Erste Brose Baskets Eindrücke


Seit gestern Abend 19 Uhr ist die Basketball lose Zeit in Bamberg zu Ende. Das erste Testspiel der neu formierten Bamberger nahm seinen Lauf: 35 % Brose Baskets gegen 85 % Ratiopharm Ulm.  Die 84 – 102 Niederlage der arg dezimierten Brose Truppe gegen die fast kompletten Ulmer ist dabei eher nebensächlich, wirklich interessant war ein erster Blick auf die neuen Spieler.

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US-Trio sagt “hello”, einer “do videnia!”


Es scheint als würden Bambergs Macher beim Spielerkader rasch Nägel mit Köpfen machen wollen. Nachdem bereits mit Daniel Theis ein echter Coup gelungen war, gesellten sich in den vergangenen Tage gleich drei hochklassige US-Spieler hinzu: Power Forward Josh Duncan (Hapoel Jerusalem), Spielmacher Brad Wanamaker (Giorgio Tesi Pistoia) und Swingman Ryan Thompson (Telenet Oostende).

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Andiamo Brose Baskets!


Die Lage unter Bambergs Basketballfans hat sich wieder merklich beruhigt. Das liegt vor allem am neuen Chefcoach der Brose Baskets, Andrea Trinchieri. Der Italiener hinterlässt mit seiner eigenen Art bisher einen hervorragende Eindruck und es fällt jedem Basketballinteressieren schwer, sich der Aura des ehemaligen Kazan-Trainers zu entziehen.

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Saisonrückblick


Es wird erstmals seit 2009 einen Deutschen Basketballmeister geben, der nicht Brose Baskets heißt. Was während der Saison bereits abzusehen war, wurde von gut aufgelegten Dragons aus dem Artland im Playoffs-Viertelfinale bitter bestätigt. Das frühe Saison-Aus darf mit “leistungsgerecht” und “verdient” betitelt werden. Die Mannschaft hat sich während der gesamten Saison nie so gefunden, um ihrer Favoritenrolle mit der entsprechenden Geschlossenheit gerecht zu werden. Insgesamt lag auch die spielerische Qualität, nicht auf dem Niveau der erfolgreichen Vorjahre. Damit wurde vor wenigen Tagen auch das letzte Saisonziel verfehlt. Der Auftakt einer aktuell unsäglichen Spaltung der Anhänger in Oberfranken: Während die einen Verständnis für einen Neuanfang mit unverbrauchtem sportlichen Personal befürworten, halten die anderen treu zu Trainer Chris Fleming und verdammen den mächtigen Clubchef Michael Stoschek auf allen Kanälen. In einer Phase, in der viele Emotionen überquellen, möchte ich versuchen die Saison rein sportlich Revue passieren zu lassen und einen Blick auf die Leistung der Spieler zu werfen.

Sportliche Ziele der Saison 2013/14

  1. Euroleague Top 16: verpasst
  2. Eurocup Last 8: verpasst
  3. Top4-Pokal: Niederlage im Halbfinale gegen ALBA Berlin
  4. Play-Offs: 1-3 in der ersten Runde gegen die Artland Dragons ausgeschieden

 

Dabei war der Spielerkader zu Saisonbeginn von Trainer Chris Fleming und Manager Wolfgang Heyder wirklich durchdacht und logisch geplant worden. Ausgemachte Schwachstellen aus der Vorsaison wurden auf dem Papier klar behoben, lediglich die beiden jungen Deutschen Center schienen ein kalkulierbares Risiko, um Raum für Entwicklung zu schaffen:

  • Athletischer Spielmacher
  • Starker Werfer in Backcourt
  • International erfahrener Europäer am Flügel
  • Athletik auf der Flügelposition

Am Ende kam vieles anders als geplant. Zack Wright fand als Spielmacher nie die Bindung zum Team und verließ die Mannschaft in Richtung Panathinaikos Athen. Novica Velikovic wurde nie so fit, dass er die Rolle eines Leistungsträgers einnehmen konnte. Sein Vertrag wurde folgerichtig aufgelöst und Jungcenter Philipp Neumann unabhängig davon an die EWE Baskets Oldenburg ausgeliehen. Die Bilanz der, fast schon obligatorischen, Einkaufstour während der Saison kann sich durchaus sehen lassen: D’Or Fischer, Elias Harris und Jared Jordan. Die Schwachstelle am Brett wurde richtig stark adressiert, zugleich aber auch die Athletik im Backcourt über Bord geworfen und die langjährige Erfolgskomponente eines spielintelligenten großen Flügelspielers mit europäischer Basketballschule war Vergangenheit.

