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Erstes Spiel – erste Antworten


Brose Bamberg hat das erste Spiel gegen die Fraport Skyliners souverän und deutlich 84 zu 55 gewonnen. Dabei war die Leistung des Meisters keine, die das Attribut „Glanz“ verdient hätte, aber ein ordentlicher Auftakt nach der Sommerpause mit ausbaufähigen Wurfquoten und Topscorer Fabien Causeur (18).

Mit unserer Verteidigungsintensität bin ich zufrieden, im Angriff können wir uns aber verbessern.

Andrea Trinchieri

 

Wie spielt Bamberg mit Causeur und ohne Wanamaker?

Der ehemalige Superstar, kürzlich von Bayerns Bryce Taylor, als bester US-Amerikaner in Europa nach Malcolm Delany geadelt, war ein balldominanter Aufbauspieler, der das Spielgerät gerne am Mann führte, um seine Klasse und Athletik in Korbaktionen umzumünzen. Der Neue, Fabien Causeur, spielt anders. Er ist filigraner unterwegs und dominiert das orangene Leder weit weniger als sein nomineller Vorgänger. Headcoach Andrea Trinchieri machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung für Positionsschubladen, weil diese Denkweise Spieler limitiere. Der Franzose ist also einer von fünf Akteuren auf dem Feld und dabei – von den Anlagen – der beste Vollstrecker. Zusammen mit Nikos Zisis, Janis Strelniks und Maodo Lo sorgt er für den Spielaufbau. Die Ballzirkulation wird breiter und variabler werden als vergangene Saison.

Der Einstand des Neuen war einer nach Maß: 18 Punkte und 6 Assists sind aller Ehren Wert. Welche Antworten das Team findet, wenn es eng wird bleibt abzuwarten. Das waren die Situationen, in denen Brad Wanamaker regelmäßig seinen „Heroball“ ausgepackt hat, alle auf dem Weg mussten und er die Kugel unnachahmlich im Korb des Gegners versenkt hat.

 

Warum spielte Fabien Causeur so lange?

Es war auffällig, dass Fabien Causeur mit 29:17 Min. deutlich länger als seine Kollegen (es folgte Miller mit 21:25 Min.) auf dem Feld stand. Diese Belastung wird er nicht über die komplette Saison leisten müssten. Zu Beginn will Cheftrainer Andrea Trinchieri evaluieren, wie er den Hochkaräter im Zusammenspiel mit den hier etablierten Spielern am besten nutzen kann. Nach wenigen Partien wird seine Einsatzzeit geringer werden und der italienische Majestro an der Seitenlinie an seinem „Use Case“ gefeilt haben. Dann steht mit Maodo Lo auch ein weiterer Guard zur Verfügung der Entlastung bringt.

 

Was kann Vladimir Vereemenko?

Schon der erste Blick verrät, hier handelt es sich um einen alten Haudegen im europäischen Basketball. Der 2.08 m lange Frontcourt-Spieler weiß was er kann und was er nicht kann. Zwar scheint er noch etwas Trainingsrückstand zu haben, aber die Nase für den Rebound (7 in in 11:17 Min. Spielzeit) hat er schon gezeigt. Auch seinen Ruf als Pick & Roll Spieler hat er im Zusammenspiel mit den kleinen Spielern bestätigt.

 

Spielen wir jetzt immer so eine lange Rotation?

Insgesamt standen alle zwölf Kaderspieler auf dem Parkett, am wenigsten Leon Kratzer mit 7:00 Minuten Spielzeit. Selbst Youngster Louis Olinde durfte mehre als 10 Minuten ran. Beide Akteure kamen bereits früh zum Einsatz, als die „Garbage Time“ noch weit entfernt hat. Die anstehenden Belastungen vielen Euroleague-Partien und Reisestrapatzen werden ein neues Spielzeitenmanagement nach sich ziehen. So ist es gut möglich, dass Nikos Zisis vor allem in der Euroleague ran darf und in naheliegenden easycredit BBL Spielen Aleksej Nikolic für ihn in den Kader rutscht. Weitere Wechselspiele sind bei acht Ausländern im Kader, von denen in der nationalen Liga lediglich sechs spielberechtigt sind, nicht ausgeschlossen. Bei den deutschen Akteuren sieht die Lage ähnlich aus. Niemand darf sich wundern, wenn z. B. Daniel Theis, Elias Harris oder Patrick Heckmann die ein oder andere Partie geschont wird und ein Youngster Spielzeit sieht. Auf der easycredit BBL Website sind übrigens 21 Spieler bei Brose Bamberg aufgelistet. Ja, der amtierende deutsche Meister wird lange Rotationen spielen und immer wieder mit veränderten Kadern antreten.

 

Gab es auch Kritikpunkte?

Die Trikotkombination des Sportartikelherstellers Macron ist kein Highlight der italienischen Modeszene. Eigentlich ist das Schlichte mit den roten Streifen sehr gefällig und passt auch perfekt in das Brose Corporate Design mit roter Basislinie. Die Farbübergänge und Abschlüsse an den Hosen sind aber nochmal mit einer dünnen schwarzen Ziernaht eingefasst, die am Leibchen fehlt. Die Durchgängigkeit in der Kombination mit gleichen Elementen fehlt und das schwarze Element ist eigentlich überflüssig. Auch hier gilt allerdings die Floskel: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

 

Ein Kommentar zu „Erstes Spiel – erste Antworten

  1. Benötigt Bamberg Wanakakers Individualqualitäten und seinen
    Hero-BB?
    Ein paar Mal zeigte er positive Wirkung wie etwa gegen Khimki, in Frankfurt oder im zweiten Halbfinal-PO gegen München …
    Anderseits wurde diese Option z.B. im „Nürnberger Heimspiel“ gegen Real intelligent von den Madrilenen unterbunden.

    Egal, für Bamberg tritt nicht eine Auflistung von Individualisten an, sondern das Trincheri-System des ewig laufenden Balls und der beliebig austauschbaren Figuren.

    Wäre das anders, dann hätte man sich bestimmt um Alexey Shevd für Bamberg bemüht. Verzweifeln werden wir als Zuschauer erst, wenn hochintelligent analysierende Coaches der Gegner das Ball-Movement mit Erfolg zerstören sollten.

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