Bamberger Pokalschmerz


Nichts war es mit dem ersten Titel der Nach-Fleming-Ära der Brose Baskets. 70-72 leuchtete es nach Spielende von der Anzeigentafel, eine Aktion für und wider hatte den Ausschlag im Beko BBL Pokalfinale zugunsten der EWE Baskets Oldenburg gegeben. Den Norddeutschen muss man dabei sportlich fair zu einer couragierten Leistung gratulieren. Sie haben ihren Heimvorteil in viel Energie auf dem Feld umgesetzt und den leichten Favoriten aus Bamberg denkbar knapp bezwungen. Jubel und Freude dort – Tränen und Enttäuschung hier. Dabei sah es 6:44 Minuten vor dem Ende noch gut für die Oberfranken aus. Dawan Robinson verwandelte einen Korbleger zum 64-56 und die Mannschaft wirkt souverän auf dem Weg zum Titelgewinn. Doch nur kurz danach sind zwei entscheidende Ereignisse auf dem Feld passiert:

Big Points verpasst

Zum einen haben die Brose Baskets es verpasst den Big Point zu machen, der Korbleger von Janis Strelniks verfehlte knapp sein Ziel. Statt einer Zehnpunkteführung gab es ein Déjà-vu. Man konnte sich darauf verlassen, dass in jeder Phase in der Bamberg beste Gelegenheiten auslies davon zu ziehen, Oldenburg mit einem erfolgreichen Distanzwurf konterte. Diesmal war es dem großen Rickey Paulding persönlich vorbehalten, das entscheidende Zeichen zum 64-59 zu setzen. Wenig später legte Nemanja Aleksandrov zum 64-62 nach – insgesamt fanden elf wichtige Dreier den Weg in den Bamberger Korb.

Fakt: 33 von 72 Oldenburger Punkten durch Dreier

Foulmanagement ungenügend

Zum anderen war das Foulmanagement Bamberg katastophal. Früh hatte man bereits vier Mannschaftsfouls auf dem Anschreibebogen stehen und dem Gegner fortan immer wieder zu leichten Freiwurfpunkten eingeladen. Zudem musste der überragende Janis Strelniks, ein Garant für Ruhe und wichtige Körbe in die hektische Partie 3:05 Minuten vor dem Ende ausgefault auf die Bank. Ein herber Verlust. Wenig später folgte auch noch Daniel Theis, der insgesamt ein schwaches Wochenende hatte. Ohne den Letten geriet die Offensive merklich ins stocken und verlor sich in Einzelaktionen.

Fakt: 20 mal stand Oldenburg an der Freiwurflinie

Der ebenfalls starke Brad Wanamaker alleine musste fortan drei schlechte Dreier nehmen, von denen keiner sein Ziel fand. Auf der Gegenseite besorgte erst Chris Kramer relativ einfach von der Freiwurflinie den Ausgleich, Philipp Neumann wenig später aus gleicher Position die 64-66 Führung. Das Unheil nahm seinen Lauf und die EWE Baskets konnten 17 “easy baskets” von der Linie erziehlen, Bamberg nur elf (bei immerhin 100 % Trefferquote).

Diskussion Duncan statt Robinson?

Für Diskussionen hat die Besetzung der Ausländerpositionen gesorgt. Nicht wenige hätte gerne Power-Forward Josh Duncan lieber im Kader gesehen als Comboguard Dawan Robinson. Dieser konnte heute in 27 Minuten auf dem Feld bei sechs Punkten, 33 % Feldwurfquote, vier Ballverlusten (davon zweimal bei der Ballannahme im Aus gestanden) und einer Effektivität von zwei wahrlich nicht überzeugen. Die Entscheidung von Cheftrainer Andrea Trinchieri ist aber nachvollziehbar. Oldenburg bringt mit Caspar Ware, Julius Jenkins, Chris Kramer gleich drei Topguards aufs Feld und auch Maurice Stuckey hat heute stark gespielt.

