittlerweile wäre der gebürtige Slowake auch bei den Fans wieder willkommen – durchaus legitim nach allem was Anton Gavel für den Club in der Vergangenheit gleistet hat.

Think too big

In der abgelaufenen Saison bekam Bamberg manchmal Probleme gegen die richtig dicken Centerspieler der Konkurrenz. In einem variablem System von Andrea Trinchieri, der gerne auf athletische Spieler setzt, wäre es aber eine Überraschung eine 2.10+ Meter große Kante auf dem Parkett zu sehen. Logischer erscheint ein reboundstarker weiterer Athlet mit starker Physis. Ein Spieler wie der ehemalige Bamberger Trevor Mbawke oder Julian Wright von Dolomiti Energia Trento, der hier den nächsten Schritt machen könnte. Wie wichtig diese Überathleten und Defensivspezialisten mitterlweile geworden sind, haben in der vergangenen Euroleague-Saison Othello Hunter, Epke Udoh, Anthony Randolph, James Gist oder Marcus Slaughter eindrucksvoll gezeigt. Dieser Spielertyp würde den Frontcourt um Leon Radosevic, Daniel Theis, Elias Harris und Niccolò Melli perfekt ergänzen und den Bamberger Spielstil, der zu den schönsten in ganz Europa zählt, nicht kanibalisieren.

Egal welche Spieler am Ende den Weg nach Bamberg finden, sie treffen auf eine intakte und harmonische Mannschaft und müssen bereit sein, sich nicht nur sportlich sondern auch menschlich zu integrieren und dabei die ein oder andere italienische Arie von der Seitenlinie zu erdulden.

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