 

EINZELBWERTUNG DER SPIELER:

#5 John Goldsberry

Beim Blick auf die Statistik (3.1 Punkte, 29 % Dreiequote und 3.0 Assists pro Partie) könnte man meinen, dass die Saison mau war. Als 7. Ausländer geplant, war er  am Ende dennoch in 22 Ligaspielen auf dem Feld gestanden und hat wieder halbwegs Ordnung in den latenten Chaosaufbau gebracht. Dabei war er, wie immer, ein Vorbild an Einstellung und Kampfgeist für seine Mitspieler. Der altgediente Spielmacher tat sich aber gegen die schnellen athletischen Gegner schwer. Nicht weil er nicht wollte, sondern weil sein Körper nicht mehr her gab.

Vertrag ausgelaufen. Er bleibt in Bamberg als Trikot unter dem Hallendach. Der “Eiergott” beendet, nach mehreren gefühlten Sportinvaliditäten, jetzt wirklich seine Karriere.

 

#7 Rakim Sanders

Der Überathlet ist ein Spieler der entweder richtig Spaß machte oder viele Haare kostete. Der 24-Jährige hat alles, um ein prägender Spieler auf der Forward-Position zu werden: Ordentlicher Schuss (91. Punkte pro Spiel), hohe Grundschnelligkeit, gutes Reboundverhalten, starke Verteidigung, eine Nase für den Steal, überragende Sprungkraft etc. Seine Leistungen waren hochvolatil und in den entscheidenden Spielen tauchte er regelmäßig ab. Manchmal schien er mit dem Kopf nicht auf der Höhe des Geschehens. Es fehlte die erhoffte Konstanz und manchmal das richtige Zielwasser: 30 % von der Dreierlinie sind ausbaufähig, 47 % Freiwurfquote eigentlich indiskutabel.

Vertrag bis 2015. Sanders hat das Potential in der kommenden Saison einen großen Schritt nach vorne zu machen.

 

#9 Karsten Tadda

Das Eigengewächs für die Sonderaufgaben hatte wirklich keine gute Saison und die Nationalmannschaft ist in weiter Ferne. Für ihn war wenig Platz im voll gestopften Backcourt und seine Harmlosigkeit in der Offensive (1.9 Punkte pro Partie, 22 % Dreierquote)) lies dem Trainer auch kaum eine andere Wahl. Am Ende war er wieder in seine Rolle als Kettenkund mit vollem Einsatz dabei. Insgesamt war die Saison ein Rückschritt für ihn.

Vertrag ist ausgelaufen. Nach sieben Jahre in Bamberg-Trikot, deutet einiges auf eine Luftveränderung hin.

 

#10 Jared Jordan

Der beste Spielmacher der Liga kam nach Bamberg, um Titel zu gewinnen. Er sollte der letzte Baustein für eine erfolgreiche Mannschaft sein. Das Glück war ihm nicht hold, und er musste lange pausieren. Hie hohen Erwartungen konnte Jordan aber auch in den anderen Partien kaum bestätigen. Zwar war er auch in Bamberg der top Vorlagengeber (6.5 Assists pro Partie) der Liga, in der Offensive selbst aber oft zu harmlos (5.3 Punkte pro Partie, 24 % Dreierquote), um den Gegner adäquat unter Druck zu setzen. An seine überragende Vorstellung als Bonner Playmaker knüpfte er in Franken nicht an. Bei den Brose Baskets war seine Rolle aber auch eine andere. Eine klare Linie in das Brose-Spiel und den Turnaround, konnte der Amerikaner in der Kürze der Zeit aber auch nicht bringen.