Fakt: 27 Minuten Spielzeit für Dawan Robinson

Dawan Robinson hat viel Druck bei Ballvortrag von Brad Wanamaker genommen, der über die gesamte Spieldauer sehr hart verteidigt wurde. Ohne den erfahrenen Ü30’iger wäre Bamberg heute in der Endphase mit Strelniks auf der Bank aber sehr dünn besetzt gewesen, noch dazu weil auch Karsten Tadda und Ryan Thompson heute quasi nicht statt gefunden haben (zusammen drei Punkte). Ein Szenario, in dem der Lette (real: fünf Fouls) und Brad Wanamaker (real: 4 Fouls) beide, ohne die entlastenden Robinson-Minuten, bereits Anfang bis Mitte des Schlussabschnitts nicht mehr mitwirken hätten können, hätte durchaus Realität werden können. Und was wäre dann gewesen? Karsten Tadda? Daniel Schmidt? Wäre der letzte Dreier des kritisierten US-Stirnbandträgers als Buzzer-Beater zum 73-72 in den Ring gefallen, dann wäre er jetzt der große Held und niemand würde die Entscheidung in Frage stellen. So eng liegen die Dinge manchmal eben beisammen.

Bamberger Sieger auf der falschen Seite

Letztendlich mag es eine kleine Ironie den Schicksals sein, dass ausgerechnet zwei ehemaliger Spieler aus der Bamberger Kaderschmiede heute den Beko BBL Pokal in die Höhe recken durften. Jungcenter und MVP Philipp Neumann (von der sportlichen Leitung um Wolfgang Heyder und Chris Fleming während der Saison abgegeben) war heute mit 12 Punkten und vier Rebounds bester Oldenburger und von unseren Inside-Spielern kaum zu stoppen und Maurice Stuckey hat drei ganz wichtige Dreier getroffen.

Fakt: 32 von 72 Siegerpunkten von deutschen Spielern

Inssgesamt ist es für die Basketballnation erfreulich, dass beim Sieger vor allem die deutschen Spieler der Partie ihren Stempel aufgedrückt haben. Neben den oben angesprochenen Akteuren, war auch von Philip Zwiener mit neuen Punkten stark mit von der Partie.

Noch kein Sieger-Gen

Am Wochenende hat sich gezeigt, dass Bamberg eine wirklich sehr starke Mannschaft ist, aber noch das absolute Sieger-Gen vermissen lässt. Zwar ist die Qualität hervorragend und das Team harmoniert, aber das relativ neue und junge Team hat noch wenig echte Schlachten zusammen geschlagen. Bei den teilweise sehr peinlichen Kommentaren in sozialen Netzwerken und Foren wird in Bamberg immer wieder vergessen wie viele bittere Niederlagen es in der Historie gebraucht hat, bis überhaupt der erste Titelgewinn in den Ären Bauermann (2) und Fleming (4) zustande kam.

Tough tough lost!!! Got to get the Bbl chip now

Brad Wanamaker via Twitter (@phillybul_22)

Vielleicht hat es diese Erfahrung gebraucht, um aus Brad Wanamaker einen Brad Winnermaker zu machen.

Wirtschaftsbyerat?


Eigentlich klingt die Idee prima: Ein Wirtschaftsbeirat für die örtliche Stadtpolitik. In Bamberg soll diese Gremium jetzt, in 2015 nach einer Beschlusslage aus dem Jahr 2001 installiert werden – also ganze 14 Jahre später. Eigentlich wäre das alleine schon ein Grund zum Stirnrunzeln, wer aber zuletzt die Kommunikation der Parteien und deren wortgewaltiger Schwergewichte über die gesamte Bandbreite der zu Verfügung stehenden Kommunikationskanäle verfolgt hat, bei dem mutiert die runzelig Stirn schnell zur Sorgefalte.

Die Leitidee eines Beirats für komplexe wirtschaftliche Fragestellungen ist lobenswert. Nicht jeder der gewählten Vertreter im Stadtrat kann ein Experte auf diesem reichlich anspruchsvollen und vielschichtigen Gebiet sein. Schließlich bildet auch der Rat lediglich einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Fehlendes Fachwissen bei Entscheidern wird durch Kompetenz im Beirat und dessen Beratungsfunktion ausgeglichen.

Wie bei vielen guten Vorschlägen aus der Praxis, wird auch dieser Gedanke gerade zum Spielball der Kommunalpolitik. Auch weil der Beschluss fast schon aus dem letzten Jahrtausend nachwirkt und insgesamt recht unkonkret gehalten ist scheint es einige Unklarheiten und Interpretationsspielräume zu geben. Es müsste sich folgerichtig noch einmal eingehend mit dem Ziel und der zugestandenen Kompetenz befasst werden, denn die Ansprüche haben sich über die Jahre sicherlich gewandelt. Er wenn diese Frage umfassend beantwortet wurde, kann eine seriöse Personalplanung beginnen.

