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Mit Schirm, Charme aber ohne Melone


Eigentlich ist es fast schon perfide am ersten Frühlingswochenende mit Temperaturen weit jenseits der zehn Grad und Sonne satt über ein trübsinniges Thema wie einen Regenschirm zu schreiben. Dennoch kann ich eine gewisse Begeisterung für einen kürzlich erworbenen Alltagsgegenstand nicht verhehlen, auch wenn ich ihn gerne zu Hause in der Ecke stehen lasse: der Schirm

Ein guter Schirm ist nicht nur ein praktischer Helfer in Gewittern oder Regenschauern, sondern auch eines der klassischen Herrenassesoirs. Nachdem der alte Schirm seinen Geist aufgegeben hat und ich meine Trockenheit über einen gewissen Zeitraum günstigen Produkten, ja sogar Werbeartikeln örtlicher Apotheken anvertraut habe, wollte ich wieder Qualität über mir wissen.

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Persönliche Gedanken zum Mauerfall


Zugegeben, ich hatte das Privileg in der BRD ausgewachsen zu sein und gehöre wohl zu der letzten Generation, die wenigstens ein paar kleine Erinnerung an ein geteiltes Deutschland aus der Kindheit behalten haben. Generell gibt es in unserer Gesellschaft auch nach 25 Jahren – immerhin ein Vierteljahrhundert – immer noch eine unsägliche Debatte über “Ost” und “West” und unverständliche Antipathie auf beiden Seiten. Ich bin dankbar, dieses Ereignis miterlebt zu haben und bis heute täglich von kleinen und große Geschenken zu profitieren, die ich durch die Wiedervereinigung erfahren habe. Zeit mich ein wenig  zu erinnern:

1986

Ein Ballonwettbewerb der Deutschen Bundespost. Nachdem mein Papa erst dort und später bei der Telekom in Lohn und Brot stand, war es für den Sohnemann natürlich geradezu Pflicht bei jedem dieser Promo-Aktionen teilzunehmen. Wie es der Wind so wollte, flog der Ballon mit adressierter Rücksendekarte Richtung Osten über alle Grenzanlagen hinweg, genauer gesagt gute 100 Kilometer bis nach Röppisch im Kreis Saalburg-Ebersdorf. Eine Familie Hoffman war dann so nett und traute sich die Post zurück in den Westen zu schicken So entstand zwischen ihnen und meinen Eltern eine Freundschaft, die bis heute anhält. In vielen späteren Besuchen nach der Grenzöffnung dürfe ich bei diesen sehr netten Menschen Thüringer Klöse oder “grüne Wiese” probieren, den verschneiten Thüringer Wald sowie die ganze schöne Region kennenlernen und im Trabant S601 über das Schleitzer Dreieck brettern. Für die beiden Töchter gab es von mir vor der Wiedervereinigung immer  “Bravos” ins Paket und überspielte David Hasselhoff oder den Dirty-Dancing-Soundtrack-Kassetten.

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