Vertrag mit Option auf eine weitere Saison. Ob diese gezogen wird, ist fraglich.

Stats-Vergleich

Bonn:
10.o ppg | 7.8 apg | 3.6 rpg | 1.6 spg | 49 %  FG | 37 % 3er

Bamberg:
5.3 ppg | 6.5 apg | 3.2 rpg | 1.2 spg | 40 % FG | 24 % 3er

 

#12 Daniel Schmidt

Der Nachwuchsmann auf der Spielmacherposition schaffte es nicht in die Rotation und spielte keine Rolle auf dem Parkett. Ein Schritt nach vorne bleib ihm im voll besetzten Kader verwehrt.

Vertrag endet. Er könnte sich nach einem Club umsehen, wo er Aussicht auf mehr Spielzeit hat.

 

#15 Sharrod Ford

Der Powerforward konnte nie an seine überragenden Playoffs 2013 anknüpfen. Eine lange Verletzungspause war ihn offensichtlich zurück. Danach tat sich Ford schwer, als Führungsspieler zurück aufs Parkett zu finden. Vielleicht war er der stabilste Verteidiger auf den großen Positionen, dafür ging seine Effektivität (13.8 > 10.3) und seine Punktausbeute (12.3 > 8.3 Punkte pro Partie) im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Insgesamt bleibt eine solide Saison für den 31-jährigen.

Vertrag bis 2015. Er kann, als athletischer Insidespieler mit Distanzwurf, wieder ein wichtiger Baustein im neuen Kader sein.

 

#20 Elias Harris

An den Nationalspieler wurden hohe Erwartungen gestellt. Man hat ihm schnell angemerkt, dass er sich nach vielen Jahren in den USA, erst auf den europäischen Basketball einlassen muss. Seine Leistungen waren insgesamt noch nicht konstant, aber seine Potential hat er immer wieder angedeutet. Der 24-Jährige trat  (10.4 Punkte pro Partie,  37% Dreierquote) als guter Scorer in Erscheinung. Mit seiner Athletik muss er aber noch besser in der Teamverteidigung agieren und am Brett (3.4 Rebounds pro Partie) stärker zupacken.

Vertrag bis 2015 mit NBA-Ausstiegsoption im Sommer. Er ist sicherlich ein Eckpfeiler in der neuen Mannschaft.

 

#23 Casey Jacobsen

Das sechste Jahr des Flügelspielers war sein schlechtestes. Der Kapitän war wieder ein Vorbild an Einstellung, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, hat der die Leistungskurve aber nicht mehr gekriegt. Er kam nicht mehr so um die Blöcke, wie in den vergangene Jahren und wurde kaum noch effektiv in Szene gesetzt. Seine Dreierquote sank erstmals deutlich unter 40 % (43.3 % > 36.6 %) und sein Effektivitätwert (12,7 > 7.8) brach fast um die Hälfte im Vergleich zu Vorsaison ein. Und der Ansammlung gefühlter Freiwurflegastheniker, war Jacobsen (85 % Freiwurfquote) eine positive Ausnahme. In der Defensive war der Kalifornier gegen athletische Gegner leider eine ständige Schwachstelle  und musste insgesamt mehr Minuten abspulen als geplant war.

Vertrag ausgelaufen. Jacobsen hat seine Karriere mittlerweile beendet. Nach fünf Meistertiteln und drei Pokalsiegen mit Bamberg hängt das Trikot mit der Nummer 23 jetzt zurecht für immer unter dem Arenadach.