Doch diese scheint bereits voll im Gange. Nicht gemeinsam, sondern durchweg konträr, selbst innerhalb der Koalitionen. Wer den Schlagabtausch in den sozialen Netzwerken verfolg hat, den beschleicht das ungute Gefühl, dass ein Gerangel um die Posten längst begonnen hat. Jeder der wirtschaftlich etwas auf sich hält bringt sich in Position und steckt lautstark seinen Claim ab. Könnte doch gerade der Vorsitz eines solch wichtigen Gremiums bei einem erfolgreichen Wirken ein ideales Sprungbrett für weitere Ämter sein.

Hier wirft der fachlich prädestiniert IHK-Präsident für die Blauen seinen Hut in den Ring, dort mahnt der profilierte Citymanager aus dem roten Lager, aber auch die restlichen Farben sind sich noch uneins. Zu kritisch gegenüber der wirtschaftlichen Ausrichtung der Stadt sei der eine, zu selbstverliebt in sein eigenes Wirken der andere. Insgesamt sind hier durchaus interessante Kommunikationsstrategien auf allen Seiten zu beobachten.

Bamberg macht sich wieder mal lächerlich. Welch eine unrühmliche Leistung morgen wieder einmal in der SZ zu stehen? Diese Stadtoberen “schaffen” das! — nachdenklich.

H. Trunk bei Facebook am 25.01.2015

Wirtschaftsbeirat – Die SPD, CSU, BuB und FDP sind sich einig, dass sie den Vorschlag der Verwaltung abwarten wollen, um dann inhaltlich zu diskutieren. Ein entsprechender Vorschlag soll bis zur Sommerpause vorgestellt werden und dabei das gesamte Leistungsspektrum der regionalen Wirtschaft abdecken. Sehr vernünftig! — zufrieden

K. Stieringer bei Facebook am 25.03.2015

Die Wahrheit liegt in einem Korridor zwischen den Extremen. Auch in der Traumstadt der Deutschen gibt es Raum für Optimierungen und dennoch machen handelnde Personen einen guten Job, der Respekt abverlangt. Letzendlich kann das Fachgremium nur bei einen erfolgreichen Schulterschluss Erfolg haben. Eine erste gemeinsame Überlegung müsste sein, welche fachlichen Fähigkeiten für einen Beiratsposten qualifizieren: Ein Parteibuch kann dies wohl kaum sein. Politik machen steht nämlich explizit nicht auf dessen Agenda Setting, sondern vielmehr eine praxisorientiere wirtschaftliche Beratung der Stadt Bamberg in strategischen Bereichsfragen.

Vor welche Herausforderungen steht die Bamberger Wirtschaft überhaupt? Die Konversion ist sicherlich ein große Thema der kommenden Jahre, aber auch weniger sichtbare Themen wie die Digitalisierung der Wirtschaftsprozesse sind große Herausforderungen für alle Marktteilnehmer. Neben Vertretern aus Handel, Industrie, Tourismus und Handwerk, darf ein Mann (oder eine Frau) mit dieser Kompetenz also eigentlich nicht fehlen. Ist ein Onlinemarketeer, ein Digitalisierungsspezialist oder ein Agenturchef in diesem Gremium denkbar? Oder sind es am Ende wieder die alten Bekannten, die eben am besten vernetzt sind

Eine Idee, die auch beim Wirtschaftsbeirat zugrunde liegt, sollte Schule machen: Eines professionelles Personalberatungsunternehmen, mit Erfahrung bei der Zusammenstellung von effektiven Teams, könnte unabhängig helfen die richtigen Anforderungsprofile zu erstellen. Auf der anderen Seite müssten sich Bewerber mit ihrer Motivationsaussage nachdrücklich qualifizieren, denn neben aller fachlicher Kompetenz ist die Liebe zu Bamberg der wohl wichtigste Soft Skill. Nicht dass am Ende die Schlagzeile “Bamberger Wirtschaftsbyerat” lautet.

It’s Miller time


Mit einer überraschenden Verpflichtung haben vor wenigen Tagen die Brose Baskets Schlagzeilen gemacht. Kurz vor dem Ende der Wechselperiode fand Forward Darius Miller von den New Orleans Pelicans seinen Weg nach Franken.

Vor dem Hintergrund der Verletzung von Josh Duncan haben viele mit einem Spieler gerechnet, der eher an Brettnähe agiert und den Power Forward womöglich Eins-zu-eins ersetzt. Andrea Trinchieri bleibt seiner spannenden Verpflichtungspolitik jedoch treu und setzt auf eine langfristige Verstärkung der Mannschaft für diese Saison.

