Zurück von der Europareise


Vor dieser Saison lautete die bittere Bilanz der Brose Baskets in der Runde der letzten 16 der Königsklasse des europäischen Basketballsports null Siege bei 14 Niederlagen. Als im Dezember vergangenen Jahres die Gruppe der Bamberger fest stand, war durchaus ein ähnliches Abschneiden im Bereich der realistischen Szenarien. Mit Madrid, Piräus, Barcelona, Vitoria Gasteiz, Kaunas und den beiden Moskauer Clubs war die Creme de la Creme der kontinentalen Basketballelite versammelt um das kleine Bamberg hinter sich zu lassen.

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60 Jahre Bundesligabasketball in Bamberg


Choreo der Fangruppierung “Sektion Südblock” am 20. März 2016 zu 60 Jahre Bundesligabasketball in Bamberg.

Von Jim Wade und Gerhard Brandt haben mir meine Eltern aus ihre Fan-Zeit in der J.F. Kennedy-Halle berichtet, bei Ken Sweet und Armin Andres hat mich mein Vater das erste mal in die Graf-Stauffenberg-Schule geschleppt.

Mit Mike Jackel und Kai Nürnberg bin ich quer durch die Republik gereist und hab sie jeden Abend im Training unterstützt, zusammen mit Rick Stafford und Derrick Taylor durfte ich die erste Meisterschaft 2005 feiern – und mit “Daddy Cool” auch noch so einiges mehr.

John Goldsberrys Eier “von hier bis Meppen” und Casey Jacobsen Leadership haben mit der Ära Brose Baskets die erfolgreichste Zeit in Bamberg eingeläutet und jetzt schauen wir mal, was die italienischen Jahre noch so bringen.

Halbzeitbilanz bei den Brose Baskets Saison 2015/16


Der Superhelden-All-Star Break steht unmittelbar vor der Türe und die meisten Teams haben ein Wochenende spielfrei. Nachdem die Brose Baskets aber die Superhelden der bisherigen Basketballsaison sind, stellen sie auch überproportional viele Spieler bei diesem Event – fast die halbe Mannschaft wurde nominiert. Ein untrügerisches Indiz, dass die Saison in Bamberg bisher durchaus sehr erfolgreich verlief und auch die individuellen Leistungen der Kaderspieler unterm Strich sehr ansprechend waren. Es ist also der richtige Zeitpunkt die Akteure genauer unter die Lupe zu nehmen und ein Zwischenzeugnis zu erstellen.

Fakten

  • 1. Platz Beko BBL mit 15 Siegen und 2 Niederlagen
  • Top 16 Qualifikation in der Euroleague als Gruppendritter
  • Brad Wanamaker auf Liga-MVP-Kurs

 

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Superhelden-All-Stars 2016


Unter dem Motto “Marvell Superhelden” treten die Beko BBL All-Stars zu Beginn des kommenden Jahres in Bamberg an – Team National vs. Team International. Wir immer wurden die “Starting Fives” per Fan-Votum entschieden, dabei gab es durchaus die ein oder andere Überraschung und mit insgesamt sieben Akteuren (inklusive Trainer) wirken die Brose Baskets etwas überrepräsentiert, vor allem weil weder einer Akteur von ALBA Berlin noch des FC Bayern München dort vertreten ist. Das Netz spottet schon von einem Bamberger Trainingsspiel. Es folgt er Versuch zweier All-Star-Teams, die nach Meinung des Blogautors eine gute Wahl aus dem bisherigen Saisonverlauf darstellen würden, wenn auch immer subjektives Empfinden dabei ist.

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Radošević verstärkt den Frontcourt


“Endlich” mag das bestimmende Wort sein, dass die Meldung zur Neuverpflichtung der Brose Baskets bestimmt. Endlich hat die sportliche Führung reagiert und mit dem Kroaten Leon Radošević einen Nachfolger für den enttäuschenden Gabe Olaseni präsentiert. Damit hofft Bamberg seinen beweglichen Center gefunden zu haben, der zu Teamphilosophie passt und Akzente setzt. Nach dem Rookie-Experiment zu Saisonbeginn, gilt der Kroate als sichere Nummer. Zuletzt stand der 2.08 m Hüne bei Besiktas Istanbul unter Vertrag, davor war er mehrere Jahre für ALBA Berlin ein Aktivposten in der Beko BBL, im Eurocup und in der Euroleague. Dort schaffte er es mit dem Hauptstadtclub sogar fast ins Top 8 und sammelte davor mit Rytas Lietuvos und Armani Jeans Mailand bereits jede Menge Erfahrung in der höchsten europäischen Spielklasse.

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Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner


Blickt man auf die Veränderungen im Kader der Basketballteams des FC Bayern Münchens und der Brose Baskets, dann wird eines schnell offensichtlich: Beide Teams wollen zur neuen Saison irgendwie so sein, wie der Konkurrent in der abgelaufenen Spielzeit. Auf der anderen Seite ist das Gras eben immer grüner.