 

#25 Anton Gavel

Er war der unumstrittene Führungsspieler der abgelaufenen Saison, der immer Verantwortung übernommen hat. Der unermüdliche Kämpfer war Topscorer (12.4 Punkte pro Partie) der Mannschaft, wirke jedoch zu oft auf sich alleine gestellt. Ausgelaugt und überspielt war oft der Eindruck, den man als Betrachter gewinnen konnte – auch weil er keinen verlässlichen “Side-Kick” fand. KAus Mangel an funktionierenden Alternativen, musste es “Hulk” immer wieder auf eigene Faust versuchen und zeitweise auch noch die wenig geliebte Point Guard-Position spielen. Ohne ihn wäre die Saison noch weitaus enttäuschender verlaufen.

Vertrag ausgelaufen. Nach fünf Jahre in Bamberg, darf man Tono nicht böse sein, wenn er eine neue Herausforderung sucht, selbst wenn diese in München liegt. Die Zeichen stehen eher auf Abschied.

Stats-Vergleich:

2013/2014:
12.4 ppg | 2.6 rpg | 3.5 apg | 1.7 topg | 45 % FG | 39 % 3er | 12.2 eff

2012/2013:
14.8 ppg | 2.7 rpg | 3.3 apg | 1.3 topg | 49 % FG | 44 % 3er | 14.3 eff

 

# 31 Jamar Smith

Der Guard kam, als Wunschspieler von Chris Fleming, vielen Vorschusslorbeeren. Von einem zweiten Brian Roberts war die Rede. Letztendlich hat er die Erwartung nicht erfüllen können. Der Plan, ihn als Spielmacher-Backup einzusetzen, wurde schnell ad acta gelegt. Es blieb also ein purer Shooter mit einem überragenden Wurf (10.5 Punkte pro Partie, 39 % 3er) und so ist es nicht verwunderlich, dass Smith die meisten Punkte pro Minute auf die Anzeigentafel brachte. Seine Entscheidungen in der Offensive aber immer wieder überhastet und egoistisch – vor allem in entscheidenden Phasen waren es zu oft die falschen. In der Verteidigung hat er noch Potential nach oben und muss lernen seinen Gegner über das Feld zu jagen. Es bleibt eine Saison mit Höhen und Tiefen, die ihn zeitweise eine Degradierung zum 7. Ausländer einbrachten.

Vertrag bis 2015. Es wäre aber nicht verwunderlich, wenn Smith Bamberg dennoch verlassen würde, falls er nicht in das neue sportliche Konzept passt.

 

#33 Maik Zirbes

Viel Kritik prasselte auf den deutschen Nationalspieler ein. Sowohl von den Fans aber auch immer wieder öffentlich vom Manager. Manchmal wirkte der 2.08 Hüne in der Tat lethargisch und ohne Selbstvertrauen auf dem Feld. Dabei ist seine Leistung in der Offensive (8.2 Punkte pro Partie, 66 % FG, 73 % FW) durchaus respektabel und im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung. Problematischer waren sein Verteidigung und das Reboundverhalten, hier schnappte sich Zirbes weniger Abpraller (3.7 Rebounds pro Partie | 5.1 im Vorjahr), als erwartet. In D’Or Fischer bekam er einen hochklassigen Center-Kollegen zur Seite gestellt, gegen den er in der Außendarstellung manchmal blass aussah. Alles in allem aber eine ordentliche und grundsolide Saison in der er erneut bewiesen hat, dass er der beste deutsche Center in der Beko BBL ist.

Vertrag bis 2015. Er sollte wie Harris, wieder ein wichtiger Baustein im neuen Spielerkader sein.

 

# 40 D’Or Fischer

Die wichtige Nachverpflichtung war einer der effektivsten Spieler (16.7 eff) in der Saison. In der Verteidigung hat der Blockexperte (2.6 pro Partie) das Spiel des Gegnern nachhaltig beeinflusst. Im Angriff war sein sicherer Mitteldistanzwurf, mit dem er in entscheidenden Phasen Verantwortung übernahm, mehr als einmal Gold wert. Unterm Strich war der athletische Centerspieler (10.7 Punkte, 6.1 Rebounds pro Partie, 64 % FG) Bambergs Bester in der vergangenen Spielzeit und erwies sich als deutliches Upgrade am Brett. Bei den Fans ist der Stirnbandträger, ob seiner Gesten und spektakulären Aktionen zudem zum Publikumsliebling avanciert.