 

Rollenspieler mit NBA-Erfahrung

Foto: TonyTheTiger (Wikipedia)

Bereits vor wenigen Wochen durfte Guard-Forward Josh Shipp seine Koffer packen. Mit Dawan Robinson hat ihn ein klassischer Comboguard ersetzt, der dem Backcourt eine neue Stabilität verleiht, Brad Wanamaker ein wenig Entlastung bietet und Janis Strelniks alle Freiheiten als Shooter lässt. Darius Miller ist nun ein klassischer Flügel, genauso wie in der Trainer mag. Ein “Team-First-Guy” mit starker Athletik und sicherem Dreipunktewurf. In Bamberg kommt der ehemalige NCAA-Champion mit Kentucky sicherlich auf beiden Flügelpositionen zum Einsatz. Seine Idealmaße 2.03 m (mit Schuhen) und 102 kg, die Athletik und NBA-Erfahrung sollte ausreichen, um auch gegen Power Forwards in der Beko BBL zu bestehen – vor alle wenn das Brose-Spiel weit gezogen wird. Dabei kommen seine Qualitäten als Spot-Up-Shooter sicher gut zur Geltung.

NEW ORLEANS PELICANS (NBA)
102 Spiele
14.3 Min. pro Spiel
3.1 Punkte pro Spiel
1.3 Rebounds pro Spiel

 

Maximal variabler Kader für die kommenden Aufgaben

Die Verpflichtung eines variablen Flügelspielers wurde auch deshalb möglich, weil Elias Harris zuletzt eine deutliche Leistungssteigerung zeigt. Es es fühlt sich in Korbnähe deutlich wohler und spielt seine Stärken dort nun besser aus als in der ersten Saisonhälfte. Damit konnte Bamberg den siebten Ausländer auf einer unterbesetzten Position verpflichten ohne im Frontcourt an Substanz zu verlieren. Bamberg ist mit Darius Miller nun extrem breit und variabel aufgestellt.

Nahezu jeder Ausfall eines Importspielers kann nun gut kompensiert werden. Fällt jemand aus dem Backcourt aus, verschieben sich manche Positionen nach unten und Darius Miller kann zwischen Ryan Thompson und Josh Duncan auf der “Drei” spielen. Würde ein langer Mann vom Spielbetrieb abgehalten, kann er die “Vier” spielen und der Frontcourt wäre dennoch mit vier weiteren Spielern immer noch tief besetzt. Eigentlich ein genialer Verpflichtungsschachzug der sportlichen Leitung. Hier siegte die mittelfristige Zielplanung klar über kurzfristigen Aktionismus.

Von jetzt an heißt es “it’s Miller time” in den Deutschen Arenen – fast schon schade, dass es keinen nationalen Spike Lee in fremden gibt.

Foto: Daniel Löb

Zwischenzeugnis für die Brose Baskets zur Saison 2014/15


Die Halbserie in der nationalen Liga ist vorbei. Genau der richtige Zeitpunkt um dem Trainer und den Spielern der Brose Baskets ein Zwischenzeugnis zu den bisherigen gezeigten Leistungen – vor einem jeweils individuellen Erwartungshorizont – auszustellen. Zu Beginn der Saison lang viel Skepsis über der Stadt. Viele Helden vergangener, erfolgreicher Tage waren nach der enttäuschenden Vorsaison plötzlich weg. Der Erfolgstrainer Chris Fleming musste mit viel Aufregung seinen Hut nehmen. Die Fans in Bamberg waren gespalten und dann ging auch noch Urgestein Wolfgang Heyder über Bord. Ein neuer, renommierter Trainer und viele neue Spieler, die oft nur den Experten unter den Anhängern bekannt waren. Die Mannschaft war und ist sehr jung und auch das Fehlen eines echten Centers wurde häufig in Frage gestellt. Mittlerweile darf attestiert werden, dass der Umbruch erfolgreich gemeistert wurde. Die Brose-Truppe spielt attraktiven und erfolgreichen Basketball und es macht Lust die Spiele anzusehen. Hinten steht eine hervorragende Verteidigung, vorne initiiert ein starker neuer Spielmacher spektakuläre Aktionen. Die Identifikation mit allem Neuen gelang insgesamt schneller als erwartet, fast darf von einer kleinen Aufbruchstimmung gesprochen werden. Zuletzt hat sogar der kleine Frontcourt eindrucksvoll bewiesen, dass er alle Dickschiffe in den XXXXL-Trikots in die Schranken weisen kann.