Entscheidender Vorteil

Das Ergebnis damals ist bekannt. Hauchdünn konnten sich die Bamberger gegen die Münchener durchsetzen. Viele behaupten sogar, dass nur 0,1 Sekunden die komplette Serie und den Meistertitel entschieden hätten. Diese 0,1 Sekunden, in denen Dawan Robinson die Brose-Truppe nach immensen Rückstand im Spiel zwei zum Sieg führte. Neben aller taktischen Kniffe von Andrea Trinchieri und spielerischen Klasse der Einzelspieler, war es vor allem die größere Athletik, die am Ende Bamberg den Titel brachte. Brad Wanamaker, Darius Miller und Trevor Mbawke waren den entscheidenden Schritt schneller oder sprangen den besagten Zentimeter höher als ihre Kontrahenten um Heiko Schaffarztik, Dusko Savanovic, John Bryant oder Vladimir Stimac.

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Einwurf: Basketball-EM mit dem deutschen Team


1-4 lautet am Ende die nüchterne Bilanz schwarz auf weiß in der Tabelle. Auf den ersten Blick könnte der geneigte Betrachter so einer schlechten Leistung ausgehen. Wenn man die die Mühe gemacht hat, nein das Vergnügen hatte, die Spiele live in der Halle oder im öffentlich rechtlichen TV mitzuverfolgen, dann kann man durchaus zu einer anderen Wertung kommen. In der Todengruppe mit Spanien, Serbien, Italien, der Türkei und Island warteten bereits drei der stärksten Mannschaften Europas bereits in der Vorrunde: Weltmeister, Vizeweltmeister, Europameister der aktuellen Generation. Gegen Italien, Serbien und Spanien hat die deutsche Mannschaft starke Leistungen geboten und am Ende hat jeweils ein Angriff den Unterschied ausgemacht und das Spiel entschieden. Lediglich das erste Viertel gegen die Türkei und das letzte Viertel gegen Island war ungenügend. Ansonsten ist der Mannschaft kein Vorwurf zu machen, ganz im Gegenteil sie hat mit tollem Basketballsport begeistern können. Das Fazit der EM nur an der Momentaufnahme zum Spielende zu ziehen, obwohl die 40 Minuten vorher so viel Spaß gemacht haben, wäre demnach nicht gerecht.

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Bayreuth has a team – die neue Medi-Mannschaft


logo_medi_bayreuthGut 60 km östlich von Bamberg gibt es in Bayreuth den nächsten fränkischen Erstligaclub. Nach einer großen Historie als Steiner Bayreuth Ende der 1980iger Jahre, hat sich der Standort vor ein paar Jahren wieder in der Beko BBL etabliert. Das Oberfrankenderby erlebte damit ein Revival und die Verstrickungen sind tiefgreifend geworden. Mit Carl Steiner ist der dortige Aufsichtsratsvorsitzende auch im Bamberger Gremium aktiv und Brose engagiert sich ebenfalls im Sponsoring-Bereich. Nach einer durchweg enttäuschenden Saison war der Umbruch notwendig und gravierend. Auf den ersten Blick scheint es, dass die richtigen Lehren gezogen wurden und das neue Team von Cheftrainer Michael Koch entsprechend besser aufgestellt wurde. Statt Altstars, die sich jenseits ihres Zenits befanden, tritt ein interessanter Mix aus jungen athletischen Spielern an, die definitiv Entwicklungspotential besitzen und ihre besten Zeiten noch vor sich haben.

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I have a team – das neue Brose Baskets Team


Als erstes Team in der Beko BBL hatte der amtierende Deutsche Meister seine Kaderplanungen abgeschlossen. Als letztes Puzzleteil gab der heimliche Finals-MVP Darius Miller Bamberg sein Ja-Wort. Damit steht das Team, den Titel zu verteidigen und in der Euroleague die deutschen Farben hoch zu halten. Der verstärke Fokus auf Europa findet sich auch bei den einzelnen Kaderbausteinen wieder. Nur noch zwei waschechte US-Amerikaner sind im neuen Team, dafür tummeln sich ein Grieche, ein Lette, ein Italiener und eine Brite afrikanischer Herkunft nebst etlichen deutschen Nationalspielern. Summa summarum eine stattliche Mischung ans Können und Erfahrung auf gehobenen Niveau.  