Vertrag ausgelaufen. Fischer sollte gehalten werden.  Allerdings würde eine Weiterverpflichtung des Weltenbummlers ein teures Unterfangen.

 

Bevor Entscheidungen im Spielerkader fallen, muss sich der Aufsichtsrat im Michael Stoschek und Carl Steiner mit der Situation bei der sportlichen Leistung auseinander setzen. Ich wünsche Ihnen hierfür eine glückliche Hand. Egal, wie entschieden wird, wichtig ist, dass die Fans in Bamberg geeint bleiben. Und so richtet sich mein Appell an alle Freunde des orangen Leders, über den Sommer die ein oder anderen Enttäuschung mit einem kühlen Kellerbier hinab zu spülen und pünktlich zur neuen Saison wieder da zu sein.

Euer Kosmonaut

 

Statistiken jeweils aus der Beko BBL

Mit dem Rücken zur Wand.


13 – 11 – 168

So lauten die Zahl, die viele Basketballfans gestern Abend und heute beschäftigen. Sie umschreiben die große Playoff-Heldentat einen großen kleines Mannes. Sage und schreibe 13 Punkte in Serie hat die Nr. 11 der Artland Dragons den Brose Baskets in Serie eingeschenkt. Dabei war der nur 168 cm lange David Hosten in der Schlußphase der Größte auf dem Feld und hat das Spiel fast im Alleingang gedreht.

Holstons Heldentaten entscheidend

Nach der erneuten 75-77 Heimniederlage steht der amtierende Meister, nach vier Titeln in Serie, plötzlich vor dem Ende seiner Ära. Dabei hat die Bamberger Mannschaft gestern endlich die Playoff-Eigenschaften gezeigt, die viele Anhänger lange angezweifelt haben. Spielmacher Jordan war spielfreudig, Sanders endlich präsent und alle Spieler haben mit vollem Einsatz um jeden Ball gekämpft, was mit Standing Ovation quittiert wurde. Bis tief in den letzten Abschnitt hatte Brose das Spiel im Griff.  Dann betrat David Holston die Bühne für seine Heldentat. Jeder, noch so kleinen Bamberger Fehler hat der Playmaker gnadenlos und maximal betraft hat. Die Zuseher waren Zeuge einer Vorstellung, wie sie sonst nur von europäischen Spitzenclubs mit Weltklassespielern zu erwarten ist.

Hände hoch!

Wer gegen Holstons Fade-Away-Würfe die Arme in der Verteidigung oben hatte und wer nicht:

  • Ford: Arme oben
  • Tadda: Arme oben
  • Jordan: Arme zu spät oben
  • Fischer: Arme unten, ausgespielt

Starkes Drachenkollektiv

Die Dragons spielen ohne Zweifel eine kontant starke Serie. Die vermeintlich kurze Rotation und gewohnte Leistungsvarianzen sind kein Faktor. Statt dessen liefern alle Kaderspieler einen wichtige Beitrag, es gibt keinen Ausfall im Team zu beklagen. Trainer McCoy hat die Mannschaft unglaublich gut eingestellt und versteht es die Bamberger Problemstellen ein ums andere mal zu seinem Vorteil zu nutzen. Mit dem Brot-und-Butter-Spiel “Pick-and-Roll” erzeugen die wieselflinken Guards immer wieder “Missmatches”. Entweder nutzt der Aufbauspieler selbst die Chance gegen den langsameren, größeren Gegenspieler oder sie setzen großen Mann am Brett effektiv in Szene. Neben Spielmacher Holston und Center King ist das aktuell gut harmonierende Kollektiv der Rede wert. Shooting Guard Graves (9.5 ppg) bietet Gavel eine unerbittliches Match-Up und jagt den Bamberger Star mit seiner Fitness quer über jeden Quadratmeter des Felds. Power Forward Lawrence Hill (11.5 ppg, 6.5 rpg, 0.9 bpg) ist der vielleicht meist unterschätzte Spieler der gesamten Liga. Auf dem Feld wirkt der Amerikaner extrem ruhig, ist aber vor allem durch sein variables Spiel (46 % Dreierquote) ungemein effektiv und begeht kaum Fehler.