Andrea Trinchieri

Statistik: 14 Siege, 3 Niederlagen (Beko BBL)

Der neue Cheftrainer mit den ausgefallenen Gleichnissen bei der Spielanalyse Italiener macht einen richtigen guten Job. Kaum jemand hätte erwartet, dass Bamberg binnen so kurzer Zeit nach dem großen Umbruch schon wieder so auf der Erfolgswelle schwimmt. Er hat es verstanden aus bunt  zusammengewürfelten jungen Spielern eine echte Mannschaft zu formen. Mal wird bester Ballsport im Stile der 80iger-Jahre-Showtime-Lakers geboten, mal gibt es Viertel zum Haare raufen. Dass es unterm Strich noch an Konstanz fehlt ist nur allzu verständlich. Sein Masterplan scheint gut auszugehen und er hat eine neue Spielfreude in die Brose Arena gebracht. Einzig die Verpflichtung von Josh Shipp hat sich als offensichtliche Fehlkalkulation erwiesen, deshalb und weil er mir noch nie seine viel gelobte Pasta zubereitet hat, gibt es einen minimalen Abzug.

Note: 1-

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Kosmos Beko BBL All-Stars 2014/15


Zugegeben, ich bin kein Fan von All-Star spielen. Sind sie doch ein Muster ohne Wert, und bestenfalls eine Art Leistungsshow, welcher Amerikaner den wuchtigsten Dunk durch den Reuse hämmert. Mit Basketballsport und Defense hat diese Veranstaltung oft nichts zu tun. Dennoch hat sie ihre Berechtigung als Stelldichein der Liga und aufmerksamkeitsstarkes Spektakel. National gegen International ist seit geraumer Zeit das Kredo der rivalisierenden Teams, nicht zuletzt um auch den einheimischen Spielern eine Bühne zu geben, die sich allzuoft im Proficlub vermissen.

So hab auch ich mir traditionell Gedanken gemacht, welche fünf Spieler mit deutschem Pass und welche fünf Spieler aus dem Ausland die “Ehre” verdient haben ein All-Star-Starter zu sein:

Team National:

PG: Per Günther // Ratiopharm Ulm // 15.0 ppg, 3.9 apg

Der Ulmer Spielmacher ist seit Jahren das Gesicht der Ulm und steht wie kein anderer für die Philosophie des Club junge deutsche Talente zu Nationalspielern zu entwickeln. Er spielt eine starke Saison ist für das junge Team erfolgreich an.

SG: Anton Gavel // FC Bayern München // 9.3 ppg, 4.3 apg

Der Königstransfer des Meisters hinkt zwar seiner Bamberger Form aus den vergangenen Jahres etwas hinterher und war von Verletzungen geplant, dennoch ist der gebürtige Slowake ein würdiger All-Star für das Team National

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Der Bock Bagaric


Dalibor Bagaric, seines Zeichens sehr dezent eingesetzer Centerhüne der Brose Baskets, ist eine durchweg stattliche Erscheinung. Mit 2.16 m Körperlänge und einem Kampfgewicht von 135 kg ist er ehemalige NBA-Akteur in beiden Kategorien das Maximum was der Kader zu bieten hat. Bisher hat diese Erscheinung in den 5 Beko BBL Partien wertfreie 1.0 Punkte und 1.0 Rebounds im Schnitt zu Stande gebracht. Dennoch ist jede, der seltenen, Minuten ein echtes Spektakel.

Der ehemalig NBA -Spieler mit deutschem Pass wirkt wie ein Centerfossil aus vergangenen Tagen als Center in der Hauptsache groß und breit sein mussten und Wurftechnik, Athletik oder Schnelligkeit nicht so wichtig waren. Es ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass ich der gebürtige Kroate im Frühwinter seiner langen Karriere befindet, dass gegen ihn selbst Sascha Hupmann in der Erinnerung irgendwie agil abschneidet. Dennoch ist der Koloss in Bamberg durchaus beliebt beim Volk. Das mag erstmal verwundern, wenn man aber tiefer in den lokalen Mikrokosmos eintaucht, dann findet man dort Antworten.

Langsam, scheinbar wenig kontrolliert wälzt die Nummer 4 in der Brose Arena durch die Zone zum Korb. Dabei werden durch Blocks noch diverse Gegenspieler angerempelt oder umgerannt. Die die im Physikunterricht gut aufgepasst haben, gehen Bagaric lieber gleich aus dem Weg.

