Aufseßhöflein Mai 2015

Neues Schmuckstück


Jahrezehnte lange habe ich mich immer über das seltsame “Geisterhaus” hinter den Gärtnerfeldern zwischen Bamberg und Hallstadt an den Bahngleisen gewundert. Es war deshalb so markant, weil die Ruine unter einem Zeltdach vor sich hin zerfiel aber dennoch eine gewisse Schönheit ausstrahlte.

Gestern hab ich das erste mal gesehen, was die Eigentümer Andrea und Stefan Fiedler seit 2012 mit viel Eigenregie aus dem Baudenkmal “Aufseßhöflein” gezaubert haben. Wahnsinn! Eine wunderschönes Beispiel, wie mit viel Eigeninitiative ein tolles Bauwerk wieder flott gemacht wird.

 

Mehr dazu:

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg

BR “Rettung vor dem Abriss – Baudenkmäler in Bamberg”

Foto: BR/Olaf Tiedje

Dadord rot-weiß aus Nemberch


Als geneigter Tatort-Fan habe ich freudig auf den gestrigen Tag hingefiebert. Meine Erwartungen an den ersten Franken-Tatort waren jedoch unausgegoren und es stellte sich die Frage, was hätte ich eigentlich erwarten sollen und sollte ich überhaupt etwas erwarten. Letztendlich bin ich unaufgeregt in den Krimiabend gestartet und muss gestehen, dass mir die erste Episode mit dem Nürnberger Ermittlungsteam wirklich gefallen hat.

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Wirtschaftsbyerat?


Eigentlich klingt die Idee prima: Ein Wirtschaftsbeirat für die örtliche Stadtpolitik. In Bamberg soll diese Gremium jetzt, in 2015 nach einer Beschlusslage aus dem Jahr 2001 installiert werden – also ganze 14 Jahre später. Eigentlich wäre das alleine schon ein Grund zum Stirnrunzeln, wer aber zuletzt die Kommunikation der Parteien und deren wortgewaltiger Schwergewichte über die gesamte Bandbreite der zu Verfügung stehenden Kommunikationskanäle verfolgt hat, bei dem mutiert die runzelig Stirn schnell zur Sorgefalte.

Die Leitidee eines Beirats für komplexe wirtschaftliche Fragestellungen ist lobenswert. Nicht jeder der gewählten Vertreter im Stadtrat kann ein Experte auf diesem reichlich anspruchsvollen und vielschichtigen Gebiet sein. Schließlich bildet auch der Rat lediglich einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Fehlendes Fachwissen bei Entscheidern wird durch Kompetenz im Beirat und dessen Beratungsfunktion ausgeglichen.

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Wiesen und Baumbestand

Temporäres Naherholungsgebiet in Bamberg-Ost


In Bambergs Osten zwischen Gartenstadt und Schloss Seehof liegt nach dem entgültigen Abzug der US Army momentan der ehemalige Golfplatz brach. Während sich Brose-Guru Michael Stoschek und der Bamberger Golfclub noch im Duell um die zukünftige ursprüngliche Nutzung befinden, entdecken immer mehr Bürger aus dem Quartier das Gelände als willkommenes Naherholungsgebiet.

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Schlenkerla Straßenbier

Freitagnachmittagritual


Schlenkerla Straßenbier
Schlenkerla Straßenbier

Es ist wichtig, das der Mensch Rituale pflegt. Seit kurzen gibt’s ein neues – pünktlich zum Start ins Wochenende. Nach getaner Wochenarbeit geht’s am Freitagnachmittag noch ein paar Schritte in die Sandstraße zu dem, für sein Rauchbiert weltweit bekannten, Brauhaus. Dort pflege ich mit Kollegen nun regelmäßig zum Wochendauftakt das schöne Ritual des Straßenbiers – ein wunderbares Stück Bamberger Lebensart. “Zwei Euro sechzig” sagt der Wirt in der urigen, mit Holzvertäfelung und Hirschgeweihen verzierten, Stube durch das kleine Schankfenster und ich entgegne ihm jedes mal ein routiniertes “ich weiß scho” und ein gut fränkisches “adela” bevor es mit dem “Seidla” wieder vor die Türe geht.

Mit ein wenig Glück ergattern wir noch einen schmalen Sonnenstreifen, den die umgebenden Altstadtgassen gnädig passieren lässt und prosten uns nahe der Hauswand des “Schlenkerla” freudig zu. Manchmal nicht nur uns, sondern auch anderen geselligen Einheimischen, die dem Treiben sicher schon seit fünfzig Jahren frönen und beobachten die neugierigen Touristenströme, die sich durch das Sandgebiet, hinter aus dem Pulk herausragenden Holztäfelchen am Stiehl, schlängeln. Da kommt es schon das ein oder andere mal vor, dass wir Fotomotiv einer japanischen Touristin werden oder ein extrovertierter Amerikaner seine Nase in unser Glas stecken möchte um zu prüfen ob das edle Gebräu es tatsächlich nach “ham” riecht. Das alles stört nur mäßig, es gehört doch irgendwie dazu und dient auch der allgemeinen Unterhaltung. Wenn’s dann ausunterhalten und auch ausgetrunken ist, dann geht’s noch schnell nach nebenan zum Bäcker Seel für etwas Handfestes, bevor das Wochenende richtig startet.

Ein wirklich wunderbares Stück Bamberger Kultur, das diese Stadt so lebens- und liebenswert macht.