Charaktertest am Sonntag

Manager Heyder hat das Spiel am Sonntag zum großen Charaktertest ausgerufen. Charakter hat die Mannschaft auf jeden Fall beim Sieg in Quakenbrück und auch im unglücklich verlorenen Heimspiel bewiesen. In manchen Phasen muss Bamberg abgeklärter agieren und seine Vorteile besser verteidigen. Gerade hier zeigten die Brose Baskets in dieser Saison immer wieder Schwächen, haben aber beim 1-1 Ausgleich bewiesen, dass es auch anders geht. Ein Charaktertest wäre die richtige Aufgabe für den alten Haudegen Goldsberry. Vor allem weil Smith mit unreifen Offensivaktionen und schwacher Verteidigung nicht überzeugen konnte. Trainer Fleming könnte aber auch weiterhin auf die bisherige Mannschaft vertrauen. Zum einen um Unruhe zu vermeiden und weil Smith’ Wurfqualitäten in schlechten Offensivphasen wichtig sein können. Egal wer sich das Trikot anzieht,   spielt Bamberg am Sonntag so, wie über 38 Minuten hinweg am gestrigen Abend, dann besteht eine wirklich gute Chance auf Spiel 5 am Dienstag in der heimischen Arena.

 

 

Vertrauenssache Bier


Es ist, als würde die Welt eines jeden Bambergers ins Wanken geraten. Eines der köstlichen Bamberger Biere soll ungenießbar sein!? Erhöhte Nitrosamin-Werte haben dafür gesorgt, dass ganze Chargen, mit mehreren Hektolitern, umsichtig aus dem Verkehr gezogen wurden (Bericht auf inFranken.de). Und dass, obwohl nie eine akute Gesundheitsgefahr für den Bierkonsumenten in der Region bestand, den – wie allgemein bekannt – durchaus einen überdurchschnittlichen Gerstensaftkonsum auszeichnet. Ohne Rücksicht auf eigene geschäftliche Belange hat Familie März hier sehr offen, klar und umsichtig für den Kunden reagiert. Dafür ein herzliches “vergelt’s Gott”. Genau dieses Vorgehen schafft nachhaltig Vertrauen beim Verbraucher und lässt Fehler einfach verzeihen. Bei den kleinen Handwerksbetrieben hat die Vernichtung und Rückrufaktion von größeren Mengen Bier ganz sicher andere wirtschaftliche Auswirkungen, als bei den Großindustrien dieses Landes. 

Bier als ehrliches Lebensmittel

Bamberger Biere, unter dem Mantel des Reinheitsgebots, sind sicherlich noch eine der wenigen Lebensmittel, die ehrlich und natürlich im Bauch des Endkonsumenten landen. Wenn sich die Verbraucher einmal die Zeit nehmen würde,  im Supermarkt die Inhaltsstoffe auf den gängigen Produkten zu studieren, dann müssten sie das große Kotzen bekommen. Unzählige Farb- und Zusatzstoffe sowie Unmengen an Industriezucker manipulieren eigentlich natürliche Produkte, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Mehr oder minder große Langzeitschäden für den Menschen eigentlich unausweichlich. Und dabei müssen viele Stoffe noch nicht einmal angegeben werden, der starken Lebensmittellobby der Großkonzerne in Brüssel und Berlin sei Dank. Dem Interessierten sei hier ein Besuch von “Foodwatch” empfohlen.

Fester Bestandteil der Genußregion

Es heißt nicht umsonst “Genußregion Franken”, hier gehören Bamberger Biere ohne Zweifel als fester Bestandteil dazu. Ich vertraue auch weiterhin auf das Spezial Bräu Bier und freue mich auf viele weitere Besuche der urigen Brauereigaststätte in der Oberen Königsstraße und vor allem des Spezi-Kellers am Stephansberg. Prost!