Vieles von dem, was sich auf dem Feld abspielt hat jeder Bamberger Bierkonsument schon häufig durchlebt – das schafft Identifikation und ein Wir-Gefühl.  Die Bewegungsabläufe ähneln stark dem eigenen Treiben bei den Bockbieranstichen in den Brauereien in der Stadt und Region. Nach dem zweiten 0,5 l Bockbier tanken sich viele Gerstensaftkonsumenten ähnlich filigran durch das Gemenge aus Genuss, Promille oder Bierpförtz: Langsam, scheinbar wenig kontrolliert und vieles an- und umrempelnd.

Bagaric ist ein Spieler der Bock macht. Deshalb kann es für ihn nur einen Spitznamen geben: Dalibor “echt Schlenkerla Eiche” Bagaric.

Der neue Spielmacher Brad Wanamaker leitet den Angriff.

Basketball vom Italiener


Gestern hat im Bamberger Basketball die neue Zeitrechnung auch offiziell begonnen. Das runderneuerte Brose-Team hat knapp und glücklich 83:82 gegen frech aufspielende Bremerhavener Eisbären gewonnen. Nach vier Jahren Systembasketball unter der Herrschaft des großartigen Chris Fleming, haben die 6.800 Zuschauer in der Arena ein echtes Kontrastprogramm serviert bekommen.

Neuer Spielstil im Angriff

Der neue italienische Chefcoach Andrea Trinchieri lässt es auf dem Feld vermeintlich lockerer angehen, mit südländischer Gelassenheit. Dabei bedeutet das keineswegs die Akzeptanz von mangelnder Disziplin, vielmehr lässt der seinen Spieler mehr Raum zu eigenen Entscheidungen in einem funktionalen Rahmen. Die richtigen Spielertypen für diese Interpretation hat er auf jeden Fall um sich versammelt. Brad Wanamaker, Carlon Brown und Ryan Thompson und Trevor Mbakwe vereinen viel “NBA-Style” in ihrer Spielweise und suchen ihren Vorteil immer wieder in Eins-gegen-eins oder Eins-gegen-viele-Situationen.
Für den treuen Bamberger Zuschauer mochte das Spiel phasenweise etwas wild wirken. Unterstrichen wurde dieser Eindruck auch, weil gute Wurfsituationen ungenutzt blieben. Ein ums andere Mal tänzelte der Ball am Ring und hat es sich doch noch anders überlegt. Auch fanden so manche Pässe das Ziel noch nicht, weil ein gewisse Konfusion bei Laufwegen und Positionen deutlich zu beobachten war. Dies mag weniger mangelnden Könnens, als vielmehr präsenter Nervosität im jungen Team geschuldet sein. Ein grauer Leitwolf, wie es Sven Schultze als Eisbär war, hätte dem Team gestern gut getan.

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Erste Brose Baskets Eindrücke


Seit gestern Abend 19 Uhr ist die Basketball lose Zeit in Bamberg zu Ende. Das erste Testspiel der neu formierten Bamberger nahm seinen Lauf: 35 % Brose Baskets gegen 85 % Ratiopharm Ulm.  Die 84 – 102 Niederlage der arg dezimierten Brose Truppe gegen die fast kompletten Ulmer ist dabei eher nebensächlich, wirklich interessant war ein erster Blick auf die neuen Spieler.

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US-Trio sagt “hello”, einer “do videnia!”


Es scheint als würden Bambergs Macher beim Spielerkader rasch Nägel mit Köpfen machen wollen. Nachdem bereits mit Daniel Theis ein echter Coup gelungen war, gesellten sich in den vergangenen Tage gleich drei hochklassige US-Spieler hinzu: Power Forward Josh Duncan (Hapoel Jerusalem), Spielmacher Brad Wanamaker (Giorgio Tesi Pistoia) und Swingman Ryan Thompson (Telenet Oostende).

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Andiamo Brose Baskets!


Die Lage unter Bambergs Basketballfans hat sich wieder merklich beruhigt. Das liegt vor allem am neuen Chefcoach der Brose Baskets, Andrea Trinchieri. Der Italiener hinterlässt mit seiner eigenen Art bisher einen hervorragende Eindruck und es fällt jedem Basketballinteressieren schwer, sich der Aura des ehemaligen Kazan-Trainers zu entziehen.

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