Temporäres Naherholungsgebiet in Bamberg-Ost


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In Bambergs Osten zwischen Gartenstadt und Schloss Seehof liegt nach dem entgültigen Abzug der US Army momentan der ehemalige Golfplatz brach. Während sich Brose-Guru Michael Stoschek und der Bamberger Golfclub noch im Duell um die zukünftige ursprüngliche Nutzung befinden, entdecken immer mehr Bürger aus dem Quartier das Gelände als willkommenes Naherholungsgebiet.

Direkt neben der A73 wechseln sich weite Grasflächen und schattenspendender Baumbestand in wunderbarer Harmonie ab. Geradezu eine Einladung der von Menschenhand geformten Natur für kleine Spaziergänge über das Areal abseits der Wege über das Grün und durch die Kieferngruppen.  Wenige vor dem Weltkulturerbelaub 2015 durchkreuzen auch immer mehr Läufer das Gelände und verschwinden rasch wieder in einem der urigen Waldwegen aus denen sie gerade noch gekommen waren.

Viel zurück gelassen hat die US Army nicht. Eine ausgediente Kühlbox und eine alte Holzkiste zieren den Wegesrand, ansonsten wirkt alles erstaunlich aufgeräumt – sieht man von der einsamen ausgebleichten und halb abgetauchten Plastikente im Biotob ab. Eigentlich herrliche Picknick-Flächen für den anstehenden Frühling oder Experimentierort für moderne Sportler, die sich wild zwischen einer Handicap-pflichtigen Golfanlage und Urban Golfing probieren möchten.

Das Gelände ist auch perfekt für Ausflüge mit dem Vierbeiner geeignet. Die großen Rasenflächen eignen sich perfekt für Ballwurfschleudern, Frisbees sowie lange Hundesprints und jeder Baum riecht super interessant. Nur mit Mülleimern für etwaige Hinterlassenschaften sieht es leider schlecht aus. Letztendlich ist aber jeder Besitzer selbst dafür verantwortlich, dass das Gelände in dem tollen Zustand für alle bleibt.

Dass alles nur von kurzer Dauer sind wird ist absehbar. Irgendwann werden die Löcher wieder bespielt und das ist auch gut so. Direkt vor der Haustüre ist die Verlockung groß auch mal diesem Rasensport zu fröhnen. Nach der Arbeit noch ein paar Bahnen zur Entspannung und am Ende ein Eis vom Lido am Gartenstädter Markt.

Mit Schirm, Charme aber ohne Melone


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Eigentlich ist es fast schon perfide am ersten Frühlingswochenende mit Temperaturen weit jenseits der zehn Grad und Sonne satt über ein trübsinniges Thema wie einen Regenschirm zu schreiben. Dennoch kann ich eine gewisse Begeisterung für einen kürzlich erworbenen Alltagsgegenstand nicht verhehlen, auch wenn ich ihn gerne zu Hause in der Ecke stehen lasse: der Schirm

Ein guter Schirm ist nicht nur ein praktischer Helfer in Gewittern oder Regenschauern, sondern auch eines der klassischen Herrenassesoirs. Nachdem der alte Schirm seinen Geist aufgegeben hat und ich meine Trockenheit über einen gewissen Zeitraum günstigen Produkten, ja sogar Werbeartikeln örtlicher Apotheken anvertraut habe, wollte ich wieder Qualität über mir wissen.

 

Knirps – der Klassiker

Nach ausgiebigen Marktrecherchen im Internet habe ich bei hiesigen Fachhändlern alle Vor- und Nachteile dieser Gattung in Augenschein genommen und getestet. Größe des Schirm, Tragekomfort, Gewicht, Maße, Optik, Aufspanndynamik, Haptik, reflektierende Sicherheitsbeschichtungen etc.
Man glaubt es kaum, wie viele Kriterien es bei einem handelsüblichen Schrim gibt. Es sollte auf jeden Fall ein so genannter Taschenschirm sein. Mein Wahl fiel letztendlich den Topmatic SL des bekannten österreichischen Herstellers Knirps.

 

Super Verarbeitung

Die Verarbeitung ist einfach top, von den Scharnieren am Metallgestänge mit seinen acht Schienen, über den automatischen Drucköffner bis zur den Nähten am Stoff. Alles wirkt extrem wertig, die Verbindungen sitzen super, kein Wackeln und kein Spiel bei Materialübergängen. Diese Wertigkeit schlägt sich natürlich auch im Gewicht nieder. Mit 540 g und 41,5 cm Länge ist das Exemplar nur bedingt Handtaschen geeignet – für mich geschlechtsspezifisch ohnehin kein Kriterum. Die 102 cm “Himmel” sind gut ausreichend, um mir genug Tockenraum im Regenfall zu gewähren. Das Öffnen geht blitzschnell und hinter dem roten Automatikknopf steckt auch jede Menge Power, die mit einem beindruckenden, leicht dumpfen Geräusch das Gerät entfaltet.