 

Leistungsträger gehalten und Erfahrung im Aufbau geholt

Der vielleicht entscheidende Schritt wurde bereits kurz nach dem Titelgewinn gemacht, als halb Bamberg noch Siegestrunken seinen Kater ausgenüchtert hat. Mit der Vertragsverlängerung des überragenden Guard-Duos Brad Wanamaker und Janis Strelniks hatten wohl nur die kühnsten Träumer gerechnet. Die Leistung der beiden Führungsspieler war vor allem in der zweiten Saisonhälfte und in den Play-Offs so stark, dass man durchaus Angst haben musste, das beide dem Lockruf größer Clubs folgen könnten. Der robuste Kapitän und der filigrane lettische Scharfschütze ergänzen sich perfekt im Aufbauspiel und werden in ihrer zweiten fränkischen Saison nun auch in der europäischen Königsklasse ihr Können unter Beweis stellen. Sicherlich auch ein Grund, warum beide noch einmal zwölf Monate Basketballheimat in Franken gewählt haben. Nicht mehr zurück kommen wird Kugelblitz Dawan Robinson, der durch seine beherzten Aktionen und seiner “Veteran Leadership” ganz entscheidend für den erfolgreich Saisonausklang verantwortlich zeigte. Dritter im Bunde wird nun Nikos Zisis sein. Der Kapitän der griechischen Nationalmannschaft gilt ligaweit als Königstransfer. Mit seinen 32 Jährigen blickt der Comboguard auf sage und schreibe 13 Euroleague-Saison mit AEK Athen, Benetton Treviso, CSKA Moskau, Montepaschi Siena, Fenerbahce Istanbul und Unics Kazan zurück. Der Euroleague-Champion, Europameister und Vizeweltmeister mit seiner Erfahrung seine jungen Teamkollegen durch die Saison leiten und dem gesamten Programm mit seiner ambitionierten Nachwuchsarbeit in der Pro A die richtige DNA vermitteln. In wie bei noch Platz für Daniel Schmidt in der Roation ist, bleibt abzuwarten.

Wanamaker: 13.4 ppg, 3.8 rpg, 4.7 apg (Beko BBL)
Strelniks: 11.1 ppg, 2.6 apg (Beko BBL)
Zisis: 5.4 ppg (Fenerbahce Istanbul | Euroleague)
Schmidt: 1.0 ppg (Beko BBL)

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Brose Talk: Ausblick auf die neue Saison


Michael Stoschek höchstpersönlich und Rolf Beyer gaben sich heute, im romantisch in der Regnitz gelegenen Eckerts, beim Brose Talk die Ehre. Dabei offenbarten die beiden gut gelaunten Erfolgsprotagonisten auf sympathische Art ein paar Ein- und Ausblicke auf die neue Saison. Zwar verwies der Geschäftsführer gebetsmühlenartig immer wieder darauf, dass er vor dem 1. Juli (ab diesem Zeitpunkt sind die Spieler “Free Agents”) nicht Konkretes sagen könne und dürfe, um sowohl eigene Bemühungen aber auch potentielle Kandidaten zu schützen, aber „Zwischendenzeilenleser“ kamen an diesem Abend durchaus auf ihre Kosten. Es folgt ein subjektiver Interpretationsversuch der nach vorne gewandten Talk-Themen:

Gerüchte sind recht nah dran

Konkret wurden zwar weder Rolf Beyer noch Michael Stoschek, aber die Aussage, dass die Geschichten in den Internetforen sich recht nah an der Realität bewegen, lässt eine bevorstehende Verpflichtung von Lucca Staiger als fast sicher erscheinen. Auch Nicolo Melli ist ein Spieler, der den Weg nach Bamberg finden könnte. Vor allem deshalb weil Darius Miller seinen Marktwert in den letzten Monaten extrem gesteigert habe. Satte fünf Einladungen von NBA-Clubs für die Summer League liegen dem Forward vor und in einem Bewertungsszenario wird dem 2.03 m langen Amerikaner ein anschließendes Millionen-Dollar-Engagement in der US-Profiliga zugetraut. Bamberg müsste im besten Fall sehr lange auf den “Tweener” warten, ein Umstand der bei der Kaderzusammenstellung möglichst umgangen werden soll. Savety first! Bereits seit Januar bastle Daniele Baiesi am Saisonkader und bei 10 von 12 Positionen haben die Brose Baskets bereits eine sehr konkrete Vorstellung über die Besetzungen. Nicoli Melli könnte also die langfristige Nachfolgelösung auf der Miller-Position sein, um auf dieser Position Planungssicherheit zu haben – auch mittelfristig. Michael Stoschek analysiert zudem sehr treffend, dass die Meistermannschaft immer wieder Probleme gegen Mannschaften bekam, die einen großen Center in der Mitte aufbieten konnte, „als spielten diese einfach ein Stockwerk höher als wir“. Es wäre also keine Überraschung, wenn im neuen Kader ein richtig langer Mann zu finden ist, dessen Rolle ungleich größer als die von Dalibor Bagaric ausfällt. Damit dürfe auch der Publikumsliebling nicht mehr zu im Brose-Dress zu sehen sein.

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