Foto: Daniel Löb

Zwischenzeugnis für die Brose Baskets zur Saison 2014/15


Die Halbserie in der nationalen Liga ist vorbei. Genau der richtige Zeitpunkt um dem Trainer und den Spielern der Brose Baskets ein Zwischenzeugnis zu den bisherigen gezeigten Leistungen – vor einem jeweils individuellen Erwartungshorizont – auszustellen. Zu Beginn der Saison lang viel Skepsis über der Stadt. Viele Helden vergangener, erfolgreicher Tage waren nach der enttäuschenden Vorsaison plötzlich weg. Der Erfolgstrainer Chris Fleming musste mit viel Aufregung seinen Hut nehmen. Die Fans in Bamberg waren gespalten und dann ging auch noch Urgestein Wolfgang Heyder über Bord. Ein neuer, renommierter Trainer und viele neue Spieler, die oft nur den Experten unter den Anhängern bekannt waren. Die Mannschaft war und ist sehr jung und auch das Fehlen eines echten Centers wurde häufig in Frage gestellt. Mittlerweile darf attestiert werden, dass der Umbruch erfolgreich gemeistert wurde. Die Brose-Truppe spielt attraktiven und erfolgreichen Basketball und es macht Lust die Spiele anzusehen. Hinten steht eine hervorragende Verteidigung, vorne initiiert ein starker neuer Spielmacher spektakuläre Aktionen. Die Identifikation mit allem Neuen gelang insgesamt schneller als erwartet, fast darf von einer kleinen Aufbruchstimmung gesprochen werden. Zuletzt hat sogar der kleine Frontcourt eindrucksvoll bewiesen, dass er alle Dickschiffe in den XXXXL-Trikots in die Schranken weisen kann.

Andrea Trinchieri

Statistik: 14 Siege, 3 Niederlagen (Beko BBL)

Der neue Cheftrainer mit den ausgefallenen Gleichnissen bei der Spielanalyse Italiener macht einen richtigen guten Job. Kaum jemand hätte erwartet, dass Bamberg binnen so kurzer Zeit nach dem großen Umbruch schon wieder so auf der Erfolgswelle schwimmt. Er hat es verstanden aus bunt  zusammengewürfelten jungen Spielern eine echte Mannschaft zu formen. Mal wird bester Ballsport im Stile der 80iger-Jahre-Showtime-Lakers geboten, mal gibt es Viertel zum Haare raufen. Dass es unterm Strich noch an Konstanz fehlt ist nur allzu verständlich. Sein Masterplan scheint gut auszugehen und er hat eine neue Spielfreude in die Brose Arena gebracht. Einzig die Verpflichtung von Josh Shipp hat sich als offensichtliche Fehlkalkulation erwiesen, deshalb und weil er mir noch nie seine viel gelobte Pasta zubereitet hat, gibt es einen minimalen Abzug.

Note: 1-

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Schlenkerla Straßenbier

Freitagnachmittagritual


Schlenkerla Straßenbier
Schlenkerla Straßenbier

Es ist wichtig, das der Mensch Rituale pflegt. Seit kurzen gibt’s ein neues – pünktlich zum Start ins Wochenende. Nach getaner Wochenarbeit geht’s am Freitagnachmittag noch ein paar Schritte in die Sandstraße zu dem, für sein Rauchbiert weltweit bekannten, Brauhaus. Dort pflege ich mit Kollegen nun regelmäßig zum Wochendauftakt das schöne Ritual des Straßenbiers – ein wunderbares Stück Bamberger Lebensart. “Zwei Euro sechzig” sagt der Wirt in der urigen, mit Holzvertäfelung und Hirschgeweihen verzierten, Stube durch das kleine Schankfenster und ich entgegne ihm jedes mal ein routiniertes “ich weiß scho” und ein gut fränkisches “adela” bevor es mit dem “Seidla” wieder vor die Türe geht.

Mit ein wenig Glück ergattern wir noch einen schmalen Sonnenstreifen, den die umgebenden Altstadtgassen gnädig passieren lässt und prosten uns nahe der Hauswand des “Schlenkerla” freudig zu. Manchmal nicht nur uns, sondern auch anderen geselligen Einheimischen, die dem Treiben sicher schon seit fünfzig Jahren frönen und beobachten die neugierigen Touristenströme, die sich durch das Sandgebiet, hinter aus dem Pulk herausragenden Holztäfelchen am Stiehl, schlängeln. Da kommt es schon das ein oder andere mal vor, dass wir Fotomotiv einer japanischen Touristin werden oder ein extrovertierter Amerikaner seine Nase in unser Glas stecken möchte um zu prüfen ob das edle Gebräu es tatsächlich nach “ham” riecht. Das alles stört nur mäßig, es gehört doch irgendwie dazu und dient auch der allgemeinen Unterhaltung. Wenn’s dann ausunterhalten und auch ausgetrunken ist, dann geht’s noch schnell nach nebenan zum Bäcker Seel für etwas Handfestes, bevor das Wochenende richtig startet.

Ein wirklich wunderbares Stück Bamberger Kultur, das diese Stadt so lebens- und liebenswert macht.

Der neue Spielmacher Brad Wanamaker leitet den Angriff.

Basketball vom Italiener


Gestern hat im Bamberger Basketball die neue Zeitrechnung auch offiziell begonnen. Das runderneuerte Brose-Team hat knapp und glücklich 83:82 gegen frech aufspielende Bremerhavener Eisbären gewonnen. Nach vier Jahren Systembasketball unter der Herrschaft des großartigen Chris Fleming, haben die 6.800 Zuschauer in der Arena ein echtes Kontrastprogramm serviert bekommen.

Neuer Spielstil im Angriff

Der neue italienische Chefcoach Andrea Trinchieri lässt es auf dem Feld vermeintlich lockerer angehen, mit südländischer Gelassenheit. Dabei bedeutet das keineswegs die Akzeptanz von mangelnder Disziplin, vielmehr lässt der seinen Spieler mehr Raum zu eigenen Entscheidungen in einem funktionalen Rahmen. Die richtigen Spielertypen für diese Interpretation hat er auf jeden Fall um sich versammelt. Brad Wanamaker, Carlon Brown und Ryan Thompson und Trevor Mbakwe vereinen viel “NBA-Style” in ihrer Spielweise und suchen ihren Vorteil immer wieder in Eins-gegen-eins oder Eins-gegen-viele-Situationen.
Für den treuen Bamberger Zuschauer mochte das Spiel phasenweise etwas wild wirken. Unterstrichen wurde dieser Eindruck auch, weil gute Wurfsituationen ungenutzt blieben. Ein ums andere Mal tänzelte der Ball am Ring und hat es sich doch noch anders überlegt. Auch fanden so manche Pässe das Ziel noch nicht, weil ein gewisse Konfusion bei Laufwegen und Positionen deutlich zu beobachten war. Dies mag weniger mangelnden Könnens, als vielmehr präsenter Nervosität im jungen Team geschuldet sein. Ein grauer Leitwolf, wie es Sven Schultze als Eisbär war, hätte dem Team gestern gut getan.

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