Richtig toll, fast schon überragend, ist der Griff aus lackiertem Ahornechtholz im Rundhacken-Design. Ein wirklicher Handschmeichler, es mach geradezu Spaß die Handinnenflächen am Holz zu haben, egal ob beim Tragen oder aufgespannt im Regeneinsatz. Das war eines meiner Hauptkriterien, weil allzuoft schlechte Griffe den Tragekomfort dermaßen Einschränken, dass man auch im Nässefall keine Lust auf den Schirmgebraucht hat. Das ist hier definitiv anders.

 

Qualität die ihren Preis hat

Ebenso schick für den Herren finde ich das klassische Hahnentrittmuster in grau-schwarz. Damit passt der Schirm zu jedem Einsatz – von Freizeitlook bis dunkler Anzug und hebt doch dennoch etwas vom obligatorischen Herrenschirmschwarz ab.

Alles in allem ein klasse Begleiter für schlechtes Wetter – der April kann also gerne machen was er will und ruhig reichlich nass werden. Den Topmatic SL gibt es für knapp 60 €. Damit ist er wahrlich kein Schnäppchen, aber bei der gebotenen Qualität hat man auch einen Begleiter über viele Jahre. Und wie heißt es doch so passend, wer billig kauft, kauf zweimal, beim Schirm wahrscheinlich sogar dreimal oder viermal.

It’s Miller time


Mit einer überraschenden Verpflichtung haben vor wenigen Tagen die Brose Baskets Schlagzeilen gemacht. Kurz vor dem Ende der Wechselperiode fand Forward Darius Miller von den New Orleans Pelicans seinen Weg nach Franken.

Vor dem Hintergrund der Verletzung von Josh Duncan haben viele mit einem Spieler gerechnet, der eher an Brettnähe agiert und den Power Forward womöglich Eins-zu-eins ersetzt. Andrea Trinchieri bleibt seiner spannenden Verpflichtungspolitik jedoch treu und setzt auf eine langfristige Verstärkung der Mannschaft für diese Saison.

 

Rollenspieler mit NBA-Erfahrung

Foto: TonyTheTiger (Wikipedia)

Bereits vor wenigen Wochen durfte Guard-Forward Josh Shipp seine Koffer packen. Mit Dawan Robinson hat ihn ein klassischer Comboguard ersetzt, der dem Backcourt eine neue Stabilität verleiht, Brad Wanamaker ein wenig Entlastung bietet und Janis Strelniks alle Freiheiten als Shooter lässt. Darius Miller ist nun ein klassischer Flügel, genauso wie in der Trainer mag. Ein “Team-First-Guy” mit starker Athletik und sicherem Dreipunktewurf. In Bamberg kommt der ehemalige NCAA-Champion mit Kentucky sicherlich auf beiden Flügelpositionen zum Einsatz. Seine Idealmaße 2.03 m (mit Schuhen) und 102 kg, die Athletik und NBA-Erfahrung sollte ausreichen, um auch gegen Power Forwards in der Beko BBL zu bestehen – vor alle wenn das Brose-Spiel weit gezogen wird. Dabei kommen seine Qualitäten als Spot-Up-Shooter sicher gut zur Geltung.

NEW ORLEANS PELICANS (NBA)
102 Spiele
14.3 Min. pro Spiel
3.1 Punkte pro Spiel
1.3 Rebounds pro Spiel

 

Maximal variabler Kader für die kommenden Aufgaben

Die Verpflichtung eines variablen Flügelspielers wurde auch deshalb möglich, weil Elias Harris zuletzt eine deutliche Leistungssteigerung zeigt. Es es fühlt sich in Korbnähe deutlich wohler und spielt seine Stärken dort nun besser aus als in der ersten Saisonhälfte. Damit konnte Bamberg den siebten Ausländer auf einer unterbesetzten Position verpflichten ohne im Frontcourt an Substanz zu verlieren. Bamberg ist mit Darius Miller nun extrem breit und variabel aufgestellt.

Nahezu jeder Ausfall eines Importspielers kann nun gut kompensiert werden. Fällt jemand aus dem Backcourt aus, verschieben sich manche Positionen nach unten und Darius Miller kann zwischen Ryan Thompson und Josh Duncan auf der “Drei” spielen. Würde ein langer Mann vom Spielbetrieb abgehalten, kann er die “Vier” spielen und der Frontcourt wäre dennoch mit vier weiteren Spielern immer noch tief besetzt. Eigentlich ein genialer Verpflichtungsschachzug der sportlichen Leitung. Hier siegte die mittelfristige Zielplanung klar über kurzfristigen Aktionismus.

Von jetzt an heißt es “it’s Miller time” in den Deutschen Arenen – fast schon schade, dass es keinen nationalen Spike Lee in fremden gibt.

Felldingsbumms Nummer 3


Lange stand eine alte Tchibo-Lampe mit praktischer Touch- und Dimmerfunktiuon ungenutzt im Keller. Sie passte einfach nicht mehr zu unserem Einrichtungsstil, nachdem zwei fellige dunkelbraune Mitbewohner eingezogen waren. Zum einen  Jack Russel Terrier Manolo, zum anderen ein großes Stierfell, dem wir den Spitznamen “Klaus” in Anlehnung an den Bamberger Citymanager Stieringer verpasst haben. Für Manolo ist Klaus eine große Liebe, auf dem es sich immer intensiv zu sonnen und zu rubbeln gilt.

Nach einigen erfolglosen Unternehmungen einen neuen Lampenschirm zu finden, haben wir am vergangenen Samstag im Neubert einen Zufallsfund gemacht. Zwar war der Lampenschirm nicht ganz günstig, aber die perfekte Ergänzung in das Wohnzimmerinterieur mit Hund und Bodenauflage. Jetzt gibt es also insgesamt drei fellige Mitbewohner und auch die Lampe durfte nach erfolgreichem Restyling mit neuem Chic-Faktor wieder zu uns nach oben ziehen. Nur einen Namen hat das gute Patchwork-Stück noch nicht.

 

Foto: Daniel Löb

Zwischenzeugnis für die Brose Baskets zur Saison 2014/15


Die Halbserie in der nationalen Liga ist vorbei. Genau der richtige Zeitpunkt um dem Trainer und den Spielern der Brose Baskets ein Zwischenzeugnis zu den bisherigen gezeigten Leistungen – vor einem jeweils individuellen Erwartungshorizont – auszustellen. Zu Beginn der Saison lang viel Skepsis über der Stadt. Viele Helden vergangener, erfolgreicher Tage waren nach der enttäuschenden Vorsaison plötzlich weg. Der Erfolgstrainer Chris Fleming musste mit viel Aufregung seinen Hut nehmen. Die Fans in Bamberg waren gespalten und dann ging auch noch Urgestein Wolfgang Heyder über Bord. Ein neuer, renommierter Trainer und viele neue Spieler, die oft nur den Experten unter den Anhängern bekannt waren. Die Mannschaft war und ist sehr jung und auch das Fehlen eines echten Centers wurde häufig in Frage gestellt. Mittlerweile darf attestiert werden, dass der Umbruch erfolgreich gemeistert wurde. Die Brose-Truppe spielt attraktiven und erfolgreichen Basketball und es macht Lust die Spiele anzusehen. Hinten steht eine hervorragende Verteidigung, vorne initiiert ein starker neuer Spielmacher spektakuläre Aktionen. Die Identifikation mit allem Neuen gelang insgesamt schneller als erwartet, fast darf von einer kleinen Aufbruchstimmung gesprochen werden. Zuletzt hat sogar der kleine Frontcourt eindrucksvoll bewiesen, dass er alle Dickschiffe in den XXXXL-Trikots in die Schranken weisen kann.

Andrea Trinchieri

Statistik: 14 Siege, 3 Niederlagen (Beko BBL)

Der neue Cheftrainer mit den ausgefallenen Gleichnissen bei der Spielanalyse Italiener macht einen richtigen guten Job. Kaum jemand hätte erwartet, dass Bamberg binnen so kurzer Zeit nach dem großen Umbruch schon wieder so auf der Erfolgswelle schwimmt. Er hat es verstanden aus bunt  zusammengewürfelten jungen Spielern eine echte Mannschaft zu formen. Mal wird bester Ballsport im Stile der 80iger-Jahre-Showtime-Lakers geboten, mal gibt es Viertel zum Haare raufen. Dass es unterm Strich noch an Konstanz fehlt ist nur allzu verständlich. Sein Masterplan scheint gut auszugehen und er hat eine neue Spielfreude in die Brose Arena gebracht. Einzig die Verpflichtung von Josh Shipp hat sich als offensichtliche Fehlkalkulation erwiesen, deshalb und weil er mir noch nie seine viel gelobte Pasta zubereitet hat, gibt es einen minimalen Abzug.

Note: 1-

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